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Lebenszeichen

Wie im Fluge vergeht die Zeit. Schon bin ich etwas über einen Monat in Deutschland.

Egal, wie lange oder kurz meine Besuche hier ausfallen, es ist immer eine Menge los und ich habe auch immer diese Zeit, in der ich zwar da bin, aber auch irgendwie nicht.

Zwischen diesen so verschiedenen Welten zu pendeln fühlt sich manchmal richtig unwirklich an.

Und ist aber auch so wichtig. Durchatmen, arbeiten, Menschen von meinen Projekten zu berichten ist für mich unglaublich wichtig. Ohne diese Zeit in Deutschland wäre es mir nicht möglich, meine Zeit in Tansania zu finanzieren und auch Geld für die Projekte einzusammeln.

Und, obwohl ich manchmal ahne, dass sich Dinge ergeben werden, weiß ich es am Anfang aber oft noch nicht, was wie geht und nun, ein paar Wochen weiter habe ich ordentlich Arbeit und auch wieder die finanzielle Basis für die Projekte ausbauen können. Nach wie vor scheint dieses Leben das Leben zu sein, welches zu Leben meine Bestimmung ist. Dafür bin ich sehr dankbar!

Anbei ein paar Bilder, die ich von meinen Freunden aus Tansania geschickt bekommen habe, damit ich auch weiß, was sie machen ohne mich.

Ein weinendes Auge – weil ich sie alle sehr vermisse.

Und ein lachendes Auge -weil ich glücklich bin, dass ich in der Zeit hier in Deutschland wieder die Basis schaffen konnte, auch wieder zurück zu gehen.

Also kneife ich mein weinendes Auge zusammen und zähle die Tage bis zur Rückkehr im Januar.

Und genieße es, mit Freunden zu sein und quasi jeden Tag Lieblingsessen zuhause gekocht zu bekommen. Nicht ständig aus dem Straßenverkehr gezogen zu werden (was in Tansania gefühlt ja ununterbrochen vorkommt) und nicht ständig irgendwelche Strafzettel runterverhandeln zu müssen ist auch ein Traum.

Liebe Grüße aus zwischen zwei Welten!

Eure Mariya

Ist es wirklich schon so weit… ?

Nächste Woche geht mein Flug zurück nach Deutschland. Und wie es gerne auch im Job früher gewesen ist, wenn man so kurz vorm „Ferienstart“ ist , kommen einem die Tage bis dahin vor wie eine Ewigkeit. Doch zu tun gibt es auch noch so viel.

Und dann… . kann es wirklich sein, dass ich nun schon 2 Jahre in Tansania bin? Mein Visum läuft aus – also ist es ganz sicher so. Vorbei gegangen wie im Fluge. 2 Jahre, in denen ich anfangen durfte, einen Traum zu leben. Ein Leben, so anders, als alles andere, was ich vorher gemacht habe. Ein „Arbeitsalltag“, der nicht noch verschiedener sein könnte, als mein Alltag in Deutschland gewesen ist.

Und nun bin ich stolze Schafbesitzerin (Schaf und Baby Schaf), Mieterin einer Klapperkiste, die auch irgendwann einfach auch klappernd stehen geblieben ist und wir dank einer Menge Hilfsbereiter Männer auch weiter konnten. Inhaberin unzähliger Heiratsanträge von Polizisten, die mich seit April insgesamt 30 (!!!)mal aus dem Verkehr gezogen haben, ein Heiratsantrag, der noch schwebt, weil mein Massai – Freund Baba Ramah, als ich gesagt habe, dass ich nur die „Erste“ sein will und nicht Zweit -oder Drittfrau, er daran noch arbeiten möchte 🙂 Ich bin Lieblings-Tante von meinen Lieblingsnichten und -neffen bei Janes Waisenhaus und ich schätze mich sehr glücklich, über dieses bunte Leben.

Doch ich freue mich auch sehr auf den neuen Abschnitt.

Was passiert in dem?

