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Willkommen zurück!

Oft ist es erstmal holperig, wenn ich zurück in Tansania bin.Dieses mal – Trotz Corona-Virus und Anflug mit Mundnasen-Schutz und Visier -scheint dass quasi das Schlimmste gewesen zu sein.Anzukommen und ein Zuhause zu haben, was sich jetzt auch schon ganz schnell so anfühlt (Dank Nachbarn, die das Auto regelmäßig bewegt haben, damit die Batterie dieses Mal auch die drei Monate überlebt und den Kaffee Vorrat schon im Haus platziert haben.Kollegen zu haben, die ich mit ausreichend Schoki im Gepäck im Büro besucht habe. Natürlich mit Abstand – und im Moment leider ein sehr abgespecktes Team, weil die Reisebranche auch in Tansania natürlich brach liegt.Ein Wiedersehen mit den Kids im Waisenhaus, mit einem Freund, mit den Nachbarskindern, die schon bei mir eingezogen sind und ganz bezaubernd sind hat mich gleich ankommen lassen.Und spätestens seit gestern, als ich in der Tat an einem Tag 3-mal von der Polizei raus gezogen wurde habe ich mich gleich extrem willkommen geheißen. Zu schnell gefahren, am Zebrastreifen nicht gehalten und nochmal so was Komisches. Muss tatsächlich morgen erstmal 2 davon bezahlen gehen.Herzlich Willkommen Zuhause sag ich da nur.Und ich darf mich morgen aber auch wieder mit der Näh-Lehrerin Orupa treffen, um zu besprechen, wann wir wieder den Unterricht aufnehmen werden. Ich darf auf Ladensuche in Arusha gehen – es wird einen kleinen Laden/Cafe geben, welchen wir eröffnen werden für Janes Nähschule Anfang nächsten Jahres. Tolle Pläne haben wir und ich bin froh hier zu sein. Denn es ist sehr ruhig in Arusha und Umgebung. Corona Virus legt die Menschen und deren Leben brach. Wie bei uns Europa auch – aber halt auch nicht wie in Europa. Kein Kurzarbeitsgeld oder sonst irgendwelche Unterstützung vom Staat. Bei meinem Besuch in Monduli bei unseren Familien, die wir betreuen gab es Tränen, weil sich niemand sicher war, ob wir überhaupt nochmal kommen.Und daher wünsche ich uns allen auch in schwierigen Zeiten immer Grund für Hoffnung. Kleine schöne Momente, die uns durch harte Zeiten hinweghelfen.Wenn wir gesund sind, ein Dach über dem Kopf und im Moment den Sommer in der Heimat genießen dürfen, dann ist das ein Geschenk.Viele dieser Geschenke für Euch!Eine dicke Umarmung aus Arusha -Eure Mariya

Meine Mamas in Monduli

Die ganzen letzten Wochen denke ich schon, dass es höchste Zeit für einen Blog ist.

Höchste Zeit für ein Update für Euch und für einen Versuch etwas finanzielle Unterstützung für die Mamas in Monduli zu bekommen. Und dann ist das kuriose… mein Blog ist noch nicht geschrieben. Ich denke aber darüber nach, was ich da hineinschreibe, damit ich Eure Aufmerksamkeit bekomme und dann kam die Unterstützung quasi schon vor dem Blog. Auf einmal melden sich liebe Menschen unter Euch, die Ihre Hilfe anbieten. So nach dem Motto: es ist höchste Zeit, Dich zu Unterstützen. Wo kann ich helfen?

Lieber Gott oder liebes Universum, welches ganz klar meine Bestellung erhalten und richtig verstanden hat 🙂 Danke schön!

Und um was geht es? Um die Mamas in Monduli und deren Familien. Der Corona Virus ist dort zwar in offiziellen Zahlen nicht hoch, doch der Shutdown dieses Landes bedeutet keine Arbeit (für die aus der Gruppe, die überhaupt einer Nachgehen konnten). Kein Nähunterricht durch uns (Schulen sind ausgesetzt wie hier). Die Regierung fordert die Menschen hier auch auf, Social Distancing zu machen. Doch seien wir mal ehrlich. Wenn die Mama Elijah nicht in dem überfüllten Dala Dala (Bus) in die Stadt fährt um Ihr Obst und Gemüse zu handeln dann kann sie gar nicht fahren.

