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Hand in Hand unterwegs mit Annett…

Welten verändern

Wie schön es doch ist, wenn man Freunde zu Besuch hat. Freunde, wie Annett, für deren Verein Hand in Hand for Tanzania e.V. ich hier in Tansania tätig bin (sein darf :-))

Eine Freundin, die Tansania und seine Menschen ins Herz geschlossen hat. Die neben ihren Jobs in Deutschland mit ihrer Familie die Energie und Zeit investiert hat, einen Verein zu gründen, Menschen jeden Tag für ihre Sache zu begeistern. Und ich bin sehr dankbar, hier in Tansania ein Teil von dem Ganzen sein zu können. Die Projekte mit voranzubringen, die sie auf der Agenda haben. Und daher genieße ich ihren kurzen Besuch und kann in meiner eigenen Sprache berichten, was wir alle gemeinsam auf den Weg bringen konnten.

Eine davon ist Mama Vincent, der wir Kapital zur Verfügung gestellt haben, damit sie Obst und Gemüse verkaufen kann und sich und ihrer Familie damit eine Existenz aufbauen kann. Mama Vincent wurde von ihrem Mann verlassen. Ihr 15- jähriger Sohn versucht mit vielen kleinen Jobs einen Beitrag zur Lebenshaltung zu leisten, doch leicht ist das nicht. Und dann ist da ihr kleines Haus. Das Gute: es ist ihr Haus. Das Schlechte: ich sitze hier und sehe den Lehmboden und die Lehmwände und kann spüren, wie es hier zur Regenzeit aussehen muss. Denn sogar jetzt, wo die Regenzeit noch gar nicht richtig los gegangen ist (obwohl wir jeden Tag so fieberhaft drauf warten), ist alles etwas moderig. Und zu viele Häuser habe ich in der letzten Regenzeit gesehen, die sich quasi in undichte Ungetüme verwandelt haben, in denen Leben eine noch härtere Herausforderung ist, als es eh schon jeden Tag der Fall ist.

Daher haben wir nun mal angefragt, was eine Instandsetzung dieses Zuhauses kosten würde. Wir warten noch auf ein detailliertes Angebot, doch mit ca. 1000 EUR ist zu rechnen.

Nur 1.000 EUR oder oh weh, 1.000 EUR?! Ich weiß es nicht. Anbei ein paar Bilder von dem Zuhause. Vielleicht möchte ja jemand von Euch mit dazu beitragen, dass wir dieser Mama ein bisschen Gemütlichkeit ins Haus bringen können. Dann kommt bitte auf mich zu!

 

Weiter ging die Besuchstour nach Monduli mit Annett. Hier zahlen wir bereits Mieten und/oder medizinische Check-Ups für insgesamt 4 Familien. Wir haben Mama Bertha gebauchte Kleidung überlassen, damit sie diese verkaufen und so ihr eigenes Business starten kann. Wir haben aber auch von einer Mama gehört, dass sie HIV Positiv ist und zur Zeit gesundheitlich angeschlagen ist. Das Business, was sie gerne machen wollte, kann sie leider nicht machen. Joyce wollte Kochen, um für ihre 4 Kinder eine Lebensgrundlage zu schaffen. Mit Kochen bekommt sie leider keine Kunden bzw. mit der HIV-Positiv Diagnose darf sie nichts machen, wo sie mit Lebensmitteln in Berührung kommt.

Nun überlegen wir eventuell eine Nähmaschine zu organisieren und aus dem Ort einen Lehrer. Nähen ist hier in Tansania ein sehr wichtiges, etabliertes Business. Die Einheimischen kaufen sich die bunten Stoffe und lassen sich ihre Sonntagskleidung und auch sonst sehr vieles schneidern.

Abgerundet haben wir die Tour mit dem Besuch von Kristina, die ebenfalls aus der Gruppe in Monduli ist. Sie ist 57 Jahre alt und wohnt mit einer Tochter und 4 Enkelkindern in ihrer Shamba. Eine ihrer Töchter hat ihre zwei Babys mit Kristina gelassen und ist verschwunden. Sie betreibt Landwirtschaft und macht das schon ganz gut. Wir möchten hier einen Freund von uns mitnehmen der Massai Familien hilft, Grund und Boden optimal zu bewirtschaften. So können wir ihr etwas unter die Arme greifen, dass sie ihre Felder noch besser nutzen kann. Auch ihr Haus ist leider in einem sehr bemitleidenswerten Zustand und da sind die nächsten Pläne auch, stückweise instand zu setzen – je nachdem, wie sie Geld dafür zur Verfügung hat.

So viel Gutes ist schon passiert. Annett war recht still auf der Rückfahrt. Denn viel Gutes ist angeschoben, doch manchmal stopfen wir ein Loch und dann gibt es gleich um die Ecke ein Anderes. Das stimmt nachdenklich. Aber auf der anderen Seite stopfe ich liebend gerne dieses eine Loch mit Eurer Hilfe als gar nicht erst anzufangen. Ich konzentriere mich auf diese eine kleine Familie und mag es noch so ein kleines Stück der Welt sein – für diese Familie bedeutet es deren ganze Welt.

Also machen wir weiter und verändern kleine Welten.

 

Ich drück Euch

Eure Mariya

 

Einfach…

…Und sehr nachdenklich stimmend.