Ich werde pendeln. Im 3monatigen Rhythmus werde ich sowohl in Deutschland sein (hier vor allem arbeiten, um meine finanzielle Tansaniakasse wieder aufzufüllen) und über meine Projekte zu sprechen. Aber ich freue mich auch auf Ruhe im Straßenverkehr, keine schwindligen Heiratsanträge und ich bin hier zwar nicht die Tante, aber eine Freundin und ich freue mich, meine „Seelenverwandten“ wieder öfter um mich zu haben und quasi das schöne aus beiden Welten kombinieren zu dürfen.

Im Januar geht es dann wieder 3 Monate nach Tansania, um weiterhin das zu tun, was ich angefangen habe.

Eine kleine Geschäftseröffnung steht an, sobald ich wieder in Arusha sein werde. Ein kleines Café/ Schneiderei, in dem die älteren Waisenkinder von Janes Waisenhaus, welche jetzt schon in der Nähschule eine Menge gelernt haben, arbeiten können. Nähen, um die Dinge zu verkaufen, die sie anfertigen. Hier stehen Schuluniformen, Kleider, Taschen, Rucksäcke und noch viele mehr auf der Agenda.

Es ist ein Traum von Jane und mir und ich freue mich, so etwas mit anpacken zu dürfen. Nicht „mein“Cafe – aber „ein Cafe“ mit einem kleinen Schneider Lokal.

Ihr seht, es bleibt spannend! Viele tolle Dinge zu tun.

An dieser Stelle ein Dankeschön an alle, die fleißig meinem Blog folgen und mich und die Projekte auf so vielfältigen Wegen unterstützt haben und immer noch unterstützen.

Wer Lust hat, mich zu sehen, wenn ich Zuhause bin, soll sich einfach melden 😊

Ich halte Euch auf alle Fälle auf dem Laufenden, wie es weitergeht.

Liebe Grüße – gerade noch aus Arusha! – Eure Mariya

Wann ist ein Ziel erreicht.. ?

Noch in Deutschland hat mir eine liebe Freundin diese Frage gestellt. Wann habe ich mein Ziel erreicht oder was muss der Status Quo sein, damit ich sage, mein Tansania-Projekt ist „erfolgreich“?

Die Frage beschäftigt mich seitdem und jetzt zurück in Tansania möchte ich gerne meine Gedanken mit Euch teilen.Wann ist mein Ziel erreicht? Grundsätzlich hat diese Frage ja seine Berechtigung und gerade ich als ehemalige Bankerin bin geneigt dazu, so eine Frage in Zahlen zu beantworten. Und dies könnte ich an dieser Stelle auch tun. Doch wollte ich einfach die Frage in diese Runde hier hinauspusten.

Und dazu möchten ich nochmal erzählen, dass, als ich ursprünglich beschlossen habe, meinen Job zu kündigen und als ehrenamtliche Entwicklungshelferin nach Tansania zu gehen der Treiber ein sehr egoistischer gewesen ist. Ich war auf der Suche nach Glück. Nach meinem Eigenen. In meinem Leben musste Veränderung her.Ich habe mir keine Gedanken darüber gemacht, dass ich etwas positiv im Leben anderer bewirken möchte.

Das stand, um ehrlich zu sein, nicht auf meiner Agenda.

Doch in Tansania zu sein und die Aufgabe bekommen zu haben, Müttern und Waisenkindern zu helfen, hat meine Perspektive verändert. Es geht nicht mehr um mein persönliches Glück. Es geht darum, diesen wundervollen Menschen in ihrem Leben unter die Arme zu greifen. Menschen, die oft kein Dach über dem Kopf haben oder nur ein feuchtfröhliches. Die nicht genug Geld haben, um ihren Babys ausreichend Lebensmittel kaufen zu können. Die nicht ausreichend gebildet sind, um einer vernünftig bezahlten Tätigkeit nachzugehen.

Heute habe ich folgendes gelesen:„Alle Dinge, die von dir ausgehen, kehren zu dir zurück.SIEBENfach.