 

Wenn Bertha nach Hause kommt, dann wohnen sie nun mal zu 5. in einem Einraumzimmer – alle verteilt auf 2 Betten. Nicht zu fahren und zuhause zu bleiben heißt in Ihrem Fall nichts zu Essen auf dem Tisch für 5 Menschen. Bertha sollte eigentlich einen kleinen Laden eröffnen im Herbst letzten Jahres. Dann wurde sie am Blinddarm operiert und ist seit dem nicht wieder so richtig auf die Beine gekommen. Und nun Corona Virus .. ..einen Laden zu finden, Geld zu verdienen ist für sie noch Zukunftsmusik. Daher zahlen wir ihr und Joyces Familie nach wie vor Miete und geben Lebensmittel an insgesamt 4 Familien aus. Versuchen, diesen Frauem Mut zu machen. Berthas ältester Sohn hat die Primary School beendet und möchte eigentlich diesen Herbst mit der Weiterführenden Schule loslegen. Eine gute Schule kostet hier ca. 800 EUR pro Jahr.  Auch hier würden wir gerne Unterstützung leisten. Berthas Sohn Emanuel ist ein Schätzchen. Clever und fleißig. Und Bildung doch der Schlüssel, um hier Leben verändern zu können.

Eine Menge Dinge, die wir tun möchten. Einen Teil habe ich quasi schon von Euch bekommen – bevor ich das hier geschrieben habe. Herzlichen Dank dafür. Insbesondere da ich weiß, dass im Moment auch bei uns Ausnahmesituation ist. Viele von Euch haben Kurzarbeit oder Home Office und Home-Schooling. Daher herzlichen Dank an Euch! Und falls jemand findet, dass er gerne zum Beispiel für Emanuels Schule was beisteuern würde, dann immer gerne! Einfach Kontakt mit mir aufnehmen.

Hier ein paar Bilder dieser wunderbaren Menschen. Übrigens hält mich Pastor Peter aus Monduli auf dem Laufenden. Alle sind, den Umständen entsprechend,  froh und munter und ich hoffe, dass mein geplanter Flug im Juli auch so geht und ich mich dann persönlich vor Ort davon überzeugen kann!

Herzliche Grüße und eine dicke Umarmung für Euch

Eure Mariya

 

In diesen Zeiten…

Corona Virus. Tag 3 in Tansania – wo es bei Euch in Deutschland und Europa schon richtig ans eingemachte geht – geht es heute bei uns los.

Keine Schule, Kindergarten, geschlossene Restaurants und Bars. Alles kein Thema – keine Arbeit zu haben, da keiner bei uns Reisen bucht oder sie wieder storniert ist schon eher ein Thema. Mein „Nachhause-Flug“ zu Ostern, der auf sehr unsicheren Füßen steht, da der Flugbetrieb noch weiter eingeschränkt wird. Irgendwie doof..

Ich tue das, was wir alle glaube ich gerade ganz viel machen: Ich tausche mich aus. Erzähle wie es mir geht und möchte natürlich auch wissen, wie es in der Heimat ist.

Und dann tauschen wir uns aus – „meine Mädels“.

Ich habe eine Whatsapp Gruppe mit meiner Mädels-Kochrunde (ich sag immer noch Mädels… aus dem Mädelsalter sind wir definitiv raus)

Wir sind weit verstreut -sowohl auf der Landkarte als mit dem, was wir so tun in unserem Leben. Und doch ist es so, dass wir trotzdem verschweißt sind. Die Lange Zeit, das früher gemeinsam gelebte Hobby und nun einfach schon viele viele lustige, leckere Kocherlebnisse.

Und ich möchte heute nicht über Tansania schreiben – ich schreibe über Zuhause (das ist diese Runde nämlich ein Stück weit für mich). Und wir alle sitzen auf einmal in diesem Boot zusammen. Flüge fallen aus, Reisen können nicht gemacht werden. Der Partner kann nicht besucht werden, weil Grenzen gesperrt sind. Quarantäne, weil man jemanden kennt, der jemanden kennt der den Corona Virus hat.

