Najalihouse…

Ein Traum wird war – einer von den „Eigenen“.

Jeder, der öfters mit mir im Gespräch ist, weiß, dass meine Liebe zu Tansania und seine wunderbaren Menschen nicht weniger wird. Und dass ich mich nach wie vor sehr oft kneife, um zu testen, ob das wirklich alles so mein Leben ist, wie es nun mal ist. Und ich bin dankbar für das Schicksal, Herrn Google und alle anderen Mächte, die mich hier her geschickt haben. Und ich sage immer wieder, dass das so ein riesen Glück gewesen ist, vor ca. 7 Jahren für ein paar Wochen als Volunteer nach Tansania gekommen zu sein. Es hat mein Leben auf den Kopf gestellt.

Und nun ist es soweit. Semu und ich haben unser Najalihouse für Euch geöffnet. Und da nun auch in der Corona-Pandemie etwas Normalität eintritt freuen wir uns, ab August diesen Jahres Gäste aufzunehmen. Eigentlich kann ich es fast nicht glauben, dass wir das wirklich tun. Aber gerade ich bin die, die sagt, jeder sollte ein Mal in seinem Leben Gelegenheit haben so etwas zu erleben.

Najali ist kiswahili und bedeutet sich kümmern. Und Semu und ich kümmern uns. Unser Herz schlägt für die schwächeren Glieder in der Gesellschaft Tansanias. Waisenkinder, Kinder in Not und alleinerziehende Mamas mit ihren Familien. Im Najalihouse könnt Ihr eintauchen in das Leben hier und mitwirken, die Lebensumstände der Menschen zu verbessern. Ihr helft dabei, Leben zu verändern und werdet höchstwahrscheinlich Eures verändern.

Schaut auf unsere Webseite – und macht Werbung für uns oder noch besser: kommt selber! 🙂

http://www.najalihouse.com

Karibu Sana Tanzania.

Semu & Mariya

Deborah und Jackson

Ein Blog aus der Heimat….

Zunächst ein herzliches Dankeschön nach Tettnang für die Spende für Mama Alphas Hasen-/Hühnerstall. Hier meine Geldübergabe. Da folgen bestimmt „bald“ Bilder der neuen Tiere.

Heute möchte ich von einem meiner letzten Besuche in Janes Waisenhaus erzählen.

Von Deborah und Jackson.

Ich habe noch viel Zeit in Janes Waisenhaus und der Nähschule verbracht. Das sind einfach ganz bezaubernde Kinder und junge Erwachsene.

Aktuell sind zwei der Großen in einem Coaching. Deborah ist 18 und Jackson 19 Jahre alt. Beide haben sie die Schule schon vor einer Weile beendet. Doch leider gibt es noch keine Perspektive für sie, um dem Waisenhaus entwachsen zu können. Sie beide sind in unserer kleinen Nähschule. Es ist immer ein Bild für Götter, wenn der lange Jackson in mitten der Mädels sitzt und näht. Tischsets, Taschen, Vorhänge und Girls-Sanitary-Pads.

Annett Michalski hat das mit dem Coaching in die Wege geleitet. Deborah und Jackson sind quasi die Testhasen für einen Verein, der jungen Erwachsenen kostenlos Trainings zur Verfügung stellen wird um ihnen zu helfen, ihre Träume und Stärken heraus zu arbeiten und auch Wege, wie sie diese erfüllen können.

Was bei uns fast „normal“ ist ist in Tansania ein Novum. Insbesondere für diese Kinder in dem Waisenhaus. Zunächst mussten wir die technischen Herausforderungen wuppen.

Hier hat nicht jedes Kind Whats App und Internet. Das erste Zoom Meeting fand mit meinem Laptop statt – da wo das Netzwerk am Besten gewesen ist (draußen auf der Veranda). Das Zoom Meeting war bald ein Waisenhaus-Sammelmeeting, da jeder doch so gerne hören und sehen wollte, mit wem die beiden da sprechen. Nicht sehr effektiv – aber ok 😊

Das können wir jetzt schon besser. Und es ist schön zu sehen, dass die beiden sich Gedanken machen müssen über ihr Leben. Über Ihre Stärken. Bei der Frage, wie andere sie sehen sind sie erstmal bei ihren Mitbewohnern vorbeispaziert, um sich Feedback zu holen. Da passiert gerade eine Menge mit diesen beiden Kids! Es ist schön, dass sich jemand Zeit für sie nimmt. Sie wertschätzt. Und ich hoffe sehr, dass sich etwas auftun wird, damit die Beiden bald einen nächsten Schritt in Ihrem Leben gehen können. Deborah ist in der Nähschule genau richtig – hier wäre eine eigene Nähmaschine und irgendwann ein Miniladen ihr Traum.

Bei Jackson kristallisiert sich immer mehr heraus, dass er gerne noch die Schulbank drücken möchte bzw. gibt es hier College´s, in denen er 2 Jahre lang handwerklich ausgebildet wird. Je nach Interesse kann das Schreinern, Elektrik oder was anderes sein. Wenn es sich im Coaching nicht noch ändert, möchte Jackson gerne als Automechaniker ausgebildet werden.

Ich drücke Beiden die Daumen, dass ihr Fleiß und Ihre Geduld belohnt wird und sich bald was auftut.