Außerhalb Arusha packt mich immer der Frieden.

Aber außerhalb Arushas herrscht auch unfassbar viel Armut, welche man sich manchmal gar nicht recht vorstellen kann, wenn man irgendwo gemütlich auf der Couch sitzt.

Ein besonderer Tag hat uns nach Monduli in ein Massai Dorf gebracht. Julius, der ein landwirtschaftliches Projekt verantwortet, hat uns mitgenommen. Er unterrichtet Massai im Anbau von Gemüse und besucht eine der Burmas (Familie) regelmäßig, um sicher zu stellen, dass das beigebrachte auch umgesetzt wird. Zunächst mal galt es Überzeugungsarbeit zu leisten, dass die Massai überhaupt „Grünes“ anbauen. Warum sollten sie etwas anpflanzen und essen, was man den Kühen geben würde (!!!).

Auf dem Weg zum Dorf haben wir das Auto noch vollgepackt mit Wasser, Bananen und Jacken für die Kinder. Die Regenzeit steht kurz vor der Tür und die meisten Kinder haben keine angemessene Kleidung, laufen aber oft eine Stunde in die Schule. Oder eine Stunde zum Wasserholen. Oder hüten Kühe und Ziegen. Also bringen wir Jacken. Julius ist gegen Essen, was man nicht sofort vertilgt, da die Mütter und Väter es den Kindern wegessen würden.

Dann sind wir da. Die Kinder kommen sofort aufgeregt angerannt. Angst haben sie nicht. Julius ist ein regelmäßiger Besucher und daher sind die Kinder auch offen für uns. Schmutzige Patschehände, Fliegen in den Augen, abgerissene Kleidung – aber ein Strahlen in den Augen und ein großes Lächeln in den meisten der kleinen Gesichtern. Aber auch ein Mädchen, was traurig schaut. Sie erzählt Julius, dass sie verheiratet wird. Der Brautpreis ist bereits bezahlt. Sie ist 6 Jahre alt (!) und es bricht mir das Herz, wenn ich mir überlege, was für ein Leben sie führen wird. Verheiratet sein heißt hier, dass die Mädchen dann nicht mehr in die Schule gehen dürfen. Sie werfen den Haushalt und alles, was noch so zu einer Ehe hier gehört. Mit 6 Jahren. Ich denke an Zuhause. An die kleinen Mädels und Jungs von meinen Freunden in der Heimat. Mit 6 Jahren heiraten, Tiere hüten, Haushalt führen?! Ich habe einen Kloß im Hals und halte das Mädchen an der Hand. Mit 6 Jahren sollte man noch spielen dürfen!

Dann treffen wir die Frauen, welche hier gemeinsam mit den Kindern in der Burma leben, während die Männer tagsüber unterwegs sind um (im besten Fall) einer Arbeit nach zu gehen. Manchmal auch, um Kühe und Ziegen in den nächsten Ort zu bringen und zu verkaufen (und viel zu oft auf dem Rückweg ihr verdientes Geld in Bier und Cognac investieren).

Mit den Frauen lebt Joseph. Er ist vor fast 20 Jahren von einem Baum gefallen. Seitdem ist er gelähmt. Bis vor kurzem konnte er noch in einem Rollstuhl sitzen, doch nun bereitet ihm das Sitzen zu viele Schmerzen. Er liegt in Mitten des Dorfes unterm Baum und unterhält sich fast fließend auf Englisch mit mir. Er ist als Priester ausgebildet worden, damals. Es ist lange her. Physiotherapie? Irgendeine andere Unterstützung? Fehlanzeige. Dafür freut er sich wie ein kleines Kind, weil er auf meinem Smartphone Bilder anschauen kann. Er findet meine Freunde und mich im Schnee… und staunt! Und ich staune über ihn. Ich weiß nicht, ob ich nach 20 Jahren herumliegen nicht einfach aufgegeben hätte. Ich weiß nicht, ob mir immer noch ein Lächeln über die Lippen kommen würde in Anbetracht des Lebens, welches ich führe.

Tage wie dieser, werden gerade sehr viel mehr. Nicht mehr in Neema Village, sondern draußen in den Dörfern unterwegs zu sein wirft mich Tag für Tag in Leben, die so anders sind als die Unseren.

Kein sauberes oder gar kein Wasser, keine vernünftige medizinische Versorgung und Mädchen, die mit 6 Jahren bereits jemandem versprochen werden.

Ich treffe aber, wie in den letzten Tagen, auch das Massaioberhaupt Jacobo, der Werbung für Bildung macht und seine Kinder in die Schule schickt und seiner Frau Computerkurse, Nähen und ein Hühnerbusiness ermöglicht. Der seine Familienangehörigen anhält, deren Kinder ebenfalls in die Schule zu schicken. Ich komme nun schon seit über 3 Jahren von Zeit zu Zeit hierher und ich kann sehen, wie sich dieses Dorf verändert hat. Dort sind „weiße Menschen“, die das Kapital gebracht haben, doch letztendlich ist er es, der seine Leute davon überzeugt, etwas zu verändern.

Und wenn Menschen zu Hause mich bewundern, kann ich nur sagen, dass ich diese Bewunderung gar nicht verdiene. Am Ende eines Tages oder eines Wochenendes komme ich immer in ein schönes und sicheres Zuhause zurück.

