Upendo – Liebe

Anfang dieser Woche stand der Besuch des Upendo  -Lepra-Centers in unserem Kalender.

Upendo heißt übersetzt Liebe.

Es hat etwas gedauert, bevor ich nun Worte zu Papier bringe, die meinen Gefühlen zumindest ein bisschen Ausdruck verleihen können.

Schon allein, dass man 2020 noch überhaupt ein Lepra-Center haben muss hat mich erst mal dazu bewegt, im Internet zu recherchieren. Der Kontakt ist über Prosper Lyimo (dem Bischof der katholischen Kirche für den Bezirk Arusha) entstanden. Ich hatte das Vergnügen, ihn besuchen zu dürfen, da seine Schwester eine ganz liebe Freundin von mir ist.

Er hat mir angeboten, alle Besuche von Projekten zu organisieren, welche ich gerne sehen möchte. Und eines der nähergelegenen Projekte ist das Upendo-Lepracenter in der Nähe von USA River, was so eine gute halbe Stunde Fahrt weg von Arusha liegt.

Jovitha und ich sind mit Sister Grace, der Schwester, die die Besuche für uns organisiert hat,  losgefahren und haben das Upendo Zuhause aufgesucht. Nach der typischen Huckelpisten-Anfahrt (die mittlerweile aufgrund langer Trockenzeit immer schön heiß und staubig ist) sind wir angekommen und wurden mit offenen Armen von Schwester Ritha und ihren Mitschwestern begrüßt. Wegen Corona ist Besuch gerade Mangelware – daher ist der Jubel groß, dass wir uns die Zeit nehmen, sie zu besuchen. Wir werden auch nicht wieder entlassen, bevor wir nicht Chai-Tee und ausreichend Essen zu uns genommen haben.

Lepra ist eine bakterielle Infektionskrankheit und tritt vor allem in tropischen und subtropischen Regionen mit hoher Bevölkerungsdichte und niedrigem hygienischen Standard auf. Zu den besonders betroffenen Ländern gehören unter anderem Indien, Nepal, Mozambique und Tansania. Pro Jahr erkranken weltweit ca. 200.000 Menschen neu an dieser Krankheit.

Im Upendo-Center (haben wir bei unserem Besuch „ die Älteren“ getroffen. 65 Jahre und aufwärts. Insgesamt leben in Upendo 45 Menschen. 30 Lepra-Erkrankte und deren Familie (wenn diese sie nicht vorher schon verlassen hat). Bei einer Lepraerkrankung nimmt das Center gerne die ganze Familie auf – damit niemand zurückgelassen werden muss.

Doch oft ist es diese eine erkrankte Person. In Arusha gibt es einen Teil etwas außerhalb der Stadt, in dem sich quasi ein Lepra-Dorf befindet. Die Menschen wurden ausgestoßen und suchen dort gemeinsam Schutz. Leider alle auf engem Raum und ohne irgendwelche hygienischen Standards, die so wichtig wären einzuhalten. Daher gehen diese bezaubernden Schwestern regelmäßig hin und versuchen die Kranken zu überreden nach Upendo umzuziehen. Um medizinisch versorgt zu werden und ein sicheres Dach über dem Kopf zu haben. Familie, Gespräche, Freundschaft.

Herzzerreißend.

Ich habe nicht viele Bilder geschossen – aber der ein oder andere Mitbewohner ohne Finger, Zehen… , die Geschichten dahinter  – das beschäftigt mich immer noch. Wir haben uns alle einander  vorgestellt und wo wir her sind und was wir hier machen. Auch die Mitbewohner haben sich über den Besuch gefreut. Etwas Abwechslung von ihrem Alltag. Aber auch eine Frau, die ganz bewusst ihre Hände vor uns versteckt hat.

Und Schwester Ritha und ihre Mitschwestern, die erzählen, dass der ein oder andere trotzdem mal abhaut und zurück in die Stadt geht um zu Betteln, um sich was Persönliches leisten zu können.

Und die Menschen haben Lepra – aber sie sind halt einfach auch nur kranke, alte Menschen. Streiten, machen alles, was sie nicht sollen und das was sie mithelfen sollten, ganz sicher nicht. Schon jetzt kann ich nur staunen, dass diese Schwestern das fröhlich erzählen und hier Tag für Tag – Jahrein/Jahraus diesem Ruf folgen. Und, als wenn es so nicht schon schwierig genug wäre sind die Bedingungen vor Ort wirklich sehr sehr arm.