Herzliche Grüße aus der Quarantäne!

Eure Mariya

Jammern auf hohem Niveau? – Mama Alpha

Ihr Lieben, wie geht es Euch in den immer noch verrückten Corona-Zeiten?

In 2 Wochen geht mein Flug zurück nach Deutschland – in der Hoffnung, dass ich dort auch arbeiten kann in den nächsten 3 Monaten. Verrückte Lockdowns und verwirrende Regelungen machen es spannend. Ich bin zutiefst dankbar für die Zeit hier, die ich frei leben und gestalten konnte.

Und komme eventuell wieder in einem Lockdown zurück nach Deutschland. Vor 2 Wochen wurde Tansania auch noch als Hochrisikogebiet eingestuft von der deutschen Regierung. Heißt Test vor Abflug, Test bei Ankunft und 10 Tage Quarantäne. Aber wegen dem würde ich jetzt wirklich auf sehr hohem Niveau jammern. Aber es hält mich hier jetzt schon auf Trab. In Tansania einen Corona Test zu bekommen, der bei Einreise in Deutschland nicht älter als 48h ist scheint fast ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Doch ein Freund, der bei Tansania Specialist arbeitet, ist für unsere Gäste der „ Head“ of Covid und ist so bezaubernd, mir zu helfen und alles zu organisieren. „Dont worry Mariya“. Ok. Das kann ich machen.

Warum schreibe ich jammern auf hohem Niveau. Ich zitiere eine Freundin von mir, die das gestern in den Raum geworfen hat. Und was in den letzten Wochen oft Worte von Euch gewesen sind, wenn wir telefoniert/gemailt haben. Jeder ist etwas unter Strom, die Situation erfordert eine Menge Nervenstärke. Doch ist Euch auch bewusst, dass es „uns“ doch eingentlich gut geht. Marie gestern hat gemeint: es sollte jeder in seinem Leben mal für ein paar Tage nach Tansania kommen! Dann wüsste er/sie schon.

Ja und ja und ja. Kommt alle, dann wenn die Lage so ist, dass ihr das mit einem guten Gefühl tun könnt, seid ihr immer herzlich Willkommen.  Es ist in der Tat ein Erlebnis und insbesondere in meinem Leben hat es viele Dinge relativiert.

Letzte Woche zum Beispiel haben wir Mama Alpha besucht. Mama Alpha gehört zu den Mamas in Monduli, die wir mit dem hearts for families programm unterstützen. Mama  Alpha gehört zu den Mamas, die uns unheimlich stolz machen. Mit Nähen hat sie angefangen und mit 2 Hühnern. 2 Jahre später waren es 10 Hühner und eine kleine Hasenfarm. Sie hat selbst herausgefunden, wo man umsonst Englisch- und Computerstunden nehmen kann. Wir unterstützen sie bei den Fahrtkosten zur Schule. Immer hat sie eine Überraschung für uns parat. Da geht einem das Herz auf. Sie hat die hübschesten 3 Jungs, die man sich vorstellen kann. Es gibt einen Mann – aber der ist quasi nie da. Daher wuppt sie die Familie. Das Leben.

Leider hat es gebrannt letzte Woche. Der Hühner/Hasenstall ist hat Feuer gefangen und ist komplett abgebrannt. Neben dem Stall ist ihre Kochfeuerstelle gewesen. Sie kocht mit Holz. Es muss wohl irgendwie noch nachgeglüht haben und hat Feuer gefangen als sie nicht zuhause war. Alles weg. Die Hühner. Die Hasen. Schlimm. Als ich dort war und die verkokelten Reste gesehen hat… so schlimm. Die süße Maus war nur froh, dass das Wohnhaus (in dem ihre Kinder mit der Oma gewesen sind) nicht Feuer gefangen haben. „Nicht so schlimm, Mariya. Dann fang ich halt nochmal von vorne an.“

Und das ist wohl bezeichnend für viele der Menschen hier in Tansania. Sie sind sehr pragmatisch in Ihrer Lebenssituation.

„Nicht so schlimm. Dann machen wir es einfach nochmal… mach Dir keine Sorgen Mariya“

Wenn ein Hühnerstall abbrennt, wenn Mama Eliasi zum hundertsten Mal irgendeinen Hautausschlag hat, den niemand vernünftig behandeln kann. Wenn Du seit über einem Jahr keinen Job hast, weil wegen Corona niemand das Land besucht. Wenn die Mädels zum Millionsten Mal meine Bestellungen richtig falsch ausgeführt haben und wenn ich im Schlamm stecken bleibe und einen wichtigen Besuch erst in der nächsten Woche machen kann. – no worries! Hakuna Matata

Hier gibt es keinen Lockdown – doch Corona prägt auch dieses Land sehr, da Tourismus ein so wichtiger Einkommensfaktor wäre. Und nun ist der Staatspräsident Magufuli gestorben am 18. März. Vielleicht an einem Herzleiden (offizielle Version) oder an Corona. Magufuli, der behauptet hat, dass Corona weggebetet worden sei und Tansania kein Problem mit Corona hätte. Mit Sicherheit ist das Problem auch nicht vergleichbar mit dem, was in Europa passiert aber trotzdem. Und nun hat man noch 3 Tage vorher quasi erzählt, dass mit ihm alles ok ist. Auch wenn er gerade nicht öffentlich zu sehen ist. Er arbeite brav und fleißig in seinem Büro. Und dann ist er tot. Staatstrauer ist angesagt und die Leute trauern (laut: weil das ist auch deren Mentalität). Doch oh ton ist schon wieder: no worries Mariya. Es wird alles gut.

