5. Juli 2017 – Mini-Panik…

…..oder wie kurz vor Start dann doch etwas Unruhe einkehrt.

Mein Blog heute beginnt also wohl wirklich damit, dass ich Euch erzähle, dass trotz aller Riesenvorfreude diese Tage ein bisschen Mini-Panik bei mir angesagt ist.

Ja ja… ich weiß  – ich bin noch gar nicht weg. Aber vielleicht ist das gerade mein Problem.

Immer öfters schüttle ich Kunden zum Abschied die Hände (weil wir uns wohl in der Bank nicht mehr sehen werden) oder nehme Freunde in den Arm, weil auch wir uns eventuell nicht mehr sehen werden vor meiner Abreise. Meine Wohnung ist ein einziges Chaos von Unterlagen und Umzugskartons. „Ebay Kleinanzeigen“ ist mein bester Freund um unfassbar viele Dinge loszuwerden, die weg müssen. Ich denke daran, wie ich jedem erzählt habe, dass ich gar kein Problem damit habe, mich von Dingen zu trennen und meine Zelte in München abzubrechen.

Jetzt wo ich mittendrin im Abbruch/Aufbruch stecke scheint von meinem „ich bin entspannt“-Modus leider nicht mehr viel übrig zu sein.

Gestern lese ich dann noch den Newsletter vom Neema Village.

Es geht um das Mütterprojekt („mein Mütterprojekt“), was seit Mai so langsam anläuft.

Da steht, es kommt eine junge Deutsche im Oktober (inklusive 10 Laptops) und hilft für ein Jahr mit.

Die „junge““ Deutsche bin ich 😊 .. .(von 10 Laptops hab ich bisher nur 5)

Darüber zu lesen.. über die „erste“ Mutter, die nun Dank unserem Projekt ihr Einkommen mit einer Hühnerfarm verdreifachen kann, macht mich ein bisschen stolz. Stolz, bald ein Rädchen in diesem Projekt zu sein.

Und es versetzt mich in Aufregung. Ob ich wohl in der Lage bin, meine Aufgabe gut zu machen? Den Frauen zu helfen, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen oder einen Job zu finden ?

Sprechen die Mütter auch Englisch oder eventuell ausschließlich Suaheli (puh..  ☹)

Ich bete also gerade zum lieben Gott 😊 .. dass einfach alles klappt und die Mini-Panik sich ganz schnell wieder vom Acker macht.

Es hilft meine Glücksschachtel (die ich eigens für diese Reise ins Leben gerufen habe): in der liegen Fotos von den Neema Babies und den Nannies, Geburtstagspost von meinen Freunden (die mir alle so viel Gutes für mein Abenteuer wünschen) und ganz neu ein Geschenk von meiner besten Freundin und Ihrer Familie: ein wundervolles in Leder gebundenes Tagebuch, was nur darauf wartet, in Afrika gefüllt zu werden.

Daher: Mini – Panik ? Schmarrn. Wird schon gut werden.

Die paar Wochen halte ich noch tapfer durch und dann ist die Zwischenphase vorbei und es geht endlich los. Los nach Arusha.

Bis zum nächsten Mal, Eure Mariya

 

 

Alles begann damit, dass ich mich aus versehen verliebt habe…

Unsterblich und über beide Ohren. Verliebt in das Land. Verliebt in die Babys und Nannys und die Menschen, denen ich sonst noch begegnet bin.

 

Ich weiß nicht, wer unter Euch schon mal in Afrika gewesen ist. Man sagt diesem Kontinent ja nach, dass Reisende sich oft „Zuhause“ fühlen. Und so war es auch bei mir.

Schon auf dem Weg vom Kilimandscharo Airport zum Neema House nach Arusha fühlte ich mich Zuhause (obwohl nichts an Zuhause erinnert hat). Der Geruch der Blumen, die bunten Kleider der Frauen, die klappernden Motorräder und Busse, die klapperdürren Kühe am Straßenrand, … nichts davon wie bei uns und doch vertraut.

Und dann das Neema House mit diesen bezaubernden Babys.

6 Woche lang diese Babys mit ihren großen Augen, verschmierten Patschehänden und noch klebrigeren Mündchen, die sich gerne an mein Gesicht gedrückt haben.

Dazu die fröhlichen Nannys, die hier jeden Tag einen tollen Job machen und die vielen freiwilligen Helfer aus ganz unterschiedlichen Ländern, die alle da waren, um diesen Babys das Leben ein bisschen schöner zu machen. Zweifelsohne ein Ort, an dem ich mehr   zurückbekommen als gegeben habe.