Aber wach rütteln möchte ich.  Denn so ein Dorfbesuch führt mir so klar vor Augen wie verschieden unsere Welten sind. Und ich sehe, dass wir, zwar mit kleinen Minischritten, gemeinsam Veränderungen schaffen können.  Ich möchte so gerne mehr Jacobos sehen, die sich in ihren Dörfern für Frauen, Kinder, Bildung und so viel mehr einsetzen.

Ich möchte beim Besuch eines Dorfes nicht die Augen nach den kleinen Mädchen aufhalten müssen, die bereits verheiratet sind, obwohl sie dafür noch viel zu jung sind.

Nachdenkliche Grüße

Eure Mariya

 

 

 

 

 

 

mein Leben in Tansania sieht so aus:

Ich habe zwar gerade erst gebloggt, aber ich finde, die letzten Tage sind  einfach sehr erzählungswürdig 😊

Vorgreifen möchte ich, dass ich ja nun in einem Haus wohne (bis gestern ohne Mitbewohnerin, weil die noch in den USA gewesen ist). Aber innerhalb eines Innenhofes sind drei kleine Häuschen und in einem wohnt Emily, die gerade ihre Mutter zu besuch hat. In einem ich, seit gestern auch mit Jennifer und in dem dritten ein ganz bezauberndes junges Ehepaar aus den Niederlanden, Marlinda und Michael mit ihrem kleinen einige Monate alten Baby Manuel.

Mit uns wohnt quasi auch Baraka, unser Aufpasser, Gärtner, Autowäscher, Schweres Gepäckträger und so viel mehr. Ganz bezaubernd, oft im Bayern-München-Trikot und leider versteht er kein Wort englisch.

Los ging es mit der Waschmaschine, auf die wir uns alle so gefreut haben. In Tansania besitzt kaum einer eine Waschmaschine. Kein Wasser, kein Strom – das ist also der pure Luxus für uns.

Etwas blöd, wenn man keine Ahnung hat, wie dieser Luxus in Gang zu bringen ist.

Unsere Maschine funktioniert so: man fülle Wäsche ein und drehe den Wasserhahn auf bis ausreichend Wasser in der Trommel ist. Waschpulver dazu, Deckel zu und Timer anstellen. Dann läuft sie. Nach 15 Minuten ist sie das erste Mal fertig. Man stelle an einem anderen Schalter das Programm auf Wasser entziehen. Dann wird Wasser entzogen bis die Maschine leer ist.  Dann Hebel wieder umstellen, Wasser einlaufen lassen und einmal ohne Waschmittel laufen lassen. Wasser abpumpen.

Wäsche in eine zweite kleine Trommel einfüllen. Timer für den Spinner einstellen. Der schleudert dann. Leider ist diese Trommel kleiner als die Waschtrommel, man braucht also mindestens 2-3 Schleudergänge bis man alle Wäsche durchhat.

Und ja. Das klingt vielleicht für den ein oder anderen gar nicht so wahnsinnig schwierig, doch bis wir das raushatten, hat es Waschmaschinen voll Wasser, aus denen wir die Wäsche rausgenommen und mit Hand ausgewrungen haben gegeben, weil wir weder das abpumpen noch den Schleudergang von alleine gefunden haben.

Nächster Spaß: ich liege auf dem Sofa und höre Wasser. Große Mengen an Wasser und  auf einmal läuft der riesige Wassertank auf unserem Dach über und es plätschert überall wie verrückt. Ich springe aufgeregt raus, ums Haus, finde Baraka und zerre ihn dorthin. Er lacht nur und dreht den Hahn zu (Wie Clever!!! ) und damit ist die Sache erledigt. Meine Nachbarn lachen. Das komme hier öfters vor, dass beim Bewässern der Pflanzen der Hahn einfach offen bleibt. Macht nichts. Okay, denke ich mir – entspannt sein kann ich.

So bin ich also entspannt vor zwei Tagen als ich, dieses mal kurz vor Sonnenuntergang, mal wieder auf der Couch liege und mir denke, ich höre doch Wasser. Aber jetzt weiß ich ja, dass das okay ist, also bleibe ich erstmal liegen. Dann überlege ich mir irgendwann, dass das Wassergeräusch aber deutlich näher klingt als „normal“ und da stehe ich also doch mal auf, um zu schauen und sehe um die Ecke schon unsere kleine Toilette unter Wasser stehen. Irgendwie ist da ein Hahn aufgegangen und das Wasser schießt da raus. So schnell habt ihr mich noch nicht gesehen, wie ich versucht habe, diesen Hahn abzustellen. Aber der Hahn war kein Hahn mehr. Irgendwas ist weggebrochen und das Wasser ist sturzbachartig herraus geschossen. Mittlerweile stand ich gut mit den Knöcheln im Wasser und wusste: hier brauche ich Hilfe. Also rausgerannt, wieder mal nach Baraka und Cindy geschrien. Der arme Baraka war glücklicherweise nicht weit, aber auch nicht der schnellste beim Rettungsantritt. Wild gestikulierend, auf Englisch, was er nicht versteht. Das Wort Wasser kann ich jetzt aber auch auf Suhali sagen. Also springt er rein. Kann den Hahn auch nicht schließen, rennt ums Haus, um die Leitung von außen zu schließen. Ich stehe mittlerweile gut Wadentief im Wasser und kann es nicht fassen.