Wir werden in Urlaub, auf Kurzarbeit oder ins Home-Office gesteckt und sind alle damit beschäftigt abzuschätzen, wie schlimm es ist. Angst vor dem Virus selbst?

Eher nein…

Doch ich höre eine „meiner Mädels“, eine Unternehmerin, die erzählt, wie Sie Ihre Läden hat zuschließen müssen. Auf diesen Schultern lasten definitiv mehr Existenzen als in meinem kleinen Mikrokosmos. Und ich weiß, meinen Blog lesen viele – viele, die ganz verschiedene Herausforderungen stemmen müssen gerade.

Und da habe ich mir gedacht, dass dieser Blog einfach für Euch ist. Für die da draußen, die nicht wissen, ob Ihr Unternehmen noch sein wird, wenn dieser Sturm vorüber ist. Für diejenigen, die gerade einen Lieben Menschen nach einer OP nicht auf der Intensivstation besuchen können. Für diejenigen welche Ihre Liebsten vermissen, weil die gerade keine Grenzen überqueren können

Ich bete – weil mir das manchmal hilft.

Ich bete für Euch. Für uns. Dass das, was aus dieser Zeit heraus entsteht etwas Gutes sein wird. Das wir vorher nicht den Mut verlieren. Das wir Kraftorte und Menschen haben, die uns durch diese besondere Zeit helfen und dass wir, wenn wir das durchgestanden haben klar sind in dem, was wir tun wollen wenn wir quasi wieder ins „Freie“ dürfen. Vielleicht genau das, was wir eh schon immer gemacht haben, weil es genau das Richtige für uns ist . Oder etwas ganz anderes! Weil Zeit Zuhause (mit sich selbst auseinander gesetzt) ein neues Türchen aufgemacht hat.

Von meinem Kraftort ein Paar Bilder 🙂

Alles Liebe für Euch – ich umarme Euch

Eure Mariya

Durchgerüttelt..