Ihr braucht euch also nicht darum zu kümmern, was ihr zurückbekommen werdet. Ihr braucht euch nur darum zu kümmern, was ihr gebt. Im Leben geht es darum, die höchste Qualität des Gebens zu erreichen, nicht die beste Qualität des Bekommens.“

Liebe Freundin zu Hause:Vielleicht ist das meine Antwort. Ziel erreicht.

Ich erfahre Glück, in dem ich den Menschen hier helfe, ihr Leben zu verändern. Ich sage nicht, dass das ein einfaches, ungetrübtes Glück ist. Ich bin weit weg von guten Freunden, die ich auch mal vermisse. Ein Ehrenamt bietet mir nicht die finanzielle Basis, die ich auch hier zum Leben brauche. Menschen kommen hier mit Sorgen an, denen ich oft erstmal nicht gewachsen bin.Doch trotz allem erfüllt es mich. Zeit und Trost und Unterstützung geben. Gemeinsam fröhlich sein.

Vielleicht sollten wir mal die Perspektive wechseln. Uns aus dem Ergebnis, was wir am Ende erhalten wollen mal rauslösen und mehr darüber nachdenken, was wir vorne geben. Und darauf vertrauen, dass das Geben zu uns zurückkehren wird – SIEBENFACH.Siebenfache Glücksmomente für uns Alle!

Wäre das nicht toll?

Auf Rückmeldung von Euch freue ich mich!

Eure Mariya

Für Freunde gekocht

Auf den Spuren von Pilaw, Kuku, frittierten Bananen und mehr..

Ich liebe das Essen in Tansania einfach. Egal, wo ich bin, erhalte ich fast immer nur leckeres Essen. Ich wähle meistens die vegetarische Variante, da das Fleisch, was hier beim Metzger so „rumhängt“ einfach nicht so gut aussieht und mir dann auch ganz oft einfach nicht schmeckt.

Bei meinem letzten Besuch in Monduli haben die Mamas für mich „Kuku na Chipsi“ gekocht (Brathühnchen und Pommes) und ich fand es so eine tolle Idee, dass ich für meinen Besuch in der letzten Woche ein Gegenkochen veranstalten wollte und das auch gemacht habe.

Ich bedeutet in diesem Falle Tanja, mein Besuch aus Deutschland, Christopher und seine Frau Mary, Mama Vinzenti, die die Chefin in dieser Runde gewesen ist, Jafet, Julius und ich.

Jafet hat uns nach Monduli gefahren. Uns und zwei tote Hühner, ein totes Rind und Tonnen von Reis, Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln und mehr. Auf dem Speiseplan standen Pilaw (ein toll duftendes, mit Masala gewürztes Rindfleischgericht), frittierte Bananen und Kartoffeln, gebackene Hähnchenteile, ein Curry mit Rindfleisch und Gemüse, Krautsalat, Wassermelone, Mango und Ananas.

Was für ein Spaß aber auch wie viel Arbeit. Wie man einfach schnippelt und kocht und frittiert mit nichts als mehreren Plastikeimern, 1 Minisparschäler, ein paar Messern, Töpfen, Mörser. Wir Frauen haben 5 Stunden lang Holzfeuer gemacht, Karotten mit einem Minisparschäler geschält (also Tanja), Kraut mit Minisparschäler oder Messer in Ministücke gehobelt, Knoblauch und Koriander zu einer Paste verarbeitet, gerührt, geschwitzt, probiert, Kartoffeln geschält, noch mehr gerührt und gekocht. Richtig klasse.

Mary hatte Schürzen und Kochhauben für uns dabeigehabt. Wir haben die nach dem Kochen zum Servieren angelegt. Jedes Gericht und jede Beilage hat seinen eigenen Plastikeimer erhalten, aus dem wir dann in die Teller geschöpft haben. So wie es sich hier gehört wird all das auf einem Teller aufgehäuft und dann mit den Fingern gegessen. Das heiße, flüssige Curry war da eine ganz schöne Herausforderung.