Hierzu muss ich sagen, Strom hatten wir an dem Tag auch nicht! Cindy kam zur Hilfe und so haben wir im Dämmerlicht und später im Dunkeln zu dritt mit Handy- und Taschenlampe erleuchtet mit einem Wischmopp und Handtüchern das aufgewischt. Ich habe gedacht, das schaffen wir nie. Aber wohin hätte das Wasser sonst irgendwie hin sollen ohne Abfluss. Es stand da ja und hat sich schon Richtung Schlafzimmer aufgemacht. Wir haben 4 große Eimer voll Wasser weggebracht. Wovon ein Eimer von Cindy und mir und 3 Eimer von Baraka gefüllt wurden. Definitiv hatte er mehr Erfahrung und Kraft in den Händen, um die Handtücher auszuwringen. Bei dem ganzen hin und her bin ich auch ordentlich hingeknallt Zwischendurch.  Barfuß im Wasser rennen: keine gute Idee. Gibt ne Menge blaue Flecken.

Ich kann Euch sagen! Das bauche ich nicht mehr.

Und ich dachte auch, dass meine Geschichte fast nicht zu toppen ist. Doch dann kommt Jennifer gestern an und macht sich am Abend in der Küche was zu Essen. Ich sitze draußen und genieße den wundervollen Sternenhimmel als es einen Riesenknall macht und die Jenny einen Schrei lässt.

Ich komme rein und was hat die arme (mehr als 24 h lang angereiste) Müde gemacht? Auf unserem Gasherd ist ein Glasdeckel. Sie hat nicht daran gedacht, dass der nicht zum drauf Kochen gemacht ist. Sie hat die Herdplatte angezündet und den Topf auf die Glasplatte gestellt und da geduldig ihre Suppe heiß gemacht bis es geknallt hat. Den Glasdeckel haben wir jetzt übrigens nicht mehr! Dafür tausende von Scherben um uns herum, die wir aufgeräumt haben.  Aber egal – hier waren in jedem Fall eine Menge Schutzengel am Start, die auf uns aufgepasst haben. Das hätte ganz anders ausgehen können.

Ihr seht – Leben in Tansania ist Leben in seiner aufregendsten Form.

Eure Mariya

 

 

 

 

 

 

So Wichtig!

Mein letzter Blog hat meine ganze Unzufriedenheit gespiegelt. Die ist bestimmt auch nicht komplett wieder weg. Da würde ich Euch heute belügen.

Doch diese Woche sind wir rausgefahren nach Monduli. Monduli ist ein kleines Städtchen, was ca. 1 Stunde Fahrt von Arusha entfernt ist. Eine Fahrt, die ich immer liebe. Raus aus der Stadt, Dornenbüsche, Akazienbäume, Massai, die in ihren bunten Schukas (Umhängen) am Straßenrand und in den Weiten unterwegs sind. Für mich das Bild, was ich immer direkt mit Tansania verbinde. Daher habe ich tief durchgeatmet und diesen Blick quasi aufgesogen.

Mit mir im Auto sind Christopher, ein ehemaliger Sozialarbeiter aus der Region, der den Kontakt zu Monduli und dessen ärmsten Familien für uns hergestellt hat, Emily und Ihre Mutter Cindy. Cindy übt fleißig ihre Kisuaheli Sprachkenntnisse (die leider besser sind als meine) an Christopher. Ich genieße den Ausblick.

In Monduli erwarten uns 4 Familien und Pastor Peter in der Kirche. Zur Klarstellung: Die Kirche hier ist ein Eisengerüst mit Planen bedeckt. Der Wind wirbelt diese Planen lustig auf und ab. In der Kirche sind Plastikstühle aufgebaut und das ist es auch schon. Es ist heiß. 35 Grad Celsius locker.. .und windig und seit Dezember quasi regenfrei und daher also auch sehr sehr staubig.

Ich freue mich riesig, diese Familien wieder zu sehen. Wir haben diese bereits im Oktober besucht. Nun geht es darum, rauszufinden, wie es Ihnen ergangen ist und wie wir weiterhelfen können.

Eine der Frauen ist  Bertha, eine Mama von 5 Kindern. Sie ist mittlerweile umgezogen. Im Herbst haben wir sie in ihrer Lehmhütte besucht, die fast schon zusammengebrochen ist. Wir haben alle gemeinsam die Miete für 3 Monate übernommen und dank Einiger unter Euch konnte ich die Miete für die nächsten 3 Monate bezahlen. (20.000 TSH Monatsmiete sind ca. 8 EUR). Nicht die Welt für uns, doch für diese Mama unbezahlbar. Sie hat keine permanente Anstellung. Sie läuft von Haus zu Haus und fragt nach Arbeit. Waschen, putzen, kochen… das sind die Dinge, die sie ab und an zu tun bekommt.