Ihr Lieben, es ist schon seltsam gewesen. Wie so oft – nach ein paar Monaten in Deutschland bin ich seit Mitte Januar wieder in Tansania. Mein Herzensort, an dem es aber trotz Herz immer ruckelt.Und so hat es auch die ersten Wochen geruckelt.Bei Einreise nicht das „richtige“ Visum erhalten (Dank meines Jobs für Tansania Specialist habe ich ja das Glück, mit einem Business Visum einreisen zu dürfen. Leider nicht ausreichend Unterlagen am Einreise-schalter dabei gehabt. Dafür dann eine Woche später wieder raus gefahren an den Flughafen mit ausreichend Unterlagen und einem netten Kollegen, der alles durchgeboxt hat.Es geht weiter mit Nähschülern, die sich mit der Lehrerin streiten. Ein Haus für die Kinder, was erstmal nicht fertig gestellt werden konnte, da wir doch mehr Geld benötigen, als geplant. Regenzeit in einer Zeit, wo es eigentlich gar nicht regnen sollte…Eine Vertrauensperson, die unser Vertrauen nicht zu würdigen gewusst hat.Dann hole ich mein tolles altes Mietauto ab. Hier wusste ich bereits, dass mein Vermieter Mr. Bernard deutlich mehr haben will als das bisher der Fall war. Na ja. Meiner Meinung war der vorherige Preis schon mehr als nur ein bisschen frech.. Nach langem hin und her nehme ich das Auto für die nächsten 4 Wochen und sage ihm, dass ich es nach 4 Wochen wiederbringe. Gesagt – getan.Und dann passiert es: ich muss ganz doll raus aus meiner Komfortzone und mache einen Ausflug mit meinen neuen Kollegen von Tanzania Specialist zum Ngorongoro Krater, dem für mich wohl schönsten Ort auf Erden.Und auf einmal rumpelt es nicht mehr so sehr. Obwohl es im wahrsten Sinne des Wortes mit noch sehr viel mehr geholpere losgegangen ist.Abfahrt vom Büro aus, welches etwas außerhalb von Arusha ist. Erst siegt meine Bequemlichkeit. Ich frage Jafet, der mich schon öfters durch die Gegend gefahren hat, ob er das Übernehmen würde. Mein Preis ist sehr weit entfernt von seinem…. Was ist da los? … also entscheide ich mich für die Dalla Dalla Fahrt 😊 die mich im wahrsten Sinne des Wortes in den tanzanischen Groove reingerüttelt hat.Von unserem Zuhause aus geht es erstmal ca. 30 Minuten ins Stadtzentrum. Dort muss ich umsteigen. Jennifer hat mir erklärt wo und wie. Ich werde natürlich nicht fündig aber ich frage mich durch und ein netter Fahrer, der gerade selber Pause macht bringt mich über 5 Mio Ecken, Berg auf und ab, um die Pfütze, durch die Pfütze zum richtigen Bus. Ich frage den Fahrer nach Kisongo? Ja . Er hat meinen Rucksack quasi schon eingeladen – also ich einfach hinterher, weil ich mich so freue prompt im richtigen Bus zu sein. Als ich und mein Rucksack quasi schon in diesem Mini VW Rüttel Bus stehen müssen, weil er schon voll ist fällt mir Jennifers Warnung ein. Es sei eine lange Fahrt nach Kisongo. Ich solle lieber auf einen Bus warten, der noch Sitzplätze hat. Zu spät, denke ich, und dann fährt der Bus schon. Ganz wunderbar war, dass quasi noch am Anfahren 3 weitere Herren eingestiegen sind. Der volle Bus war nun voll voll und ich halb gebeugt, schrägt, den Popo irgendjemandem ins Gesicht gestreckt. Einen Rucksack, der in die Falsche Richtung kippen wollte und ich aber leider keine Hände frei hatte, da diese sich an irgendwelchen Querstreben festklammern mussten um nicht den Halt zu verlieren. Eine alte Frau war so lieb und hat sich dem Rucksack angenommen. Ich habe mich aufs Festhalten konzentriert und auf nicht zu viel Körperkontakt (was nicht ging) und nicht umfallen (was eh schwierig gewesen wäre). Gefühlte 45 grad Innentemperatur und ich habe nur gedacht: Jennifer.. Du hast ja sooooooo recht 😊Und trotzdem musste ich so sehr lachen.Und vielleicht denkt Ihr, die spinnt. Ein bisserl Busfahren. Aber ein bisserl Busfahren ist hier ein intensives Erlebnis. Und so sind wir gerumpelt und gerumpelt und gestanden und gerumpelt bis ich nach 45 Minuten einen Sitzplatz ergattert habe. Für 2 Stationen. Und dann bin ich ins Büro gelaufen. Füße weh, Muskelkater in den Beinen und wachgerüttelt. Wachgerüttelt, dass das Leben ein Abenteuer ist und doch eh alles gut ist.Ich bin an meinem Herzensort – und manchmal dauert es länger, bis das Herz es fühlt. Doch nun ist es an den richtigen Platz gerüttelt und ich bin sicher, die Mamas und Kinder aus den Projekten werden, wenn sie es eh nicht schon sind, auch noch wachgerüttelt.In diesem Sinne einfach ein paar Bilder von meinem Herzensort.Ich drück euchEure Mariya

Ist denn schon wieder Weihnachten…?

Gerade bin ich ja in Deutschland. Gefühlt arbeite ich rund um die Uhr – um meinen Traum Leben zu können. Den Traum, weiter sehr viel Zeit in erster Linie in Tansania zu verbringen. Meinen Mamis dort unter die Arme zu greifen, Kinderaugen strahlen zu sehen und vor allem viele Umarmungen zu geben und klebrige Kinderpatschehände zu halten. Dabei zu sein, wenn Hoffnung wo Einzug hält, wo sie vorher nicht zu sehen war. Stolz in Augen funkeln zu sehen, wo man mir vorher ausgewichen ist mit dem Blick.

Natürlich klappt auch vieles nicht. Ich würde es Euch und mir schön reden, wenn ich das nicht sehen und hier erzählen würde. In einer der Nähschule wird irgendwas genäht (aber nicht das ,was man mir erzählt hat (und auch nicht so ordentlich, wie ich mir das vorstelle) und bei Nachfragen kommen die lustigsten Missverständnisse auf. Frauen tauchen nicht zum Unterricht auf oder Stunden später. Projekte kosten viel mehr, als am Anfang veranschlagt wird. Wenn ich jemanden abhole, kann ich locker mal eine Stunde irgendwo rumsitzen und warten, weil das eben so ist.