Aber als ich da so saß mit fast 20 Kindern, den 4 Mamas, Pastor Peter und seiner Frau, Judith (die Nählehrerin) und meinen Mithelfer-Freunden und den Blick schweifen lies über diese Runde war ich zutiefst dankbar ein Teil davon sein zu dürfen. Diese Menschen, die oft nur einmal pro Tag eine Mahlzeit zu sich nehmen. Fleisch so gut wie nie, Reis eher selten. Und nun dieses Festmahl. Das ist zu schön und da ich alle schon eine Weile kenne hat es sich für mich angefühlt, als bin ich Gastgeberin, die mit Freunden gekocht hat, um noch mehr Freunde zum Essen einzuladen. Definitiv ein Zuhause-Gefühl!

I

 

In diesem Sinne wünsche ich Euch schöne Erlebnisse mit Freunden!

Eine Freundin –

Mariya

Herzlich Willkommen Zuhause!

Eigentlich wollte ich nicht schon an Tag 1 nach einem schönen und sehr erholsamen Urlaub in der Heimat bloggen, aber so ein Hallo wollte ich Euch nicht vorenthalten.

Heute morgen quatschen Jennifer, meine Mitbewohnerin und ich und bringen uns auf den jeweils neuesten Stand der letzten Wochen und der Pläne für die Kommenden. Jennifer fragt, was so auf meiner Tagesordnung steht für heute und meine Antwort: ich mache schnell meine Wäsche und dann verbringe ich den Rest des Tages ganz entspannt auf der Terrasse und koordiniere die Besuche für nächste Woche.

Während wir quatschen habe ich schon die Waschmaschine angeworfen. Wer sich an meinen Bericht über diese/unsere Waschmaschine erinnern kann, weiß eventuell noch, dass man viele manuellen Schritte hierzu machen muss. Na ja… und leider, wie ich nach heute weiß, kann man auch mehrere Dinge tun, die definitiv nicht gleichzeitig gemacht werden sollten oder nur dann, wenn man direkt daneben steht und aufpasst. Was ich an diesem morgen nicht tue. Ich quatsche… mit Jennifer …. In der Küche… Während die Maschine schon wäscht und immer noch Wasser einfüllt. So lange, ihr ahnt es schon, bis ein schwall Wasser um unsere Füße schwappt. Viel Wasser. So viel Wasser. Es hat mich doch etwas an mein Hochwasser-Erlebnis aus dem Frühjahr erinnert. Also wir rein in die Waschküche. Wasser ausstellen. Maschine anhalten. Wasser schöpfen, Wasser schöpfen, Wasser schöpfen und noch mehr Wasser schöpfen. Wieder mal musste jedes Hand- und Spültuch daran glauben, als Wischmopp zu dienen. Und dann musste das ganze Aufwischzeug ja wieder, inklusive meiner Wäsche, nochmal gewaschen werden in der Wundermaschine. So wurde aus dem entspannten Tag ein feuchtfröhlicher Waschtag. Jennifers Kommentar: Herzlich Willkommen Zuhause! Ja, hat geklappt. Ich habe doch gleich gemerkt, dass ich wieder in Tansania bin.

Bilder habe ich keine gemacht, war ja beschäftigt gewesen.

Doch ein paar Bilder von unseren schönen Blumen vorm Haus, die mich duftend erwartet haben gibt es dafür. Und die habe ich auch mit einem Feierabend-Drink auf der Veranda genossen.

 

„Karibu sana“ – Herzlich Willkommen zurück.

Eure Mariya

Die Schäfchen sind los

Was für einen lustigen Tag haben wir gestern verbracht.

Zunächst muss ich noch erzählen, dass ich mir, nach langem hin und her, ein Auto von einem Freund eines Freundes ausgeliehen habe. Ich war einfach super unglücklich, dass ich immer auf einen Fahrer angewiesen war in den letzten Monaten. Regelrecht ausgebremst habe ich mich gefühlt.