Darüber hinaus klagt sie über Atembeschwerden. Das Geld, um zum Arzt zu gehen, hat sie nicht. Wieder, dank Eurer Spenden, habe ich dem Pfarrer Geld geben können (ca. 10 EUR), um mit ihr in eine Klinik zu gehen. Dieses Geld muss am Anfang bezahlt werden, damit eine Kartei angelegt wird und eine grobe Untersuchung  gemacht wird. Dann gibt es quasi einen Behandlungsplan, den wir abwarten müssen, um zu sehen, was die nächsten Schritte sind.

So wichtig wäre eine regelmäßige Arbeit für sie. Auf Tansanias Straßen wird viel verkauft. Sie würde das auch gerne machen. Zum Beispiel Kleider oder gekochtes Essen.

Der ein oder anderen Mutter in meinem Mütterprogramm haben wir im letzten Jahr mit Kapital für ein Kleiderbusiness unter die Arme gegriffen. Das kostet ca. 150 EUR (eine Erstausstattung Kleider und Ständer und Tasche, die sie leicht tragen kann).

Ich hoffe, dass wir „mit Hand in Hand“  das finanzieren können. Denn natürlich können wir mit Lebensmitteln und Miete kurzfristig helfen, doch diese Mama möchte selbst für sich und ihre Lieben sorgen können und mit einem kleinen Business macht sie einen großen Schritt in diese Richtung.

Und wie ich neben ihr und ihrem kleinen Sohn Baraka sitze drückt sie immer wieder meine Hand und strahlt mich an. Dabei haben wir ihr nur ein bisschen unter die Arme gegriffen. Doch sie hat Hoffnung geschöpft und sieht, dass gute Dinge passieren. Kleine oder Größere. Das wird man sehen!

Wir verbringen den Rest des Nachmittags mit Singen, Kinderbibel lesen und Erdnussbutterbrote essen und ich habe es geliebt. Dort zu sitzen, Menschen zu helfen, denen lange Zeit keiner geholfen hat. Und wenn es nur die Brote gewesen wären für alle. Die haben geschmeckt und waren für den ein oder anderen in der Runde das Einzige, was es an diesem Tag zu Essen geben würde!

Da muss ich mich doch selbst an der eigenen Nase fassen, dass ich mich dieses Mal so unangekommen fühle, nur weil Dinge noch nicht rund laufen. Dafür habe ich jeden Tag ganz viele Dinge, die hier in diesem Dorf kein Mensch hat.

Danke an diese Mamas und deren Kleinen! Danke mal wieder fürs Augen öffnen für die wesentlichen Dinge im Leben.

 

Nehmt Euch Zeit für das Wesentliche.

Liebe Grüße, Eure Mariya

 

 

 

Wieder da!

Oder doch irgendwie nicht?

Ich weiß, es ist lange her seit meinem letzten Blog. Doch jetzt, nach einer guten Woche zurück in Tansania geht es wieder los.

Ich bin wieder hier! Doch um ehrlich zu sein, fühlt es sich noch kein bisschen wie „hier“ an.

Mein neues Zuhause mitten in Arusha ist sehr schön. Doch nicht mehr vor Ort am Projekt zu sein fühlt sich sehr anders an. Neema Village regelmäßig zu besuchen und am Ende des Tages wieder weg zu fahren ist ganz anders als morgens aufwachen, frühstücken und in einer gewohnten Umgebung loszulegen.

Meine neue Hauptwirkungsstätte Jane Olevolo´s Waisenhaus ist quasi am Ende der Welt. Meinen ersten Besuch habe ich letzten Donnerstag gemacht.

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Wie dieser Tag ausgesehen hat? Aufstehen und ca. 30 Minuten in staubigen Holperpisten laufen, um zu meinem Treffpunkt mit dem Fahrer und Christopher zu gelangen. Christopher ist ein ehemaliger Sozialarbeiter, der sich nach wie vor sehr stark in seiner Community engagiert und uns überhaupt zu Jane gebracht hat.

Ich laufe also bei schon fast 30 Grad zum Treffpunkt. Die Menschen hier sind mich noch nicht gewohnt. Hier ein hallo, da ein Händeschütteln, hier ein Ausweichmanöver, weil man den Mann nicht recht einschätzen kann, der ein Gespräch sucht und eine Weile mit geht. Alles noch recht außerhalb meiner Komfortzone.

Aber ich schaffe es rechtzeitig zum Treffpunkt, um dort leider warten zu müssen, weil der Fahrer sich verspätet. Wieder ein netter Tansanier, der das Gespräch sucht und nicht glauben möchte, dass ich ganz sicher nicht die Liebe seines Lebens bin und  weder Whats App, Facebook noch sonst irgendwelche Informationen von mir an ihn weitergeben möchte. Da es Mitten am Tag an einem stark frequentierten Ort war und er auch wirklich freundlich war, war ich nicht ängstlich. Aber so geht es hier oft und es ist nicht immer einfach, so eine Situation geduldig und entspannt zu meistern. Aber dieses Mal schon und mit 45 Minuten Verspätung kamen auch meine Jungs und haben mich „gerettet“. Dann sind wir eine Stunde zu Jane unterwegs. Leider ist sie ziemlich ab vom Schuss und das Auto unseres Fahrers leider für die Buckelpisten nicht gemacht. Irgendwann bleiben wir fast stecken und es dauert ziemlich lange und einen Fahrerwechsel und Hilfe ein paar netter Leute, die mit uns angeschoben haben, damit wir über einen Berg kommen. Wahnsinn.  Dann endlich bei Jane, die mich wie immer freundlich empfängt. Sie freut sich sehr, dass es mit unserer Nähschule klappt  und wir planen meine nächsten Besuche. Soweit also alles gut. Aber noch keine Routine. Und der Weg zurück ist ähnlich anstrengend wie hin. Ohne ein eigenes Auto merke ich, wie alles sehr viel länger dauert, weniger Flexibilität bzw. fast gar keine vorherrscht und mein ganzes Organisationstalent notwendig ist, um Dinge zu erledigen. Vieles, wo ich früher einfach ins Auto gestiegen wäre (selbst) muss hier von langer Hand geplant werden. Na ja. Ich jammere hier nur ein bisschen.  Aber um ehrlich sein. Angekommen bin ich noch nicht. Hadere noch mit meinen neuen Aufgaben.