Ich starte mit Plan A in einen Tag und dann ist jemand Krank, wir fahren mit ihm ins Krankenhaus (dort warten wir Stunden, bis wir hören, dass nichts gemacht wird), dann fahre ich zurück (auf dem Weg werde ich von der Polizei angehalten und zahle: Geld für Abendessen) und auf dem Weg zu mir nach Hause bleibt das Auto liegen oder stehe ich im Stau oder oder oder… meine Mitbewohnerin hier in Tansania sagt nach so einem Tag zu mir: … ach so .. .ein ganz normaler Tag in Afrika halt!

So ist es 🙂 Ein ganz normaler Tag. Und ich liebe diese „ganz normalen Tage“ – insbesondere, da sie bunt und aufregend sind und voller Leben pulsieren.

Ich freue mich also, bald wieder zurück zu sein.

Und ich möchte vor Weihnachten „Danke sagen“ an Euch! Danke für Eure Unterstützung (finanziell und moralisch). Ohne diese hätte ich es nicht geschafft.

Und quasi während ich hier schreibe drücke ich uns die Daumen, dass es weitergeht mit Eurer Hilfe und der Unterstützung von vielen anderen, damit ich noch lange etwas verändern kann in Tansania und ich selber weiterhin dort meinen Traum leben darf.

Herzliche Grüße!

Eure Mariya

Lebenszeichen

Wie im Fluge vergeht die Zeit. Schon bin ich etwas über einen Monat in Deutschland.

Egal, wie lange oder kurz meine Besuche hier ausfallen, es ist immer eine Menge los und ich habe auch immer diese Zeit, in der ich zwar da bin, aber auch irgendwie nicht.

Zwischen diesen so verschiedenen Welten zu pendeln fühlt sich manchmal richtig unwirklich an.

Und ist aber auch so wichtig. Durchatmen, arbeiten, Menschen von meinen Projekten zu berichten ist für mich unglaublich wichtig. Ohne diese Zeit in Deutschland wäre es mir nicht möglich, meine Zeit in Tansania zu finanzieren und auch Geld für die Projekte einzusammeln.

Und, obwohl ich manchmal ahne, dass sich Dinge ergeben werden, weiß ich es am Anfang aber oft noch nicht, was wie geht und nun, ein paar Wochen weiter habe ich ordentlich Arbeit und auch wieder die finanzielle Basis für die Projekte ausbauen können. Nach wie vor scheint dieses Leben das Leben zu sein, welches zu Leben meine Bestimmung ist. Dafür bin ich sehr dankbar!

Anbei ein paar Bilder, die ich von meinen Freunden aus Tansania geschickt bekommen habe, damit ich auch weiß, was sie machen ohne mich.

Ein weinendes Auge – weil ich sie alle sehr vermisse.

Und ein lachendes Auge -weil ich glücklich bin, dass ich in der Zeit hier in Deutschland wieder die Basis schaffen konnte, auch wieder zurück zu gehen.

Also kneife ich mein weinendes Auge zusammen und zähle die Tage bis zur Rückkehr im Januar.

Und genieße es, mit Freunden zu sein und quasi jeden Tag Lieblingsessen zuhause gekocht zu bekommen. Nicht ständig aus dem Straßenverkehr gezogen zu werden (was in Tansania gefühlt ja ununterbrochen vorkommt) und nicht ständig irgendwelche Strafzettel runterverhandeln zu müssen ist auch ein Traum.

Liebe Grüße aus zwischen zwei Welten!

Eure Mariya

Ist es wirklich schon so weit… ?

Nächste Woche geht mein Flug zurück nach Deutschland. Und wie es gerne auch im Job früher gewesen ist, wenn man so kurz vorm „Ferienstart“ ist , kommen einem die Tage bis dahin vor wie eine Ewigkeit. Doch zu tun gibt es auch noch so viel.

Und dann… . kann es wirklich sein, dass ich nun schon 2 Jahre in Tansania bin? Mein Visum läuft aus – also ist es ganz sicher so. Vorbei gegangen wie im Fluge. 2 Jahre, in denen ich anfangen durfte, einen Traum zu leben. Ein Leben, so anders, als alles andere, was ich vorher gemacht habe. Ein „Arbeitsalltag“, der nicht noch verschiedener sein könnte, als mein Alltag in Deutschland gewesen ist.