Die Nachfolgerin Samia Suluhu Hassan ist die erste Präsidentin in einem südostafrikanischen Land. Ich muss etwas darüber schmunzeln und sage zu meinen Freunden hier: No worries. Es wird alles gut.

Ich glaube, eigentlich ist Tansania noch nicht bereit für eine Frau am Steuer. Aber Mama Samia ist die Vizepräsidentin gewesen und das Gesetz regelt die Nachfolge Magufulis so.

Wunderbar. Magufuli war nämlich ein Verfechter von Frau zu Hause am Herd. Nun ist seine Vizepräsidentin die neue Chefin des Landes! Ich wünsche ihr alles Gute dafür! Da könnten auch viele gute Dinge daraus entstehen.

Und daher schicke ich Euch ins Wochenende ein Hakuna Matata – no worries. Es wird alles gut.

Ich finde ja, jammern ist auch ok. Man kann nicht immer nicht jammern. Das Leben ist ein Abenteuer – und gerade mit Corona fordert es von jedem ganz unterschiedliche Dinge ab. Und manchmal ist man einfach nicht gut drauf. Viel Mut und Kraft für all die Dinge, die Euch auf Trab halten.

Hier ein paar Bilder von Mama Alpha, ihren süßen jungs und dem abgebrannten Stall.

Hakuna Matata

Herzliche Grüße aus Arusha.

Eure Mariya

Ein Glückskoffer

Höchste Zeit für einen Blog.

Ich wurde schon darauf aufmerksam gemacht, dass es so ruhig um mich herum ist.

Annett von Hand in Hand for Tanzania war gerade aus Deutschland zu Besuch. Und da ist immer viel los. Die Zettelchen und Bilder für meinen Blog landen da am Ende des Tages oft nur in einer Mappe und warten darauf, weitergetragen zu werden. Mir geht es also gut und heute gibt es die Geschichte vom Glückskoffer.

„Samaritan Orphanage“ ist ein Waisenhaus, welches von uns unterstützt wird. Vor ein paar Jahren wurde dort eine Miniklinik gebaut/Dispensary wo Annett vor ca. einem Jahr ein Ultraschallgerät spenden konnte. Es ist immer schön zu sehen, dass Menschen aus der Gemeinde Zugang zu einer vernünftigen medizinischen Versorgung haben. Nachdem Annett hier bei 2 Patienten bei der Untersuchung mit reinschauen konnte sind wir ins Waisenhaus rüber. Die älteren Schüler waren in der Schule. Die „kleinen“ Zuhause.

Es riecht etwas streng – … nach Baby, Pipi und sonst so Zeug…  die Babies spielen auf einem Teppich, der selbst schon streng riecht. Egal. Luft anhalten und durch 😊 Ein nur ein paar Monate altes Zwillingspärchen sitzt da schon und wartet auf uns. Und dann kommen die Kids, die eigentlich hätten Mittagsschlaf machen sollen auch da zu und ruck zuck haben wir eine Party.

Musik von den Nannies und glückliche klebepatsche Hände überall um uns herum. Aber es war wunderbar. Die Kinder würden sich bestimmt über mehr Aufmerksamkeit freuen. Wegen Corona kommen quasi keine Volontäre. Die Nannys machen eine wunderbare Arbeit – doch bleibt einfach nicht viel zusätzliche Zeit, um die Kinder in Ruhe zu verknuddeln. Heute machen das Annett und ich.

Und dann ist da noch dieser Kofferinhalt, den Annett von einer Freundin zuhause mitgebracht hat. In ganz viele Beutel verteilt hat sie das heute mit dabei und stellt es auf den Tisch. Hosen, Oberteile, Schuhe, Mützen, Regenjacken – der Wahnsinn. So viele tolle Sachen. Und die Kinder sind so aufgeregt und rennen sofort mit der Klamotte, die wir ihnen in die Hand drücken los zum aus/umziehen. Jacke an und wieder aus. Schuhe? Nein ? nicht schön genug? Ok! Dann andere. Und so weiter. Mützen gehen von Kopf zu Kopf. Jeans hängen auf Halbmast. Ein kleines Kind bleibt leider bis zum Ende ohne Mütze weil einfach keine passende mehr da war…brenzlig. Doch wir konnten dafür mit coolen Schuhen aufwarten und die gute Laune war gesichert.

Erstaunlich – egal wo wir sind auf dieser Welt. Diese Kids wissen schon ganz genau, was sie mögen und nicht. Es war so wunderbar, deren strahlende Gesichter zu sehen, als sie in den neuen Klamotten dastanden. Pure Freude! Ich weiß nicht, ob die Kofferpackerin in Deutschland sich darüber klar war, dass neben dem Nutzen natürlich hier noch so viele glückliche Kinderaugen für uns und sie gestrahlt haben.

Vielen Dank für den Glückskoffer!

Herzliche Grüße aus Arusha.