Aber es wird schon werden 😊 Jane´s Waisenhaus und mein neues Näh-und Ladenprojekt hat jeden Schweißtropfen (körperlich und mental) verdient, den ich hier vergieße!

 

Also drückt mir die Daumen, dass wieder zurück sich ganz bald auch wieder „Zuhause“ anfühlt.

 

Eure Mariya in Tansania

Weihnachten

Lichterglanz und Kekse

Kekse, die es ein ganzes Leben lang schon in meiner Weihnachtszeit gibt und deren Duft allein schon Weihnachtsstimmung in mir wachrufen. Lichterglanz, welcher Zuhaue im Kerzenschein leuchtet.

Nach einem Jahr, in dem ich in ein Leben eingetaucht bin, welches vor allem mit Zeit mit Menschen geprägt ist, die in Armut leben, ist es gar nicht so einfach, hier wieder anzukommen. Doch ich treffe Euch, die mir und meinen Projekten so viel Unterstützung entgegengebracht haben und die mich bestärken, diesen Weg in Tansania weiterzugehen. Ein Weg, in dem Fremde zu Freunden geworden sind. Freunde zu Familie aber auch Freunde, die mehr und mehr zu Fremden werden. Das Leben halt – so wie es spielt.

Weihnachtszeit, die innehalten lässt und tief durchatmen. Durchatmen und vorbereiten für neue, wundervolle Aufgaben im neuen Jahr.

Ich wünsche Euch allen wundervolle Weihnachtsfeiertage und alles Gute für das Jahr 2019.

Diese Bilder sind Familien, denen ich dank Euch gemeinsam mit Freunden „Weihnachtsgeschenke“ habe ausliefern können.

Mögen im neuen Jahr für Euch Träume entstehen, sich erfüllen. Möge das Leben in Balance sein. Fröhlich und glücklich und verändernd für Menschen, denen es nicht so gut geht.

Ich umarme Euch

Eure Mariya

hearts for families

Ich habe mir im letzten Jahr einen Traum erfüllt und habe mir quasi ein Jahr in Tansania in einem Babyhaus „geschenkt“

Nun ist das geplante Jahr vorbei und ich habe mich dazu entschlossen, noch länger zu bleiben. Wieder ehrenamtlich (es gibt also eine Menge zu wuppen, um das für mich finanzieren zu können). Meinen aktuellen Besuch in Deutschland nutze ich, um für das neue Projekt zu sammeln und parallel eine Einnahmequelle für mich persönlich zu finden. Das mag etwas verrückt klingen, doch ich kann mir derzeit kein Leben zurück in Deutschland vorstellen. Es gibt so viel zu tun in Tansania. So viele arme Menschen. So ein großer Unterschied, ob man hier oder dort geboren ist. Und letztendlich hat es keiner verdient. Weder das sichere und entwickelte Umfeld noch das haben von Nichts. Ausgleich möchte ich schaffen – das ist mein Herzensprojekt.

Und so heißt das neue Projekt auch:

„hearts for families“

Ich weiß nicht ob Ihr gewusst habt, dass in den ländlichen Gegenden von Tansania die Mehrheit der Menschen in armseligen Lehmhütten lebt. Oma, Mama, Kinder leben nicht selten gemeinsam mit der Ziege unter einem Dach. Die Kinder sind in ihrer Entwicklung sehr stark beeinträchtigt und oft unterernährt, weil das Einkommen der Familie nur für eine Mahlzeit am Tag ausreicht.

Meine Aufgabe wird es sein, bereits identifizierte Familien zu besuchen. Mit Nahrung und Wasser zu versorgen und die Wohnsituation zu prüfen. Und wenn die Familie stabil ist, werde ich, wie bereits im letzten Jahr im Mütterprogramm von Neema Village, unterstützen, um ein Business starten und  die kleine Familie auf eigene Beine stellen zu können.

Falls Ihr also zu Weihnachten noch etwas ganz Besonderes unter „Eure Bäume“ legen wollt, dann vielleicht eine gute Tat. Unterstützung für eine kleine Familie irgendwo in Tansania. Für eine kleine Familie, die ganz sicher keinen Weihnachtsbaum und Geschenk in diesem Jahr an Weihnachten hat!

Und an dieser Stelle ein dickes Dankeschön von mir an Euch! Es gab nämlich richtig viel Unterstützung für meine Mamas von Euch! Wir haben gemeinsam Leben verändert – auf ganz wundervolle Art und Weise.