Es ist sehr sauber. Es gibt Hühner und eine Farm. Die Pumpe des Wassertanks ist leider seit Monaten kaputt – daher kann hier nicht ausreichend gegossen werden.

Die Zimmer sind einfache Zimmer – die Toiletten soweit weg, dass diese armen alten Menschen das in der Nacht (ohne Licht, den Strom gibt es leider auch ganz oft nicht) gar nicht verlaufen können. Ich sehe Bettpfannen unter den Betten.

Ein Schmuckstück ist ihr Webstuhl und drei Mitbewohner, die diesen Webstuhl bedienen und zauberhafte Decken herstellen. Als ich die gesehen habe, hat es mir quasi die Sprache verschlagen. So wunderbar. Bei den nächsten Reisen hin und her muss ich da den Koffer voll machen. Wegen Corona liegen diese Decken einfach auf Lager. Normalerweise versuchen sie, diese an Hotels und Lodges zu verkaufen um Geld für Lebensmittel, Saatgut und Hühnerfutter zu haben.

In einer Ecke im Hof sitzt ein Pärchen, wo beide wohl über 80 Jahre alt sind und er füttert sie, weil sie keine Hände mehr hat. Sie haben sich hier im Upendo kennengelernt.

Ich muss darüber lächeln. Egal, was das Leben bringt. Verliebt sein, Partner und Helfer zu sein – dazu zieht es uns immer. Irgendwo dazu zu gehören. Ob wir 20 Jahre oder 80 Jahre sind. Ob wir gesund oder krank sind. Und im Upendo ist es möglich, weil die Schwestern ein Zuhause geschaffen haben für Menschen, die in Tansania  keine Chance auf ein Leben in Würde haben würden außerhalb dieses Centers.

Meine Hochachtung liebe Sister Ritha. Und ich komme definitiv zurück an diesen Ort und besuche die Mitbewohner und Schwestern und kann Ihnen hoffentlich von Zeit zu Zeit etwas Gutes tun.

In Liebe –

Eure Mariya

Zeit für einen Blog….

…aber über was?

Nicht, dass nix passieren würde. Manchmal passiert im Gegenteil so viel, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.

Heute möchte ich an Euch, die mir vor Ort in Deutschland quasi Geld zu stecken, um einfach was damit anzufangen – Danke sagen und erzählen, wo es die letzten 14 Tage hingegangen ist:

Pastor Peter zum Beispiel, mit dem wir in Monduli eines der hearts-for-families Projekte haben, hatte einen Verkehrsunfall vor fast 3 Wochen. Sein Bus ist von der Straße abgekommen. Der Fahrer war (wie so oft hier) viel zu schnell, die Bremsen haben nicht richtig funktioniert und so hat der Busfahrer die Kontrolle über den Bus verloren.  2 Tote sofort an der Unfallstelle. Andere, die danach im Krankenhaus nicht mehr aufgewacht sind. Pastor Peter hat einen gebrochenen Arm und eine Kopfverletzung, die ihm immer noch zu schaffen gemacht hat, als ich ihn nach 1 Woche getroffen habe. Er erzählte uns davon und hat gemeint es sei auch eine Nachsorge notwendig. Das CT kann er sich im Moment noch nicht leisten. Er hätte aber schon angefangen, Geld zu sammeln. Einen (sehr kleinen) Teil hat er schon. Puh denke ich…  das kann ja noch ein Jahr dauern bis der Arme sich die Untersuchung leisten kann. Also geben wir mit dem Verein was dazu. Dann reicht es immer noch nicht ganz . Aber meine – Eure- Notfallkasse reicht aus, um den Rest drauf zu legen. Und Geld für Busfahrt hin und her und Essen gibt es auch noch. Die liebe SMS die ich dafür an dem Tag bekommen habe zaubert mir heute noch ein Lächeln ins Gesicht. Noch froher bin ich, dass alles gut verlaufen ist und auch am Kopf keine Folgeschäden sind.