Eure Mariya

Good luck Goodluck!

Jetzt bin ich schon seit über einer Woche wieder zurück in Tansania und so oft war ich schon unterwegs und habe gedacht: Ja , ja.. dazu schreibe ich gleich heute Abend einen Blog. Und dann passieren Millionen andere Dinge oder im Laufe des Tages finde ich es gar nicht mehr so erzählenswert.

Doch heute ist in jedem Fall ein Tag, der es verdient, geteilt zu werden.

Weil es ein guter Tag ist! Und weil er trotzdem so „typisch“ Tanzania ist, dass ich hoffe, es schickt gute Energie ins verschneite Europa.

Heute morgen treffe ich mich mit Jovitha um mit ihr gemeinsam in Goodlucks Schule noch schnell die letzten Dinge zu erledigen, damit er die weiterführende Schule besuchen kann. Da ich gerade noch kein Auto habe fahre ich mit dem Dala Dala zu unserem Treffpunkt. Ein kleiner Minibus der ganz oft schreiend bunt bemalt ist und ganz oft den Eindruck macht, gerade an seinem Lebensende angekommen zu sein und kurz vorm Zusammenbruch ist. Doch es ist billig – also immer voll. Wer wie wir mit Corona Abstandhalten gewohnt ist, muss hier einmal ziemlich tief durchatmen und sich erstmal an Körperkontakt gewöhnen (bzw. manchmal besser nicht durchatmen – aber kuscheln). Irgendwie mag ich es. Nicht immer – aber wenn man nur sich dabei hat und kein Gepäck, dann ist das einfach die Beste Art, Land und Leute zu erleben.

Wir fahren also zu dieser Schule.  Goodluck ist 17 Jahre alt und hat das letzte Jahr zuhause verbracht mit seiner Mama und seinen 4 Geschwistern. Wir kennen Goodluck weil seine Mama, Bertha, in Monduli in unserem hearts-for-families Programm ist. Eine alleinerziehende Mama, welche am Anfang in einer Bruchbude gehaust hat, die quasi schon in sich zusammengefallen ist. Trotzdem hat ihr liebes Lächeln mich im ersten Moment gepackt.

Bertha ist ein ganzes eigenes Kapital wert – doch heute geht’s um Goodluck. Goodluck, dessen Name in seinem Leben leider bisher kein Programm gewesen ist. Kein Vater, der sich kümmert. Eine alleinerziehende Mama, die mal mit und mal ohne Arbeit ist und kaum genug zusammenkratzen kann, um ihre Kinder gut zu versorgen. Die Primary School hat er irgendwie geschafft, aber leider ohne Empfehlung auf eine weiterführende Schule. Ein Jahr ist vergangen, wo er nicht so recht in die Puschen gekommen ist. Und dann hat Bertha immer wieder mit uns das Gespräch gesucht, was mit ihrem Jungen passieren soll.

Eine private Weiterführende Schule kann sich Bertha nicht leisten. Schule, Material, Schuluniformen – da kommt man auf eine Jahresgebühr von ca. 1.000 EUR.  Dies ist auch für einen Verein wie Hand in Hand for Tansania eine ganze Menge Geld – insbesondere nur für eine direkte Person verwendet. Doch Bildung ist so ein wichtiger Schlüssel für junge Menschen– also bin ich sehr dankbar, dass Annett´s Verein mit auch Euren Spenden das wahr machen konnte. Zumindest für das erste Jahr, denn hier muss er sich nun erstmal beweisen.

Als wir ihn am Samstag in der Schule abgeliefert haben inklusive einer Kiste mit Stiften, Blöcken, Kissen, Handtuch, Din A 4 Papier, Notizbücher, Tasse, Teller, Löffel (was wir kurz vorher noch alles eingekauft haben gemeinsam auf dem Markt) war ich schon sehr glücklich. Es war nicht ganz klar, ob wir diesen Tag wirklich erleben würden mit ihm. Die 1. und 2. Annahmeprüfung hat er nicht bestanden. Doch meine Freundin Jovitha, die selbst Lehrerin ist, war immer mit dabei und hat mit der Schulleitung gesprochen, dass wir uns sorgen machen, dass er ohne Schule auf der Straße landen wird. Er durfte ein 3. Mal den Test machen. Den hat er zwar auch nicht bestanden – aber er gehört nun in eine kleine Sondergruppe von Schülern, die ähnliche Probleme haben wie er und mit denen wird separat gearbeitet bis er nach etwa einem Jahr in die restliche Klasse eingegliedert wird.

Daher also ein besonderer Glücksmoment am Samstag.

Da das Büro nicht mehr besetzt gewesen ist, mussten wir heute nochmal los um das Geld für die Uniformen und Taschengeld abgeben. Zu spät losgefahren, einige Dinge vergessen zu besorgen, Regenfluten abwarten, im Matsch die Straße entlang um fehlendes Equipment einzukaufen, wieder zurück, im Büro anstehen, an der Schulkasse anstehen, zahlen und wieder los. Im Gästebuch haben wir uns drei Stunden nach Eintritt wieder ausgetragen.

