Mama Isaak – weil man sich hier umeinander kümmert…

…und weil ich mein Kinderzimmer damals schon Mini Mini fand 😊

Und ich spontan letzte Woche, als wir bei Mama Isaak „auf der Matte standen“ an dieses Kinderzimmer zurückgedacht habe. Es war wirklich klein aber jetzt rückblickend eigentlich riesig und ich hatte es ganz für mich alleine. Also: Danke liebe Eltern 🙂

Mama Isaak ist eine junge 19 jährige Frau, die ein paar Wochen altes Baby Isaak hat. Das ist leider auch schon alles was sie hat (kein Mann, Vater verstorben, Mutter weiß sie nicht, wo). Die Nachbarn helfen ihr mit Essen und Kleidung. Eine ihrer Nachbarn ist Orupa, eine Nanny bei uns. Sie ist es gewesen, die mich gebeten hat, dorthin zu fahren und zu prüfen, ob wir helfen können. Ich bin immer wieder erstaunt, wie sehr man sich in Tansania kümmert. Nicht das erste Mal kommt eine Nanny auf uns zu und erzählt, dass jemand aus seiner Nachbarschaft Hilfe braucht. Ich kannte kaum einen meiner eigenen Nachbarn in dem Mehrfamilienhaus in München in dem ich gelebt habe. Ob ich mitbekommen hätte, wenn da jemand in Sorge wäre? Leider ist die Antwort hierzu wohl nein.

Ich habe noch Emily, eine meiner bezaubernden Mitfreiwilligen hier im Neema Village gefragt, ob sie nicht mitkommen möchte. Also sind wir los mit Reis, Ugali, Bohnen und Waschseife im Gepäck. Und standen dann da. In einem kleinen Raum, von dem die Hälfte noch mit einem Vorhang abgeteilt war. Die Schuhschachtel war also noch halbiert und in dieser kleinen Hälfte war ein Bett und ein Gaskocher und das war es auch schon. Und auf dem Bett saß Linett mit ihrem süßen Baby Isaak.

 

Orupa hatte uns bereits erzählt, dass nichts in dem Raum Linett gehört. Alles (Bett und Kocher) ist von Nachbarn und auch die Nachbarn kommen gerade für die Miete für die Mini-Schuhschachtel auf. Und ja, gerne würde ich Linett helfen, irgendwie Geld zu verdienen. Aber jetzt schon? Sie hat gerade ihr Baby auf die Welt gebracht! Uns war klar, dass kurzfristig eine andere Lösung hermuss.

Zurück im Neema Village haben wir Bekkah davon erzählt. Sie ist die Tochter von Michael and Dorris Fortson und lebt hier im Neema Village. Und ich stelle fest: auch hier kümmert man sich. Sie ist sofort Feuer und Flamme und erzählt von einer Mutter, die hier um die Ecke von uns mit ihrem Baby wohnt. Wir zahlen deren Miete bereits und sie schlägt vor, dass wir Linett dahin umziehen (sofern sie das möchte) Dann hätte sie Gesellschaft und wir wären nah dran, so dass wir helfen könnten, bis sie soweit ist mit mir über ihr zukünftiges Business zu sprechen.

Okay, denke ich. Manchmal kann es auch so einfach sein.

Wir haben bereits Linett kontaktiert. Sie freut sich und zieht gerne um mit Baby Isaak. Ein Bett haben wir schon eingekauft. Ema baut es gerade zusammen und in einer Stunde geht es los und wir holen Linett ab und bringen sie in ihr neues Zuhause.

Wir haben alle Gas gegeben, damit sie so schnell wie möglich von ihrer einsamen Mini-Schuhschachtel weg kann.

Ich freue mich sehr für sie und schicke daher zufriedene Grüße aus Arusha.

Eure Mariya

 

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