Hier sind wir bei Pastor Peter im Einsatz

Ich bringe Eliah und Ritha, zwei von Janes Waisenhauskindern letzten Sonntag in die Schule. Die beiden gehen außerhalb von Arusha in die Schule. Saft und Obst und Kekse für unterwegs. Ein bisschen Taschengeld. Ein neues Schloss für den Spint in der Schule (weil das zuhause vergessen wurde). Geld für den netten jungen Mann an der Straße, den wir nach dem Weg fragen mussten. Er war so lieb und ist mit uns bis zur Schule und wieder zurück gefahren an den Punkt, wo wir ihn um den Weg gefragt haben.  Hat einfach mal ein Stündchen mit uns verbracht.

Bei mir Zuhause sitzen die Guards alle vor den Toren. Greyson, der auf uns aufpasst und die Nachbaraufpasser. Da die Jungs mir immer gerne helfen, teile ich alle meine Essensreste und manchmal kaufe ich etwas Extra um es mit Ihnen teilen zu können.

Oder gestern war ich mit den beiden Nählehrerin von Janes Waisenhaus in der Stadt um Nachschub an Stoffen zu kaufen und was wir sonst noch so gebraucht haben. Die beiden reisen mit dem Pici Pici (Motorroller-Taxi) und Dala Dala (kleiner öffentlicher VW Bus) an und wieder ab. Da gebe ich Ihnen immer etwas „Fahrtgeld“, wofür sie auch immer ganz dankbar sind. Und dafür ist in der „Notfallkasse“ immer Geld parat.

Also herzlichen Dank an Euch – für große und kleine Freuden, die ich erfüllen kann und das Leben leichter machen!

Grüße aus Arusha

Eure Mariya

Einen kleinen Gruß zum Wochenbeginn…

Die letzten 3 Wochen haben mir ganz schön was abverlangt. Fuß verstaucht, blöd rumliegen, dann wieder los gehen (langsam langsam). Feststellen, dass nicht alles so läuft, wie man es sich so vorgestellt hat. Pläne begraben, neue schmieden. Puh.Doch ihr sollt ja auch wissen, dass es nicht immer rund läuft.Ob die Pandemie Grund dafür ist oder einfach der normale Wahnsinn? Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte.Doch mussten wir in fast allen Nähprojekten nachjustieren, weil quasi nichts passiert ist.Ich kann Euch gar nicht sagen, wie groß meine Enttäuschung gewesen ist, als ich nach einigen Wochen hin und her rennen feststellen musste, dass die Dinge nicht gut aussehen.Doch als ich bei den Projekten vor Ort war und gesehen habe, dass da aufgrund von fehlenden Besuchern und Spenden einfach die Sorgen sich nicht ums nähen drehen sondern darum, genug essen auf dem Tisch zu haben für alle Kinder. Da kann ich schon verstehen, dass sie nicht noch geschaut hat, ob der Nähunterricht gut besucht ist.Doch unten seht Ihr ein paar Bilder. Wir haben den Unterricht am Samstag wieder gestartet. Ein paar Regeln fest gezurrt und Mut gemacht, dass die wunderbaren Dinge, die sie hier nähen werden auch Käufer finden wird oder sie auch für sich selber Dinge nähen können, die das Leben für sie erleichtert.

Und dann hat mich heute morgen „unser“ junger Greyson, der sich um Garten, Schutz und sonstiges kümmert wachgeküsst (natürlich nicht im wahrsten Sinn des Wortes) . Er ist neu bei uns und hat (ohne dass ich gefragt habe) einfach mein Auto gewaschen. Es hat nach Wasser geschrien! Die letzten Wochen in denen ich abwechselnd durch Schlamm und Staub gefahren bin haben ihm ganz schön zugesetzt.Und ich habe die ganze Zeit schon gedacht, dass es ganz dringend eine Wäsche braucht.Und dann war es heute morgen einfach schon erledigt. Und ich habe mich so gefreut, dass ich ihm ein kleines Taschengeld gegeben habe (weniger als 2 EUR Gegenwert). Dank Google Translate und eigenen Sprachkenntnissen konnte ich ihm auch erklären, warum er das bekommt.Als Greyson fertig war kam er und hat Folgendes in mein Telefon getippt:Liebe Maria, herzlichen Dank.In dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin gab es ganz oft Tage, an denen wir nichts oder nur einmal am Tag was zu Essen bekommen haben. Wir sind es gewohnt ohne Essen durch den Tag zu kommen. Aber Dank Dir werde ich heute Mittag etwas zu Essen haben.…..

Habt eine schöne Woche! Mit Essen auf dem Tisch.