Und nun bin ich stolze Schafbesitzerin (Schaf und Baby Schaf), Mieterin einer Klapperkiste, die auch irgendwann einfach auch klappernd stehen geblieben ist und wir dank einer Menge Hilfsbereiter Männer auch weiter konnten. Inhaberin unzähliger Heiratsanträge von Polizisten, die mich seit April insgesamt 30 (!!!)mal aus dem Verkehr gezogen haben, ein Heiratsantrag, der noch schwebt, weil mein Massai – Freund Baba Ramah, als ich gesagt habe, dass ich nur die „Erste“ sein will und nicht Zweit -oder Drittfrau, er daran noch arbeiten möchte 🙂 Ich bin Lieblings-Tante von meinen Lieblingsnichten und -neffen bei Janes Waisenhaus und ich schätze mich sehr glücklich, über dieses bunte Leben.

Doch ich freue mich auch sehr auf den neuen Abschnitt.

Was passiert in dem?

Ich werde pendeln. Im 3monatigen Rhythmus werde ich sowohl in Deutschland sein (hier vor allem arbeiten, um meine finanzielle Tansaniakasse wieder aufzufüllen) und über meine Projekte zu sprechen. Aber ich freue mich auch auf Ruhe im Straßenverkehr, keine schwindligen Heiratsanträge und ich bin hier zwar nicht die Tante, aber eine Freundin und ich freue mich, meine „Seelenverwandten“ wieder öfter um mich zu haben und quasi das schöne aus beiden Welten kombinieren zu dürfen.

Im Januar geht es dann wieder 3 Monate nach Tansania, um weiterhin das zu tun, was ich angefangen habe.

Eine kleine Geschäftseröffnung steht an, sobald ich wieder in Arusha sein werde. Ein kleines Café/ Schneiderei, in dem die älteren Waisenkinder von Janes Waisenhaus, welche jetzt schon in der Nähschule eine Menge gelernt haben, arbeiten können. Nähen, um die Dinge zu verkaufen, die sie anfertigen. Hier stehen Schuluniformen, Kleider, Taschen, Rucksäcke und noch viele mehr auf der Agenda.

Es ist ein Traum von Jane und mir und ich freue mich, so etwas mit anpacken zu dürfen. Nicht „mein“Cafe – aber „ein Cafe“ mit einem kleinen Schneider Lokal.

Ihr seht, es bleibt spannend! Viele tolle Dinge zu tun.

An dieser Stelle ein Dankeschön an alle, die fleißig meinem Blog folgen und mich und die Projekte auf so vielfältigen Wegen unterstützt haben und immer noch unterstützen.

Wer Lust hat, mich zu sehen, wenn ich Zuhause bin, soll sich einfach melden 😊

Ich halte Euch auf alle Fälle auf dem Laufenden, wie es weitergeht.

Liebe Grüße – gerade noch aus Arusha! – Eure Mariya

Wann ist ein Ziel erreicht.. ?

Noch in Deutschland hat mir eine liebe Freundin diese Frage gestellt. Wann habe ich mein Ziel erreicht oder was muss der Status Quo sein, damit ich sage, mein Tansania-Projekt ist „erfolgreich“?

Die Frage beschäftigt mich seitdem und jetzt zurück in Tansania möchte ich gerne meine Gedanken mit Euch teilen.Wann ist mein Ziel erreicht? Grundsätzlich hat diese Frage ja seine Berechtigung und gerade ich als ehemalige Bankerin bin geneigt dazu, so eine Frage in Zahlen zu beantworten. Und dies könnte ich an dieser Stelle auch tun. Doch wollte ich einfach die Frage in diese Runde hier hinauspusten.

Und dazu möchten ich nochmal erzählen, dass, als ich ursprünglich beschlossen habe, meinen Job zu kündigen und als ehrenamtliche Entwicklungshelferin nach Tansania zu gehen der Treiber ein sehr egoistischer gewesen ist. Ich war auf der Suche nach Glück. Nach meinem Eigenen. In meinem Leben musste Veränderung her.Ich habe mir keine Gedanken darüber gemacht, dass ich etwas positiv im Leben anderer bewirken möchte.

