26. Oktober – In Welten, die nicht unterschiedlicher sein könnten…

…oder der Ausflug ins Land der Massai

Es ist schon (verrückt.. .3 Wochen!!! ) her, aber es war/ist immer noch so viel los, dass ich vorher noch nicht die Muße gefunden hatte, diesen Beitrag fertig zu machen.

Gleich zu Anfang treten wir diese Reise an. Eine Reise in eine Welt, die uns in das ursprüngliche Afrika katapultiert, welches größtenteils noch so ist wie vor Hunderten von Jahren.

Wir reisen mit 2 Autos. Wie es sich für Afrika gehört immer schön vollgepackt 😊 14 Menschen, Kleidung, Reis und sonstige Mitbringsel. Das fühlt sich schön kuschelig an bei einer Außentemperatur von mindestens 30 Grad auf unserer jeweils 3 stündigen Hoppelfahrt auf größtenteils unbefestigten Straßen. Wir wurden jedoch belohnt für die Qualen mit Zebras am Straßenrand, Emu´s und Giraffen. So wundervoll! Unfassbar schön, diese Tiere in freier Natur zu sehen.

Als erstes stand ein Schulbesuch an. Hier gehen 2 Schwestern von Franky, einem kleinen Jungen, der bei uns lebt, zur Schule. Dorris möchte mit dem Schulleiter sprechen, da die Mutter uns nach mehr Geld gebeten hat und wir aber eigentlich ausreichend an sie überweisen. Auch für die Schule. Es stellt sich heraus, dass die Schule, auf die wir die Mädels schicken, bei (von weißen) gesponserten Kindern mehr Schulgeld verlangt als bei den anderen. Ohne Worte.

Wir gehen noch mit Franky´s Mom zu ihrem Zuhause. Die ganze Familie (Oma, Schwester, Tante, Onkels, Kinder, Kinder, Kinder… ) ist da und wir schütteln viele Hände. Eine Tante zeigt uns, wie sie Steine sammelt um aus den Steinen in sehr mühsamer Arbeit die Kristalle heraus zu lösen, um diese verkaufen zu können. Das durchschnittliche Gehalt in Tansania beträgt 1,20 USD pro Tag! Und die meisten Massai sind hier nochmal drunter!

Weiter geht es in das alte Dorf von Franky´s Mom. Auf dem Weg dorthin machen wir mittendrin im Nirgendwo halt für einen Lunch im Schatten eines Baumes.

Wir wollten unseren Peanutbutter Toast nicht vor der ganzen Familie essen.

Aber es endet damit, dass auch hier im Nichts aus allen Ecken Kinder kommen. Und so teilen wir unsere Sandwiches und Chips und Wasser. Diese kleinen Racker, schmutzig, zum Teil ohne oder nur mit einem Schuh, die Kleidung abgerissen. Emanuel, unser Fahrer, nimmt aus den Kleidersäcken, die wir für das nächste Dorf noch im Gepäck haben ein paar Sachen raus und zieht sie den kleinen Zwergen, die wirklich so ohne alles waren was an.

Hier in den wirklich ärmlichsten Verhältnissen stehen meine Gefühle blank. Die kleinen Kinder aus den Dörfern kommen natürlich sofort an unsere Autos gesprungen, als wir im letzten Dorf ankommen. Wir haben Süßigkeiten, gebrauchte Kleider, Reis und Öl dabei und die Kinder reißen sich um die Lollis. Auch hier haben die wenigsten der kleinen Mäuse Schuhe an oder auch mal keine Hosen, alles zerlumpt, oder eben gar nicht da.. . dafür sind eine Unmenge Fliegen da um ihre Augen herum und überall.

Und trotzdem kommen sie mit ihren Patschehänden und möchten meine Hand halten und den Lolli aufgemacht. Und  dann singen sie für uns unbeschwert und fröhlich und irgendwie wird dieser Kloß in meinem Hals immer größer. In diesem fröhlichen Moment wird dieses Ungleichgewicht so deutlich. Von diesen Dörfern zum Neema Village und dann noch viel größer vom Neema Village zu unserer Welt.

Es scheint uns in unserem Alltagswahnsinn nur oft nicht klar zu sein, mit welchen Privilegien wir leben können – einfach so, nur weil wir Glück gehabt haben und auf einem Kontinent geboren wurden, auf dem vieles selbstverständlich ist, was hier in Afrika nicht mal im Ansatz der Fall ist.

Daher wünsche ich Euch heute einfach viele Momente der Dankbarkeit für die Dinge die wir haben und viel Gelassenheit im Umgang mit dem normalen Alltagswahnsinn der ausgefallenen Bahn, der nicht vorhandenen Notfall Schokolade in der Schreibtischschublade oder den schlecht gelaunte Kollegen oder Vorgesetzten (das sagt die, die tatsächlich in München fast immer eine Notfall Schoki im Fach hatte :-)) .. .halte gerade schon richtig lange ohne durch (mehr oder weniger).

Fühlt Euch gedrückt,

Eure Mariya

 

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