Daher also nun das Auto. Eigentlich zu viel Geld dafür, dass definitiv mehr Dinge am Auto nicht funktionieren als funktionieren. Aber es fährt. Laut, holperig, ein Seitenspiegel funktioniert nicht (was alle Pici Pici Fahrer um mich herum in noch größere Gefahr bringt, als sie es eh schon sind). Jeden morgen fülle ich Kühlwasser nach. Abperren geht nur von der Beifahrerseite, und da auch nur in einem ganz bestimmten Ritual.  Also jeder, der mich morgens vor dem losfahren beobachten kann, denkt sich wahrscheinlich, die Weiße hat einen Knall. Aber es macht mich glücklich. So viele Dinge, die ich jetzt einfach selbst erledigen kann oder Orte, an denen ich nun auch mal nur für einen halben Tag oder ein paar Stunden rausfahre, wenn ich Lust dazu habe. Ein Hochgefühl!

Der ein oder andere in Deutschland denkt sich wahrscheinlich, warum kauft sie sich nicht einfach ein Auto. Aber mit meiner gerade gestarteten Selbstständigkeit und nach fast 2 Jahren ohne Einkommen überhaupt, gibt es mein Budget einfach nicht her. Und ich jammere nicht. Ich entscheide das ja ganz bewusst für mich. Und erst habe ich gedacht, es macht mir nichts aus, wenn ich mir einen Fahrer gönne, um die ganzen Projekte besuchen zu können. Aber es ist einfach komisch. Obwohl Jafet, mein Fahrer, wirklich ganz bezaubernd ist, aber selbst fahren ist einfach cooler. Also flitze ich (flitze in „“, weil flitzen mit dem Auto auf Holperpisten eh max 30 bis 50 km/h bedeuten) nun  fleißig durch die Gegend.

Gestern sind wir unter anderem zu Ramah geflitzt. Das ist ein Arbeiter von Neema Village, der so lieb war, sich Ende letzten Jahres meines Schafs, was ich von Mama Iddi geschenkt bekommen habe, anzunehmen, bis ich weiß, was ich damit machen möchte. Bis ich es gewusst habe ist aus einem Schaf schon zwei Schafe geworden. Und das 2. hat eigentlich auch die Entscheidung gebracht, dass so eine kleine Mini-Schafzucht auch was Schönes ist!  Daher haben wir bei Ramah das schönste Schafbaby der Welt und dessen Mama in den Kofferraum gepackt (so macht man das hier). Ich bin wirklich stolz wie eine Mama auf diesen süßen Nachwuchs. Das Schafbaby ist perfekt! Ich schwöre es. Es ist das Schönste in dem ganzen Stall gewesen! Also haben wir sie in den Kofferraum verfrachtet und sind dann mit gar nicht so schlimmem Gemäckere zu Janes Waisenhaus rausgefahren. Eine Stunde haben sich die Schäfchen brav durchschaukeln lassen auf dem Weg zu Jane.  Auf und ab – die letzten 20 Minuten führen wirklich auf super staubigen und super holperigen Wegen zum Waisenhaus.

Dort war das Hallo groß. Die Kinder wussten schon, dass ich ihnen die Schafe bringen werde und sie haben sich schon so darauf gefreut. Welch bezauberndes Bild!

Und dann haben wir die Schafe rausgelassen. Das Babyschaf hat erstmal bei Mamaschaf was zu Essen gefasst und dann sind die beiden über das Waisenhausgelände geflitzt. Durch die Wäscheleinen durch, am Spielplatz vorbei und haben ihre wiedergewonnene Freiheit genossen.

Mama Jane und ich wollen schauen, dass wir hier noch mehr Schafen auf die Welt helfen und diese dann an die Familien, mit denen wir zu tun haben, verschenken oder auch mal welche verkaufen, um für das Waisenhaus eine Einkommensquelle zu haben. In jedem Fall möchte ich das nächste Babyschaf an Mama Iddi, die Schenkerin meines Schafes, zurückgeben. Sie soll wissen, dass ihr Schaf nicht im Topf gelandet ist, sondern das Leben anderer Menschen weiter verändert. Und das macht Laune!