Das stand, um ehrlich zu sein, nicht auf meiner Agenda.

Doch in Tansania zu sein und die Aufgabe bekommen zu haben, Müttern und Waisenkindern zu helfen, hat meine Perspektive verändert. Es geht nicht mehr um mein persönliches Glück. Es geht darum, diesen wundervollen Menschen in ihrem Leben unter die Arme zu greifen. Menschen, die oft kein Dach über dem Kopf haben oder nur ein feuchtfröhliches. Die nicht genug Geld haben, um ihren Babys ausreichend Lebensmittel kaufen zu können. Die nicht ausreichend gebildet sind, um einer vernünftig bezahlten Tätigkeit nachzugehen.

Heute habe ich folgendes gelesen:„Alle Dinge, die von dir ausgehen, kehren zu dir zurück.SIEBENfach.

Ihr braucht euch also nicht darum zu kümmern, was ihr zurückbekommen werdet. Ihr braucht euch nur darum zu kümmern, was ihr gebt. Im Leben geht es darum, die höchste Qualität des Gebens zu erreichen, nicht die beste Qualität des Bekommens.“

Liebe Freundin zu Hause:Vielleicht ist das meine Antwort. Ziel erreicht.

Ich erfahre Glück, in dem ich den Menschen hier helfe, ihr Leben zu verändern. Ich sage nicht, dass das ein einfaches, ungetrübtes Glück ist. Ich bin weit weg von guten Freunden, die ich auch mal vermisse. Ein Ehrenamt bietet mir nicht die finanzielle Basis, die ich auch hier zum Leben brauche. Menschen kommen hier mit Sorgen an, denen ich oft erstmal nicht gewachsen bin.Doch trotz allem erfüllt es mich. Zeit und Trost und Unterstützung geben. Gemeinsam fröhlich sein.

Vielleicht sollten wir mal die Perspektive wechseln. Uns aus dem Ergebnis, was wir am Ende erhalten wollen mal rauslösen und mehr darüber nachdenken, was wir vorne geben. Und darauf vertrauen, dass das Geben zu uns zurückkehren wird – SIEBENFACH.Siebenfache Glücksmomente für uns Alle!

Wäre das nicht toll?

Auf Rückmeldung von Euch freue ich mich!

Eure Mariya

Für Freunde gekocht

Auf den Spuren von Pilaw, Kuku, frittierten Bananen und mehr..

Ich liebe das Essen in Tansania einfach. Egal, wo ich bin, erhalte ich fast immer nur leckeres Essen. Ich wähle meistens die vegetarische Variante, da das Fleisch, was hier beim Metzger so „rumhängt“ einfach nicht so gut aussieht und mir dann auch ganz oft einfach nicht schmeckt.

Bei meinem letzten Besuch in Monduli haben die Mamas für mich „Kuku na Chipsi“ gekocht (Brathühnchen und Pommes) und ich fand es so eine tolle Idee, dass ich für meinen Besuch in der letzten Woche ein Gegenkochen veranstalten wollte und das auch gemacht habe.

Ich bedeutet in diesem Falle Tanja, mein Besuch aus Deutschland, Christopher und seine Frau Mary, Mama Vinzenti, die die Chefin in dieser Runde gewesen ist, Jafet, Julius und ich.

Jafet hat uns nach Monduli gefahren. Uns und zwei tote Hühner, ein totes Rind und Tonnen von Reis, Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln und mehr. Auf dem Speiseplan standen Pilaw (ein toll duftendes, mit Masala gewürztes Rindfleischgericht), frittierte Bananen und Kartoffeln, gebackene Hähnchenteile, ein Curry mit Rindfleisch und Gemüse, Krautsalat, Wassermelone, Mango und Ananas.

Was für ein Spaß aber auch wie viel Arbeit. Wie man einfach schnippelt und kocht und frittiert mit nichts als mehreren Plastikeimern, 1 Minisparschäler, ein paar Messern, Töpfen, Mörser. Wir Frauen haben 5 Stunden lang Holzfeuer gemacht, Karotten mit einem Minisparschäler geschält (also Tanja), Kraut mit Minisparschäler oder Messer in Ministücke gehobelt, Knoblauch und Koriander zu einer Paste verarbeitet, gerührt, geschwitzt, probiert, Kartoffeln geschält, noch mehr gerührt und gekocht. Richtig klasse.