Herzlichen Dank und an dieser Stelle schon ein wunderschönes, besinnliches Weihnachtsfest für Euch und Eure Lieben!

Wir hören uns im neuen Jahr wieder.

Eine dicke Umarmung.

Eure Mariya

Abschied

Eigentlich fast unmöglich, Worte zu finden für diese Momente.

Es ist eine Woche vor meiner Abreise und die Besuche bei den Mamas sind auch Abschiedsbesuche. Ein Highlight ist sicherlich der Besuch bei Mama Iddi gewesen. Im April ist ihr Haus zusammen gebrochen. Nun, kurz vor meiner Abreise ist das neue Haus, was wir dank wundervollen Menschen bauen konnten, fertig und wir können Mama Iddi und ihr behindertes Enkelkind Joyce endlich umziehen. Fast jeden Tag ist sie von ihrer Behelfsunterkunft, die nicht weit weg von Neema Village ist, zu mir gekommen und wollte wissen, wann sie endlich umziehen kann. Ihr Sohn lebt mit seiner Frau und Kind (ohne Arbeit) dort, wo wir das neue/alte Haus aufbauen. Sie hat Heimweh und ich kann sie verstehen. Doch Afrika ist Afrika – erst ging es mit dem bauen nicht los, dann wurde einfach aufgehört, dann war das Dach nicht dicht, dann haben wir vergessen innen und außen zu streichen und so gingen Wochen in Monate um, die Mama Iddi warten musste.

Doch jetzt war es endlich soweit. Wir haben ihre neuen Hühner (die sie dank eines Business mit uns hat) und ihr restliches Leben in zwei Autos gepackt und sie umgezogen.

 

 

 

 

Ich war aufgeregt. Mama Iddi hat zwischendurch das Haus mal gesehen doch die Endversion (wunderschön hell getüncht) noch nicht. Als wir angekommen sind gibt es ein großes Hallo mit Ihrer Familie. Ihr Sohn macht wundervolle Bilder auf Tuch und hat Geschenke/Tücher für mich dabei. Das ist der Wahnsinn. Ich fühle mich wie an Weihnachten. Ein schönes Gefühl und als ich dann noch Mama Iddis Gesicht sehe, welches von Staunen über Strahlen geht ist alles okay. Und dann kommen ihr die Tränen und mir gleich auch. Und für genau diese Momente bin ich hier. Ich weiß, wie es hier ausgesehen hat, als wir das erste Mal im April kamen und das Haus quasi schon eingestürzt ist. Was für eine Veränderung.

Und was für eine Veränderung in ihr. Sie lacht und drückt mich und umarmt alle, die hier von Neema Village mit dabei sind und beim Umzug helfen. Dann geht sie los und zieht mich mit. Sie hätte was für mich.

Sie schenkt mir mein erstes Schaf! Erstmal muss ich lachen. Was mach ich denn bitte mit einem Schaf? Auf der anderen Seite finde ich es so bezaubernd. Das ist für sie so eine große Geste! Wir haben uns oft ein bisschen gekabbelt, weil sie immer noch was wollte und ich oft nein gesagt habe und jetzt das.

Wie schön! Also packen Baraka und die anderen Jungs mein Schaf in unseren Kofferraum, wo es auf dem Rückweg lustig vor sich hin blökt und in Neema Village erstmal auf die Wiese darf. Von dort kommt es zu Ramah, einem wundervollen Arbeiter von Neema und er passt auf, bis ich zurück bin und weiß, was ich damit machen möchte.

Wo am Morgen Mama Iddi auf dem Plan stand, steht am Nachmittag eine kleine Abschiedsparty mit meinen Mamas an. Anna und ich haben schön aufgebaut im Müttercenter. Es gibt Kuchen, Karanga(Nüsse), Mandazi, Cola und Limo. Für jede Mama habe ich ein Foto ausgedruckt und mir ein paar persönliche Worte überlegt, die ich sagen werde.

Wir haben gesungen und ich habe meine Fotos verteilt. Meine Mamas haben dabei das ein oder andere Tränchen verdrückt. Aber das wollte ich auch. Ich hab die meisten von Ihnen richtig lieb geworden und ich wollte Ihnen einfach noch etwas schönes auf den Weg mitgeben.

Asante sana für ein unglaublich tolles Jahr!

Eure Mariya

Weihnachtseinkauf mal anders!

Ist denn schon wieder Weihnachten? Ja, in der Tat und ich freue mich riesig, einige Zeit in Deutschland zu verbringen. Mamas Weihnachtsplätzchen, Glühwein mit Freunden auf dem Weihnachtsmarkt und Revue passieren lassen, was so passiert ist in dem letzten Jahr. Und auch zu erzählen, was meine nächsten Pläne hier in Tansania sein werden.

Falls Ihr schon immer Mal ein tansanisches Weihnachtsgeschenk für jemand besonderen oder für Euch selbst unter den Weihnachtsbaum legen wolltet, dann lasst Euch inspirieren von den folgenden Bildern (hier und ganz am Ende dieses Blogs).

 

Die Sachen sind in erster Linie handgefertigt von Massai Frauen und Nannies von Neema Village und sind nur eine kleine Auswahl der wunderbaren Dinge, die hier im Land angefertigt werden und auf den Märkten erhältlich sind. Für Bestellungen, Rückfragen oder Ausschau nach etwas anderem Individuellen kommt einfach auf mich zu.