Der Wahnsinn. Doch trotzdem gut und wichtig. Weil Goodluck uns erzählt hat, dass er froh ist, wieder in die Schule zu dürfen und nicht seinen Nachbarn in seinem Dorf aus dem Weg gehen muss, weil diese ganz oft Alkohol trinken und irgendwelches Zeug rauchen. Und dass möchte er nicht.

Auf die Frage, was er denn möchte kam: der Mama helfen und die Familie unterstützen…

Ganz viel Glück dafür – Good luck Goodluck!

All the best for you.

Herzliche Grüße aus Arusha – so schön, wieder hier zu sein.

Eure Mariya

Made in Tansania – perfekt unperfekt

Ich weiß ja nicht, wie es Euch so geht  – doch in der Vorweihnachtszeit und zum Jahreswechsel lasse ich gerne mal Revue passieren, was das Jahr so gebracht hat. Gutes? Schlechtes? Wo bin ich? Und wo mag ich hin?

Ein verrücktes Jahr – das Corona Jahr. Ich persönlich habe trotz allem ein wunderbares Jahr 2020 verbringen dürfen. Dank Eurer Unterstützung (und eigener Fleißarbeit) durfte ich 6 Monate in Tansania verbringen. In Tansania geht das Leben mit Corona weiter. Nicht mit kranken Menschen und täglichen Meldungen über Neuinfizierte, Genesene und Verstorbene. Aber mit einer wirtschaftlichen Einbuße, bei der jeder schauen muss, wie er überlebt und nicht verhungert. In Arusha, wo ich lebe und die Tourismusbranche die meisten Arbeitsplätze liefert herrscht ausgestorbene Stille. Viele haben seit April keine Arbeit mehr und nur langsam kommen wieder Besucher ins Land. Ich wünsche uns allen – hier und dort, dass im neuen Jahr bald ein Schritt Richtung neue Normalität geht, in der Menschen auch wieder reisen können und wollen. Um die Welt oder auch nur nach um die Ecke.

Bilanz zu ziehen heißt in meinem Fall Danke zu sagen. Oft weiß ich am Anfang meiner Reise (in beide Richtungen) noch nicht, ob und wie ich hinbekommen werde, was ich tun will. Doch alles regelt sich immer irgendwie im Positiven. Viele hier und in Tansania helfen mir mit Rat und Tat, finanziell, mit einem Job, mit Verständnis und Geduld, mit Muskelkraft und mit Nervennahrung und gekühltem Wein im Kühlschrank mit. Und das ist wunderbar. Ich bin zuversichtlich, dass solange Tansania meine Bestimmung ist, es auch den Weg geben wird, diese Bestimmung zu Leben.

Mein Leben in Tansania ist oft nicht perfekt. Dieses Jahr breche ich einen Rekord in ungeschminkt durchs Leben gehen (was ja früher in meinem Leben in München nicht vorstellbar war). Mit nicht gebügelten Klamotten und meist mit Luftgetrockneten Haaren. Mit staubigen Füßen und abgewetzten Nägeln. Nicht perfekt. Aber perfekt zufrieden.

Und so sind auch die wunderbaren Dinge, die ich von den Mädels aus Jane´s Waisenhas mitgebracht habe. Made in Tansania – bunt und wunderbar. Und nicht perfekt. (und das nicht perfekte hätte mich auch zur Weißglut bringen können bei der Abholung der Ware … aber ich habe Ruhe bewahrt:-)

Da sind die Tischmatten manchmal unterschiedlich groß, auf der Handtasche purzeln die Perlen ab und auf den nächsten ist noch Kugelschreiber drauf. Ohrringe sind nicht richtig identisch 🙂 Nicht perfekt – aber mit viel Liebe entstanden. Und vielleicht ist die Nichtperfekte Tasche das perfekte Geschenk an Weihnachten für einen lieben Menschen von Euch.

Dann lasst es mich wissen.

Folgendes gibt´s zu Bestellen (Preis ist inklusive Porto innerhalb Europas) – wenn möglich stelle ich auch persönlich zu. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Ich habe den Koffer voller perfektem Glück im Oktober schon mitgebracht und liefere, bis nichts mehr da ist.

1 Paar Ohrringe – 2,50 EUR
Handtasche – 25 EUR
Beutel – 10 EUR
Beutel 10 EUR
Beutel – 10 EUR
Stoffbeutel – 10 EUR
Kinderschürze blau – 10 EUR
Tischuntersetzer klein – 2,50 EUR pro Stück
Tischuntersetzer groß – 2,50EUR pro Stück
Tischuntersetzer groß – 2,50EUR pro Stück
Tischuntersetzer groß – 2,50EUR pro Stück
Kinderschürze pink – 10 EUR
Kinderschürze rostrot – 10 EUR

Danke für Eure Bestellungen.

Liebe Grüße – bleibt gesund.

Eure Mariya

Upendo – Liebe

Anfang dieser Woche stand der Besuch des Upendo  -Lepra-Centers in unserem Kalender.

Upendo heißt übersetzt Liebe.

Es hat etwas gedauert, bevor ich nun Worte zu Papier bringe, die meinen Gefühlen zumindest ein bisschen Ausdruck verleihen können.

Schon allein, dass man 2020 noch überhaupt ein Lepra-Center haben muss hat mich erst mal dazu bewegt, im Internet zu recherchieren. Der Kontakt ist über Prosper Lyimo (dem Bischof der katholischen Kirche für den Bezirk Arusha) entstanden. Ich hatte das Vergnügen, ihn besuchen zu dürfen, da seine Schwester eine ganz liebe Freundin von mir ist.