Mary hatte Schürzen und Kochhauben für uns dabeigehabt. Wir haben die nach dem Kochen zum Servieren angelegt. Jedes Gericht und jede Beilage hat seinen eigenen Plastikeimer erhalten, aus dem wir dann in die Teller geschöpft haben. So wie es sich hier gehört wird all das auf einem Teller aufgehäuft und dann mit den Fingern gegessen. Das heiße, flüssige Curry war da eine ganz schöne Herausforderung.

Aber als ich da so saß mit fast 20 Kindern, den 4 Mamas, Pastor Peter und seiner Frau, Judith (die Nählehrerin) und meinen Mithelfer-Freunden und den Blick schweifen lies über diese Runde war ich zutiefst dankbar ein Teil davon sein zu dürfen. Diese Menschen, die oft nur einmal pro Tag eine Mahlzeit zu sich nehmen. Fleisch so gut wie nie, Reis eher selten. Und nun dieses Festmahl. Das ist zu schön und da ich alle schon eine Weile kenne hat es sich für mich angefühlt, als bin ich Gastgeberin, die mit Freunden gekocht hat, um noch mehr Freunde zum Essen einzuladen. Definitiv ein Zuhause-Gefühl!

I

 

In diesem Sinne wünsche ich Euch schöne Erlebnisse mit Freunden!

Eine Freundin –

Mariya

Herzlich Willkommen Zuhause!

Eigentlich wollte ich nicht schon an Tag 1 nach einem schönen und sehr erholsamen Urlaub in der Heimat bloggen, aber so ein Hallo wollte ich Euch nicht vorenthalten.

Heute morgen quatschen Jennifer, meine Mitbewohnerin und ich und bringen uns auf den jeweils neuesten Stand der letzten Wochen und der Pläne für die Kommenden. Jennifer fragt, was so auf meiner Tagesordnung steht für heute und meine Antwort: ich mache schnell meine Wäsche und dann verbringe ich den Rest des Tages ganz entspannt auf der Terrasse und koordiniere die Besuche für nächste Woche.

Während wir quatschen habe ich schon die Waschmaschine angeworfen. Wer sich an meinen Bericht über diese/unsere Waschmaschine erinnern kann, weiß eventuell noch, dass man viele manuellen Schritte hierzu machen muss. Na ja… und leider, wie ich nach heute weiß, kann man auch mehrere Dinge tun, die definitiv nicht gleichzeitig gemacht werden sollten oder nur dann, wenn man direkt daneben steht und aufpasst. Was ich an diesem morgen nicht tue. Ich quatsche… mit Jennifer …. In der Küche… Während die Maschine schon wäscht und immer noch Wasser einfüllt. So lange, ihr ahnt es schon, bis ein schwall Wasser um unsere Füße schwappt. Viel Wasser. So viel Wasser. Es hat mich doch etwas an mein Hochwasser-Erlebnis aus dem Frühjahr erinnert. Also wir rein in die Waschküche. Wasser ausstellen. Maschine anhalten. Wasser schöpfen, Wasser schöpfen, Wasser schöpfen und noch mehr Wasser schöpfen. Wieder mal musste jedes Hand- und Spültuch daran glauben, als Wischmopp zu dienen. Und dann musste das ganze Aufwischzeug ja wieder, inklusive meiner Wäsche, nochmal gewaschen werden in der Wundermaschine. So wurde aus dem entspannten Tag ein feuchtfröhlicher Waschtag. Jennifers Kommentar: Herzlich Willkommen Zuhause! Ja, hat geklappt. Ich habe doch gleich gemerkt, dass ich wieder in Tansania bin.

Bilder habe ich keine gemacht, war ja beschäftigt gewesen.

Doch ein paar Bilder von unseren schönen Blumen vorm Haus, die mich duftend erwartet haben gibt es dafür. Und die habe ich auch mit einem Feierabend-Drink auf der Veranda genossen.

 

„Karibu sana“ – Herzlich Willkommen zurück.

Eure Mariya