Wo es mir möglich ist, liefere ich persönlich (und freue mich jetzt schon auf die Übergabe). Wo nicht, da schicke ich es innerhalb von Deutschland gerne zu, wenn Ihr für die Portokosten mit aufkommt. Ich bin ab 02. Dezember im Lande und daher sollte es zeitlich gut hinkommen, dass rechtzeitig zum Fest alle Packerl ausgeliefert sind.

Die Kaufpreise (welche ihr sehen könnt, wenn ihr auf das jeweilige Bild drauf geht) beinhalten auch einen Erlös für mich, den ich gut gebrauchen kann für das kommende Jahr, welches ich wieder in Tansania verbringen werde. Noch mehr Zeit, um Land und Leuten, die mir so ans Herz gewachsen sind, weiterhin helfen zu können, Leben zu verändern.

Ihr bestellt also und macht viele Herzen gleichzeitig glücklich! Kein Einkaufsstress, ein tolles Geschenk und nebenbei ein bisschen die Mary unterstützt 😊

In diesem Sinne : fröhliches Weihnachtsshoppen!

Und ich freu mich, den ein oder anderen ganz bald persönlich zu sehen.

Herzliche Grüße

Eure Mariya

 

Auf Wiedersehen in Tansania

….. oder wie wirklich schon wieder ein Jahr vorbei ist.

Nun ist es fast auf den Tag 1 Jahr her, dass ich in Tansania im Neema Village angekommen bin und das Mothers Against Powerty Programm aufgebaut habe. Mir einen Traum erfüllt habe.

Nach einem Jahr kann man (und ich will 😊) Resume ziehen. Ich hatte ein Meeting letzte Woche. „Meine Mamas“ haben Bericht erstattet, wie es Ihnen geht, welche Probleme sie haben und was sich verändert hat in ihrem letzten Jahr. Neben mir saß Mama Rachel, die mit knapp 20 Jahren eigentlich selbst ein Kind ist und als sie dann noch gesagt hat, sie fühlt sich, als wenn sie mit mir auf einmal eine Mama und Familie hätte, ist mir doch ein Kloß im Hals stecken geblieben.

Ich habe unermüdlich die Rädchen für diese Mädels gedreht. Mal mit mehr mal mit weniger Erfolg. Auch öfters mal mit ordentlich Frust. Ich bin sehr stolz auf die meisten und habe deren kleinen Mäuse alle liebgewonnen. Doch im turbulenten Auf und Ab im Alltag habe ich mir nie Gedanken gemacht, was diese Mädels in mir sehen. Die Geldgeberin? … es scheint noch ein bisschen mehr zu sein und irgendwie ist das schön. Ich war nicht auf der Suche nach einer Familie, doch ein bisschen Familienanschluss fühlt sich gar nicht schlecht an.

23 Müttern haben wir in meinem Jahr mit Lebensmitteln, Wohnraum, medizinische Versorgung für die Babys und dann mit dem Start ihres Business geholfen. Regelmäßige Seminare finden in „meinem Mütter Center“ statt. Eine Nähschule ist entstanden.

All das mit toller finanzieller Unterstützung von Euch! Danke dafür!

Wir haben Leben verändert – und zwar nicht wenige!

Und meines wohl am meisten.

Ich kann (gebrochen) Kisuaheli sprechen, Hühner umziehen, bis zum Umfallen Kinderlieder auf Englisch und Kisuaheli singen, einen Berg besteigen, auf dem Maasai Markt sensationelle Preise verhandeln, in einem großen Auto bei Linksverkehr durch den verrückten Straßenjungle fahren oder über riesen Schlaglöcher in unbefestigten Straßen fahren, einen Polizeibeamten überreden mir keinen Strafzettel für zu schnell fahren zu geben, nicht ausflippen, wenn geplante Termine einfach eine Stunde später losgehen, weil jemand noch schnell irgendwas erledigen musste bevor er Zeit für mich hat. Ich weiß, wie man nein, ich will Dich nicht heiraten sagt, wenn man diese wichtige Frage quasi am vorbei gehen gestellt bekommt. Ich bin gewachsen – jeden Tag ein bisschen und es hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Und daher genieße ich meine letzten Wochen im Neema Village. Im Dezember geht es nach Deutschland in den Weihnachtsurlaub und danach wieder zurück nach Arusha! Ich habe mich dazu entschlossen, zu verlängern. In einem anderen Projekt – doch dieses hier weiß ich in guten Händen und werde bestimmt auch regelmäßig reinschnuppern um zu sehen, wie es „meinen Mamas“ und den Neema Village Babies geht.

Zum Neema Village Abschied gibt es ein paar Bilder von Mamas, ihren Babys und mehr😊

Meine Reise in Tansania wird weiter gehen. Es gibt schon ein neues Projekt für mich  – doch konkreteres gibt es dazu zu einem späteren Zeitpunkt.

Ich sag Dankeschön an die Fortsons, die mir diese tolle Chance gegeben haben und all die, die mir hier täglich mit Rat und Tat zur Seite gestanden sind.

Und Kwaheri – auf Wiedersehen in Tansania!

Eure Mariya