Eure Mariya

Hearts for famililes – Hautnah

Annett von Hand & Hand for Tanzania war gerade hier und das ist immer eine wunderbare Zeit, die ich mit Ihr verbringen kann. Ihr Herz und die Herzen Ihrer Familie und Freunde schlägt für Tansania und gemeinsam versuchen wir, Bedingungen zu verbessern.Mit Ihr stand auch ein Besuch in Monduli auf dem Plan. Hier haben wir die Mamas besucht, die wir vor fast vor 2 Jahren kennen gelernt haben.Unsere Gruppe ist um Joyce geschrumpft – hier unten auf dem Bild mit Ihrer Familie.img-20181220-wa0003542245607.jpgSie ist nach Arusha gezogen, wo Sie einen Job hat. Das ist wunderbar und ich drücke ihr die Daumen, dass sie den noch lange hat.

Dafür haben wir eine neue Mama aus dem Dorf kennengelernt – Flora.Pastor Peter hatte uns gebeten sie zu treffen und uns Ihre Geschichte anzuhören.Flora…. Eine allein erziehende Mama von 2 Kindern.

img-20200801-wa0005800261454754842964.jpgimg-20200801-wa00024114177305737445045.jpg

Der Ehemann hat sie verlassen, als bei dem kleinen Joshua Jackson bei Geburt Meningitis diagnostiziert wurde. Zwar, wie wir heute wissen, eine Fehldiagnose, aber das war dem Guten wohl zu viel an Zukunftssorgen. Er ist gegangen. Mittlerweile aber leider auch verstorben.

Flora steht nun da mit Ihrer älteren Tochter Nancy und dem kleine Joshua. Keinen Job, keine medizinische Versorgung des Kleinen, die sie sich leisten könnte und dann haben ihre Eltern sie auch noch gebeten, das Elternhaus sobald wie möglich zu verlassen.Sie erzählt und erzählt und ich bin im Stillen dankbar, dass unsere Wege sich gekreuzt haben. Denn sie lächelt uns während dem Erzählen ruhig an, hat den kleine auf den Arm und eine bezaubernde Teenager Tochter neben sich und ist bereit für Veränderung. Hat Ideen und ist offen.Wir sind nun dabei ein neues Zuhause für diese kleine Familie zu finden und erstmal die Miete zu übernehmen. Mit Lebensmitteln zu helfen und mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.Darüber hinaus haben wir den kleinen Joshua schon bei einem Arzt gehabt. Für die nächsten Monate helfen wir bei der Finanzierung der Physiotherapie für den Kleinen. Die ist (im Verhältnis zum Lebenseinkommen in diesem Lande) gar nicht so günstig. Doch der Arzt ist zuversichtlich, dass Joshua nach 3 -6 Monaten regelmäßiger Bewegungstherapie in der Lage sein sollte zu Laufen.Das sind gute Neuigkeiten.

Wenn ich nicht direkt da vor Ort sitzen würde, könnte ich es manchmal kaum fassen, wie schlecht die gesundheitliche Versorgung ist. Und egal welche, sie für die armen Menschen hier nicht mal zugänglich ist, weil sie sie nicht bezahlen können.Joshuas Geschichte ist eine von Vielen, die uns hier immer wieder über den Weg laufen.Schön, dieses Mal ein Körnchen in die „Gut-Waagschale“ für diese süße Familie werfen zu können.

Herzliche Grüße aus Arusha –Eure Mariya

 

Willkommen zurück!