Er hat mir angeboten, alle Besuche von Projekten zu organisieren, welche ich gerne sehen möchte. Und eines der nähergelegenen Projekte ist das Upendo-Lepracenter in der Nähe von USA River, was so eine gute halbe Stunde Fahrt weg von Arusha liegt.

Jovitha und ich sind mit Sister Grace, der Schwester, die die Besuche für uns organisiert hat,  losgefahren und haben das Upendo Zuhause aufgesucht. Nach der typischen Huckelpisten-Anfahrt (die mittlerweile aufgrund langer Trockenzeit immer schön heiß und staubig ist) sind wir angekommen und wurden mit offenen Armen von Schwester Ritha und ihren Mitschwestern begrüßt. Wegen Corona ist Besuch gerade Mangelware – daher ist der Jubel groß, dass wir uns die Zeit nehmen, sie zu besuchen. Wir werden auch nicht wieder entlassen, bevor wir nicht Chai-Tee und ausreichend Essen zu uns genommen haben.

Lepra ist eine bakterielle Infektionskrankheit und tritt vor allem in tropischen und subtropischen Regionen mit hoher Bevölkerungsdichte und niedrigem hygienischen Standard auf. Zu den besonders betroffenen Ländern gehören unter anderem Indien, Nepal, Mozambique und Tansania. Pro Jahr erkranken weltweit ca. 200.000 Menschen neu an dieser Krankheit.

Im Upendo-Center (haben wir bei unserem Besuch „ die Älteren“ getroffen. 65 Jahre und aufwärts. Insgesamt leben in Upendo 45 Menschen. 30 Lepra-Erkrankte und deren Familie (wenn diese sie nicht vorher schon verlassen hat). Bei einer Lepraerkrankung nimmt das Center gerne die ganze Familie auf – damit niemand zurückgelassen werden muss.

Doch oft ist es diese eine erkrankte Person. In Arusha gibt es einen Teil etwas außerhalb der Stadt, in dem sich quasi ein Lepra-Dorf befindet. Die Menschen wurden ausgestoßen und suchen dort gemeinsam Schutz. Leider alle auf engem Raum und ohne irgendwelche hygienischen Standards, die so wichtig wären einzuhalten. Daher gehen diese bezaubernden Schwestern regelmäßig hin und versuchen die Kranken zu überreden nach Upendo umzuziehen. Um medizinisch versorgt zu werden und ein sicheres Dach über dem Kopf zu haben. Familie, Gespräche, Freundschaft.

Herzzerreißend.

Ich habe nicht viele Bilder geschossen – aber der ein oder andere Mitbewohner ohne Finger, Zehen… , die Geschichten dahinter  – das beschäftigt mich immer noch. Wir haben uns alle einander  vorgestellt und wo wir her sind und was wir hier machen. Auch die Mitbewohner haben sich über den Besuch gefreut. Etwas Abwechslung von ihrem Alltag. Aber auch eine Frau, die ganz bewusst ihre Hände vor uns versteckt hat.

Und Schwester Ritha und ihre Mitschwestern, die erzählen, dass der ein oder andere trotzdem mal abhaut und zurück in die Stadt geht um zu Betteln, um sich was Persönliches leisten zu können.

Und die Menschen haben Lepra – aber sie sind halt einfach auch nur kranke, alte Menschen. Streiten, machen alles, was sie nicht sollen und das was sie mithelfen sollten, ganz sicher nicht. Schon jetzt kann ich nur staunen, dass diese Schwestern das fröhlich erzählen und hier Tag für Tag – Jahrein/Jahraus diesem Ruf folgen. Und, als wenn es so nicht schon schwierig genug wäre sind die Bedingungen vor Ort wirklich sehr sehr arm.

Es ist sehr sauber. Es gibt Hühner und eine Farm. Die Pumpe des Wassertanks ist leider seit Monaten kaputt – daher kann hier nicht ausreichend gegossen werden.

Die Zimmer sind einfache Zimmer – die Toiletten soweit weg, dass diese armen alten Menschen das in der Nacht (ohne Licht, den Strom gibt es leider auch ganz oft nicht) gar nicht verlaufen können. Ich sehe Bettpfannen unter den Betten.

Ein Schmuckstück ist ihr Webstuhl und drei Mitbewohner, die diesen Webstuhl bedienen und zauberhafte Decken herstellen. Als ich die gesehen habe, hat es mir quasi die Sprache verschlagen. So wunderbar. Bei den nächsten Reisen hin und her muss ich da den Koffer voll machen. Wegen Corona liegen diese Decken einfach auf Lager. Normalerweise versuchen sie, diese an Hotels und Lodges zu verkaufen um Geld für Lebensmittel, Saatgut und Hühnerfutter zu haben.

In einer Ecke im Hof sitzt ein Pärchen, wo beide wohl über 80 Jahre alt sind und er füttert sie, weil sie keine Hände mehr hat. Sie haben sich hier im Upendo kennengelernt.