Daher einfach glückliche Grüße von der Schäferin!

Eure Mariya

Meine neue Chefin – die Regenzeit!

Schon lange ist es her seit meinem letzten Blog.

Es kommt mir gar nicht so lange vor aber gefühlt regnet es schon seit Ewigkeiten und bei dem Tag für Tag eintönigen Blick aus dem Fenster und dem plätschern Tag und Nacht habe ich irgendwie gar kein Zeitgefühl mehr. Und es nervt mich schon sehr aber da ich ja „nebenbei“ mein eigenes Business gestartet habe, ist es vielleicht genau richtig so, wie es ist, da ich eindeutig mehr Zuhause bin und arbeiten kann, als das normalerweise der Fall wäre. Aber eigentlich ist es verrückt, dass ein (mein) Leben fast zum Stillstand kommt oder genauer gesagt, jede Terminplanung am Ende des Tages eh nix Wert ist, weil in der Regenzeit eigene Gesetze gelten.

Noch Eigenere, als eh schon??! Ja Ja. Bei uns vor die Türe zu gehen ist jeden Tag ein kleines Abenteuer (in Gummistiefeln). Straße ganz weggeschwemmt oder nur „ein bisschen“?  Autos und Motorräder im Schlamm steckengeblieben? Abwasserkanäle überschwemmt oder ganze Mauern verschwunden?

Daher tauschen Christopher und ich uns fast jeden Morgen per Whats app aus und besprechen, ob wir wie geplant losziehen oder nicht. Oder nicht ist momentan leider sehr oft die Antwort.

Bei den Besuchen, die ich machen kann, bringe ich gerade neben Lebensmitteln auch so dünne Notfalldecken mit, die ich von einem ehemaligen Kollegen aus der Heimat bekommen habe. Wer hätte gedacht, dass diese kleinen Dinger doch tatsächlich auch für so was sehr gut sind. Denn bei den meisten meiner Mamas regnet es rein… auf deren Lehmboden, auf Ihr Bett… und so hält die Decke zumindest etwas warm.  Leider haben wir (noch)nicht die Mittel schwupp die wupp Häuser instand zu setzen.

Doch grundsätzlich herrscht hier trotz aller Widrigkeiten gute Stimmung.  Der Regen bedeutet auch, dass es grün ist, dass Gemüse und Obst gesät und geerntet werden kann.

Also beiße ich die Zähne zusammen, zieh die Gummistiefel an und los geht’s!

Auf dass im Juni auch schon wieder alles vorbei ist 🙂

Ganz liebe Grüße

Eure Mariya

 

 

 

Dieses Mal in eigener Sache…

Auf Kundensuche!

Hallo Ihr Lieben,

dieses Mal gibt es einen Blog in eigener Sache. Nach 18 Monaten, in denen ich ausschließlich ehrenamtlich tätig gewesen bin, ist es an der Zeit für mich, wieder ins Geld verdienen zu kommen.

Gar nicht so einfach, wenn man vermeintlich alle Optionen hat. Was schnell klar war, dass es kein zurück in mein altes Leben geben soll. Ich möchte nach wie vor Zeit in Tansania verbringen, um meine Projekte zu betreuen.

Daher habe ich mich entschieden, mich als virtuelle Assistentin selbständig zu machen. Was das bedeutet? Das ich meinen Kunden Zeit fürs Wesentliche schaffe.

Das kann im Bereich des Büromanagements Emails beantworten/schreiben, Reiseplanungen, Termine koordinieren, Präsentationen vorbereiten sein.

Es kann aber auch Pflege von Facebook/Instagram und Website sein und sonst noch alles, was ich erledigen kann, ohne vor Ort zu sein.