Oft ist es erstmal holperig, wenn ich zurück in Tansania bin.Dieses mal – Trotz Corona-Virus und Anflug mit Mundnasen-Schutz und Visier -scheint dass quasi das Schlimmste gewesen zu sein.Anzukommen und ein Zuhause zu haben, was sich jetzt auch schon ganz schnell so anfühlt (Dank Nachbarn, die das Auto regelmäßig bewegt haben, damit die Batterie dieses Mal auch die drei Monate überlebt und den Kaffee Vorrat schon im Haus platziert haben.Kollegen zu haben, die ich mit ausreichend Schoki im Gepäck im Büro besucht habe. Natürlich mit Abstand – und im Moment leider ein sehr abgespecktes Team, weil die Reisebranche auch in Tansania natürlich brach liegt.Ein Wiedersehen mit den Kids im Waisenhaus, mit einem Freund, mit den Nachbarskindern, die schon bei mir eingezogen sind und ganz bezaubernd sind hat mich gleich ankommen lassen.Und spätestens seit gestern, als ich in der Tat an einem Tag 3-mal von der Polizei raus gezogen wurde habe ich mich gleich extrem willkommen geheißen. Zu schnell gefahren, am Zebrastreifen nicht gehalten und nochmal so was Komisches. Muss tatsächlich morgen erstmal 2 davon bezahlen gehen.Herzlich Willkommen Zuhause sag ich da nur.Und ich darf mich morgen aber auch wieder mit der Näh-Lehrerin Orupa treffen, um zu besprechen, wann wir wieder den Unterricht aufnehmen werden. Ich darf auf Ladensuche in Arusha gehen – es wird einen kleinen Laden/Cafe geben, welchen wir eröffnen werden für Janes Nähschule Anfang nächsten Jahres. Tolle Pläne haben wir und ich bin froh hier zu sein. Denn es ist sehr ruhig in Arusha und Umgebung. Corona Virus legt die Menschen und deren Leben brach. Wie bei uns Europa auch – aber halt auch nicht wie in Europa. Kein Kurzarbeitsgeld oder sonst irgendwelche Unterstützung vom Staat. Bei meinem Besuch in Monduli bei unseren Familien, die wir betreuen gab es Tränen, weil sich niemand sicher war, ob wir überhaupt nochmal kommen.Und daher wünsche ich uns allen auch in schwierigen Zeiten immer Grund für Hoffnung. Kleine schöne Momente, die uns durch harte Zeiten hinweghelfen.Wenn wir gesund sind, ein Dach über dem Kopf und im Moment den Sommer in der Heimat genießen dürfen, dann ist das ein Geschenk.Viele dieser Geschenke für Euch!Eine dicke Umarmung aus Arusha -Eure Mariya

Meine Mamas in Monduli

Die ganzen letzten Wochen denke ich schon, dass es höchste Zeit für einen Blog ist.

Höchste Zeit für ein Update für Euch und für einen Versuch etwas finanzielle Unterstützung für die Mamas in Monduli zu bekommen. Und dann ist das kuriose… mein Blog ist noch nicht geschrieben. Ich denke aber darüber nach, was ich da hineinschreibe, damit ich Eure Aufmerksamkeit bekomme und dann kam die Unterstützung quasi schon vor dem Blog. Auf einmal melden sich liebe Menschen unter Euch, die Ihre Hilfe anbieten. So nach dem Motto: es ist höchste Zeit, Dich zu Unterstützen. Wo kann ich helfen?

Lieber Gott oder liebes Universum, welches ganz klar meine Bestellung erhalten und richtig verstanden hat 🙂 Danke schön!

Und um was geht es? Um die Mamas in Monduli und deren Familien. Der Corona Virus ist dort zwar in offiziellen Zahlen nicht hoch, doch der Shutdown dieses Landes bedeutet keine Arbeit (für die aus der Gruppe, die überhaupt einer Nachgehen konnten). Kein Nähunterricht durch uns (Schulen sind ausgesetzt wie hier). Die Regierung fordert die Menschen hier auch auf, Social Distancing zu machen. Doch seien wir mal ehrlich. Wenn die Mama Elijah nicht in dem überfüllten Dala Dala (Bus) in die Stadt fährt um Ihr Obst und Gemüse zu handeln dann kann sie gar nicht fahren.

 

Wenn Bertha nach Hause kommt, dann wohnen sie nun mal zu 5. in einem Einraumzimmer – alle verteilt auf 2 Betten. Nicht zu fahren und zuhause zu bleiben heißt in Ihrem Fall nichts zu Essen auf dem Tisch für 5 Menschen. Bertha sollte eigentlich einen kleinen Laden eröffnen im Herbst letzten Jahres. Dann wurde sie am Blinddarm operiert und ist seit dem nicht wieder so richtig auf die Beine gekommen. Und nun Corona Virus .. ..einen Laden zu finden, Geld zu verdienen ist für sie noch Zukunftsmusik. Daher zahlen wir ihr und Joyces Familie nach wie vor Miete und geben Lebensmittel an insgesamt 4 Familien aus. Versuchen, diesen Frauem Mut zu machen. Berthas ältester Sohn hat die Primary School beendet und möchte eigentlich diesen Herbst mit der Weiterführenden Schule loslegen. Eine gute Schule kostet hier ca. 800 EUR pro Jahr.  Auch hier würden wir gerne Unterstützung leisten. Berthas Sohn Emanuel ist ein Schätzchen. Clever und fleißig. Und Bildung doch der Schlüssel, um hier Leben verändern zu können.