Ich muss darüber lächeln. Egal, was das Leben bringt. Verliebt sein, Partner und Helfer zu sein – dazu zieht es uns immer. Irgendwo dazu zu gehören. Ob wir 20 Jahre oder 80 Jahre sind. Ob wir gesund oder krank sind. Und im Upendo ist es möglich, weil die Schwestern ein Zuhause geschaffen haben für Menschen, die in Tansania  keine Chance auf ein Leben in Würde haben würden außerhalb dieses Centers.

Meine Hochachtung liebe Sister Ritha. Und ich komme definitiv zurück an diesen Ort und besuche die Mitbewohner und Schwestern und kann Ihnen hoffentlich von Zeit zu Zeit etwas Gutes tun.

In Liebe –

Eure Mariya

Zeit für einen Blog….

…aber über was?

Nicht, dass nix passieren würde. Manchmal passiert im Gegenteil so viel, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.

Heute möchte ich an Euch, die mir vor Ort in Deutschland quasi Geld zu stecken, um einfach was damit anzufangen – Danke sagen und erzählen, wo es die letzten 14 Tage hingegangen ist:

Pastor Peter zum Beispiel, mit dem wir in Monduli eines der hearts-for-families Projekte haben, hatte einen Verkehrsunfall vor fast 3 Wochen. Sein Bus ist von der Straße abgekommen. Der Fahrer war (wie so oft hier) viel zu schnell, die Bremsen haben nicht richtig funktioniert und so hat der Busfahrer die Kontrolle über den Bus verloren.  2 Tote sofort an der Unfallstelle. Andere, die danach im Krankenhaus nicht mehr aufgewacht sind. Pastor Peter hat einen gebrochenen Arm und eine Kopfverletzung, die ihm immer noch zu schaffen gemacht hat, als ich ihn nach 1 Woche getroffen habe. Er erzählte uns davon und hat gemeint es sei auch eine Nachsorge notwendig. Das CT kann er sich im Moment noch nicht leisten. Er hätte aber schon angefangen, Geld zu sammeln. Einen (sehr kleinen) Teil hat er schon. Puh denke ich…  das kann ja noch ein Jahr dauern bis der Arme sich die Untersuchung leisten kann. Also geben wir mit dem Verein was dazu. Dann reicht es immer noch nicht ganz . Aber meine – Eure- Notfallkasse reicht aus, um den Rest drauf zu legen. Und Geld für Busfahrt hin und her und Essen gibt es auch noch. Die liebe SMS die ich dafür an dem Tag bekommen habe zaubert mir heute noch ein Lächeln ins Gesicht. Noch froher bin ich, dass alles gut verlaufen ist und auch am Kopf keine Folgeschäden sind.

Hier sind wir bei Pastor Peter im Einsatz

Ich bringe Eliah und Ritha, zwei von Janes Waisenhauskindern letzten Sonntag in die Schule. Die beiden gehen außerhalb von Arusha in die Schule. Saft und Obst und Kekse für unterwegs. Ein bisschen Taschengeld. Ein neues Schloss für den Spint in der Schule (weil das zuhause vergessen wurde). Geld für den netten jungen Mann an der Straße, den wir nach dem Weg fragen mussten. Er war so lieb und ist mit uns bis zur Schule und wieder zurück gefahren an den Punkt, wo wir ihn um den Weg gefragt haben.  Hat einfach mal ein Stündchen mit uns verbracht.

Bei mir Zuhause sitzen die Guards alle vor den Toren. Greyson, der auf uns aufpasst und die Nachbaraufpasser. Da die Jungs mir immer gerne helfen, teile ich alle meine Essensreste und manchmal kaufe ich etwas Extra um es mit Ihnen teilen zu können.

Oder gestern war ich mit den beiden Nählehrerin von Janes Waisenhaus in der Stadt um Nachschub an Stoffen zu kaufen und was wir sonst noch so gebraucht haben. Die beiden reisen mit dem Pici Pici (Motorroller-Taxi) und Dala Dala (kleiner öffentlicher VW Bus) an und wieder ab. Da gebe ich Ihnen immer etwas „Fahrtgeld“, wofür sie auch immer ganz dankbar sind. Und dafür ist in der „Notfallkasse“ immer Geld parat.

Also herzlichen Dank an Euch – für große und kleine Freuden, die ich erfüllen kann und das Leben leichter machen!

Grüße aus Arusha

Eure Mariya

Einen kleinen Gruß zum Wochenbeginn…

Die letzten 3 Wochen haben mir ganz schön was abverlangt. Fuß verstaucht, blöd rumliegen, dann wieder los gehen (langsam langsam). Feststellen, dass nicht alles so läuft, wie man es sich so vorgestellt hat. Pläne begraben, neue schmieden. Puh.Doch ihr sollt ja auch wissen, dass es nicht immer rund läuft.Ob die Pandemie Grund dafür ist oder einfach der normale Wahnsinn? Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte.Doch mussten wir in fast allen Nähprojekten nachjustieren, weil quasi nichts passiert ist.Ich kann Euch gar nicht sagen, wie groß meine Enttäuschung gewesen ist, als ich nach einigen Wochen hin und her rennen feststellen musste, dass die Dinge nicht gut aussehen.Doch als ich bei den Projekten vor Ort war und gesehen habe, dass da aufgrund von fehlenden Besuchern und Spenden einfach die Sorgen sich nicht ums nähen drehen sondern darum, genug essen auf dem Tisch zu haben für alle Kinder. Da kann ich schon verstehen, dass sie nicht noch geschaut hat, ob der Nähunterricht gut besucht ist.Doch unten seht Ihr ein paar Bilder. Wir haben den Unterricht am Samstag wieder gestartet. Ein paar Regeln fest gezurrt und Mut gemacht, dass die wunderbaren Dinge, die sie hier nähen werden auch Käufer finden wird oder sie auch für sich selber Dinge nähen können, die das Leben für sie erleichtert.