Wer mich aus meinem Berufsleben kennt weiß, dass ich es meinen Kunden schon immer gerne leicht gemacht habe. Auf professionelle, zuverlässige Unterstützung gepaart mit sehr hohem Servicestandard ist Verlass.

Daher macht Bitte Werbung für mich oder überlegt selbst, ob am Ende Eures Tages noch so viel Arbeit übrig ist, die Ihr gerne abgeben würdet. Stundenweise, nur ein bestimmtes Projekt oder langfristig. Alles ist möglich.

Meine Homepage:  www.mariyahalapi-va.de

Schaut Euch dort um und kommt gerne auf mich zu.

So schön wäre es, wenn ich mit Eurer Unterstützung meine Kunden finde! Und mein Leben mit Phasen in Tansania weiter finanzieren kann.

Danke fürs Teilen 🙂

Eure Mariya

Wie Träume wahr werden…

es ging ganz still und leise los, als sich im letzten Jahr,  die Firma A&R Textil GmbH aus Neukirch dazu entschlossen hatte, mein Mütterprojekt im Neema Village zu unterstützen und eine Nähschule gesponsert hat. Schon damals konnte ich mein Glück nicht fassen. Alexander Horn (der Geschäftsführer) und seine Frau Betti  (mit der ich in der selben Bank gelernt habe) haben gehört, wo ich bin. Sie wollten mehr wissen und haben sich dann entschlossen zu unterstützen.

Was für ein Glück für so viele Mamis, die nun ein Handwerk erlernen durften, was so wichtig in Tansania ist. Genäht wird in jeder kleinen Straße, auf dem Markt, in der Stadt und in den Dörfern draußen.  Aus den wunderschönen bunten einheimischen Stoffen wird Sonntagskleidung und Alltagsklamotte genäht, Taschen, Vorhänge und Schuluniformen. In der Nähmschine steckt Leben. Leben im wahrsten Sinne des Wortes.

Als ich Ende letzten Jahres A&R Textil erzählt habe, dass der Zufall mich zu Jane´s Waisenhaus in Arusha  geschickt hat und ich dort tätig sein werde, dann hatten sie auch dafür ein offenes Ohr und haben sich entschlossen, auch diesem Traum unter die Arme zugreifen.

Wir haben also eine zweite Nähschule ins Leben gerufen, wo Waisenkinder im Teenageralter nähen lernen. Dank Isaak, Monika und meiner Orupa wird gelernt, geübt, gelacht  und designed.

Es gibt eigentlich keine Worte, die meine Gefühle treffen. Als ich mich damals nach Tansania aufgemacht habe, hatte ich keine Ahnung, was wir bewegen werden können. Ich hatte und habe die Zeit – aber nicht die finanziellen Mittel. Und das war ok für mich. Doch sobald man hier ist, Hände schüttelt, Mamis umarmt, Babies auf dem Schoß hat oder sich zum x.ten mal vollspucken lässt, verändert sich das. Mein Wunsch, zu helfen, hat nun Namen und Gesichter. Und ich bin zutiefst dankbar, dass so viele von Euch sich haben anstecken lassen von meinen Geschichten. Ohne Euch und Eure zahlreichen Hilfen hätte ich nichts zu tun hier.  Und wir haben viele kleine, mittlere und größere Schritte gemacht. Und dann jetzt noch  mehr große Schritte Dank A&R Textil (die übrigens nicht wissen, dass sie heute hier erwähnt werden).