Und dann hat mich heute morgen „unser“ junger Greyson, der sich um Garten, Schutz und sonstiges kümmert wachgeküsst (natürlich nicht im wahrsten Sinn des Wortes) . Er ist neu bei uns und hat (ohne dass ich gefragt habe) einfach mein Auto gewaschen. Es hat nach Wasser geschrien! Die letzten Wochen in denen ich abwechselnd durch Schlamm und Staub gefahren bin haben ihm ganz schön zugesetzt.Und ich habe die ganze Zeit schon gedacht, dass es ganz dringend eine Wäsche braucht.Und dann war es heute morgen einfach schon erledigt. Und ich habe mich so gefreut, dass ich ihm ein kleines Taschengeld gegeben habe (weniger als 2 EUR Gegenwert). Dank Google Translate und eigenen Sprachkenntnissen konnte ich ihm auch erklären, warum er das bekommt.Als Greyson fertig war kam er und hat Folgendes in mein Telefon getippt:Liebe Maria, herzlichen Dank.In dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin gab es ganz oft Tage, an denen wir nichts oder nur einmal am Tag was zu Essen bekommen haben. Wir sind es gewohnt ohne Essen durch den Tag zu kommen. Aber Dank Dir werde ich heute Mittag etwas zu Essen haben.…..

Habt eine schöne Woche! Mit Essen auf dem Tisch.

Eure Mariya

Hearts for famililes – Hautnah

Annett von Hand & Hand for Tanzania war gerade hier und das ist immer eine wunderbare Zeit, die ich mit Ihr verbringen kann. Ihr Herz und die Herzen Ihrer Familie und Freunde schlägt für Tansania und gemeinsam versuchen wir, Bedingungen zu verbessern.Mit Ihr stand auch ein Besuch in Monduli auf dem Plan. Hier haben wir die Mamas besucht, die wir vor fast vor 2 Jahren kennen gelernt haben.Unsere Gruppe ist um Joyce geschrumpft – hier unten auf dem Bild mit Ihrer Familie.img-20181220-wa0003542245607.jpgSie ist nach Arusha gezogen, wo Sie einen Job hat. Das ist wunderbar und ich drücke ihr die Daumen, dass sie den noch lange hat.

Dafür haben wir eine neue Mama aus dem Dorf kennengelernt – Flora.Pastor Peter hatte uns gebeten sie zu treffen und uns Ihre Geschichte anzuhören.Flora…. Eine allein erziehende Mama von 2 Kindern.

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Der Ehemann hat sie verlassen, als bei dem kleinen Joshua Jackson bei Geburt Meningitis diagnostiziert wurde. Zwar, wie wir heute wissen, eine Fehldiagnose, aber das war dem Guten wohl zu viel an Zukunftssorgen. Er ist gegangen. Mittlerweile aber leider auch verstorben.

Flora steht nun da mit Ihrer älteren Tochter Nancy und dem kleine Joshua. Keinen Job, keine medizinische Versorgung des Kleinen, die sie sich leisten könnte und dann haben ihre Eltern sie auch noch gebeten, das Elternhaus sobald wie möglich zu verlassen.Sie erzählt und erzählt und ich bin im Stillen dankbar, dass unsere Wege sich gekreuzt haben. Denn sie lächelt uns während dem Erzählen ruhig an, hat den kleine auf den Arm und eine bezaubernde Teenager Tochter neben sich und ist bereit für Veränderung. Hat Ideen und ist offen.Wir sind nun dabei ein neues Zuhause für diese kleine Familie zu finden und erstmal die Miete zu übernehmen. Mit Lebensmitteln zu helfen und mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.Darüber hinaus haben wir den kleinen Joshua schon bei einem Arzt gehabt. Für die nächsten Monate helfen wir bei der Finanzierung der Physiotherapie für den Kleinen. Die ist (im Verhältnis zum Lebenseinkommen in diesem Lande) gar nicht so günstig. Doch der Arzt ist zuversichtlich, dass Joshua nach 3 -6 Monaten regelmäßiger Bewegungstherapie in der Lage sein sollte zu Laufen.Das sind gute Neuigkeiten.

Wenn ich nicht direkt da vor Ort sitzen würde, könnte ich es manchmal kaum fassen, wie schlecht die gesundheitliche Versorgung ist. Und egal welche, sie für die armen Menschen hier nicht mal zugänglich ist, weil sie sie nicht bezahlen können.Joshuas Geschichte ist eine von Vielen, die uns hier immer wieder über den Weg laufen.Schön, dieses Mal ein Körnchen in die „Gut-Waagschale“ für diese süße Familie werfen zu können.

Herzliche Grüße aus Arusha –Eure Mariya