Und wenn ich in Janes Waisenhaus um die Ecke komme und diese jungen Menschen sehe, die so wissbegierig sind und aufgeregt zeigen, was sie schon gelernt haben. Wenn Sie mich „Tante“ nennen (was tausendmal besser ist als „Mzungu“ (weiße – wie es am Anfang war), dann geht mir das Herz auf. Es ist ansteckend. Und mein kleiner Traum, der irgendwo in meinem Kopf ganz klein vorhanden war, traut sich vor und geht in Erfüllung. Ein kleiner Traum, der schon von einer Fortsetzung träumt.  Ein Traum für die Kids ist schon wahr geworden, weil sie nähen lernen dürfen. Doch wir spinnen alle schon neue Träume. Was wäre mit einem Nähladenlokal/Cafe in der Stadt?  Einheimische Kunden aber auch Kunden von überall auf dem Erdball zu haben. Schuluniformen im großen Stil verkaufen, Jobs für die Älteren unter ihnen, die in dem Laden arbeiten könnten. So vieles 🙂

Schauen wir mal, was davon in Erfüllung geht.

An dieser Stelle Danke an Euch alle und ganz besonders auch an Alex und Betti Horn. Danke schön, dass Ihr Träume mit wahrmacht.

Herzliche Grüße und einen tollen Start in die neue Woche.

Eure Mariya

 

 

Feststecken…

Heute Mittwoch, der Neema Tag – mit Emily sind wir los in der früh und haben gesehen, wie die Regenzeit nun wirklich nicht zu übersehen ist. Wasserlöcher überall, Hauptstraßen überschwemmt, überall große matschige Abschnitte, wo wir vorher noch nicht wissen, ob, wenn wir durchfahren, es noch ein nachher geben wird oder ob wir nicht einfach stecken bleiben.

Anna, meine Kollegin, die gestern nicht zur Arbeit kommen konnte, weil vor ihrem Zuhause alles überschwemmt gewesen ist. Die starke Strömung hat zwei der Nachbarskinder mitgenommen, Müll und zum Teil der Hausstand der Menschen schwimmt am Straßenrand umher.

Und ich denke an meine letzten Wochen – ich bin nach Hause geflogen über Ostern. Grund: Heimweh. Festgesteckt in den Wirrungen meiner Zukunftspläne. Bleiben. Nicht bleiben. Geld verdienen? Selbständigkeit angemeldet. So viel, dass ich in meinem eigenen Hochwasser gestrandet bin und mein Ausweg ein Flug nach Hause gewesen ist. Meine Mama, die mich sofort in diese Glücksblase eingeschlossen hat, wie es wohl nur Mamis können. Lieblingsessen, Ausflüge in die Natur und eine Bestärkung in allem was ich tue. Meine Freunde und ihre Familie mit Tonnen von Schokohasen, Umarmungen, Aperol Sprizz und Mädels Abenden. Mut und Kraft aufgetankt. Und meine Mutter, die sagt, Du musst nicht wieder zurück, wenn Du nicht willst.

Ich weiß. Doch ich will. Auch wenn es manchmal nicht einfach ist.

Doch die Menschen, die ich hier begleiten darf, verdienen es, dass ich noch etwas durchhalte. Da ist Mama Iddi, die im letzten Jahr kein wasserdichtes Dach über dem Kopf hatte. Heute schon.

Da sind kleine Familien, denen wir helfen, den Mut nicht zu verlieren, wenn das Leben auch, insbesondere bei diesen Wetterbedingungen, härter ist als eh schon. Mit Lebensmitteln und Kleidung aushelfen, Mieten bezahlen bis sie soweit sind, wieder für sich selbst zu sorgen. Gebrauchte Kleider für ein Kleiderbusiness, Kapital für den Obst/Gemüsehandel. Ihnen Nähen beizubringen, um das irgendwann als Geldeinnahmequelle nutzen können. Und noch so Einiges.

Ich stecke fest und buche einfach einen Flug nach Haus, um wieder aufzutanken. Diese Menschen stecken gerade nicht selten im Matsch fest oder haben ihn gleich im Hause. Keine leichte Option. Also bleib ich dran…

Arusha today

 

Und füge hinzu, dass ich trotz Regen in der Nacht trockenen Fußes, bei Sonnenschein den Rest des Tages verbracht habe und immer noch draußen im Freien die schöne milde Luft genießen darf während ich diesen Blogpost schreibe.

Grüße aus Arusha

Eure Mariya