Eine Menge Dinge, die wir tun möchten. Einen Teil habe ich quasi schon von Euch bekommen – bevor ich das hier geschrieben habe. Herzlichen Dank dafür. Insbesondere da ich weiß, dass im Moment auch bei uns Ausnahmesituation ist. Viele von Euch haben Kurzarbeit oder Home Office und Home-Schooling. Daher herzlichen Dank an Euch! Und falls jemand findet, dass er gerne zum Beispiel für Emanuels Schule was beisteuern würde, dann immer gerne! Einfach Kontakt mit mir aufnehmen.

Hier ein paar Bilder dieser wunderbaren Menschen. Übrigens hält mich Pastor Peter aus Monduli auf dem Laufenden. Alle sind, den Umständen entsprechend,  froh und munter und ich hoffe, dass mein geplanter Flug im Juli auch so geht und ich mich dann persönlich vor Ort davon überzeugen kann!

Herzliche Grüße und eine dicke Umarmung für Euch

Eure Mariya

 

In diesen Zeiten…

Corona Virus. Tag 3 in Tansania – wo es bei Euch in Deutschland und Europa schon richtig ans eingemachte geht – geht es heute bei uns los.

Keine Schule, Kindergarten, geschlossene Restaurants und Bars. Alles kein Thema – keine Arbeit zu haben, da keiner bei uns Reisen bucht oder sie wieder storniert ist schon eher ein Thema. Mein „Nachhause-Flug“ zu Ostern, der auf sehr unsicheren Füßen steht, da der Flugbetrieb noch weiter eingeschränkt wird. Irgendwie doof..

Ich tue das, was wir alle glaube ich gerade ganz viel machen: Ich tausche mich aus. Erzähle wie es mir geht und möchte natürlich auch wissen, wie es in der Heimat ist.

Und dann tauschen wir uns aus – „meine Mädels“.

Ich habe eine Whatsapp Gruppe mit meiner Mädels-Kochrunde (ich sag immer noch Mädels… aus dem Mädelsalter sind wir definitiv raus)

Wir sind weit verstreut -sowohl auf der Landkarte als mit dem, was wir so tun in unserem Leben. Und doch ist es so, dass wir trotzdem verschweißt sind. Die Lange Zeit, das früher gemeinsam gelebte Hobby und nun einfach schon viele viele lustige, leckere Kocherlebnisse.

Und ich möchte heute nicht über Tansania schreiben – ich schreibe über Zuhause (das ist diese Runde nämlich ein Stück weit für mich). Und wir alle sitzen auf einmal in diesem Boot zusammen. Flüge fallen aus, Reisen können nicht gemacht werden. Der Partner kann nicht besucht werden, weil Grenzen gesperrt sind. Quarantäne, weil man jemanden kennt, der jemanden kennt der den Corona Virus hat.

Wir werden in Urlaub, auf Kurzarbeit oder ins Home-Office gesteckt und sind alle damit beschäftigt abzuschätzen, wie schlimm es ist. Angst vor dem Virus selbst?

Eher nein…

Doch ich höre eine „meiner Mädels“, eine Unternehmerin, die erzählt, wie Sie Ihre Läden hat zuschließen müssen. Auf diesen Schultern lasten definitiv mehr Existenzen als in meinem kleinen Mikrokosmos. Und ich weiß, meinen Blog lesen viele – viele, die ganz verschiedene Herausforderungen stemmen müssen gerade.

Und da habe ich mir gedacht, dass dieser Blog einfach für Euch ist. Für die da draußen, die nicht wissen, ob Ihr Unternehmen noch sein wird, wenn dieser Sturm vorüber ist. Für diejenigen, die gerade einen Lieben Menschen nach einer OP nicht auf der Intensivstation besuchen können. Für diejenigen welche Ihre Liebsten vermissen, weil die gerade keine Grenzen überqueren können

Ich bete – weil mir das manchmal hilft.

Ich bete für Euch. Für uns. Dass das, was aus dieser Zeit heraus entsteht etwas Gutes sein wird. Das wir vorher nicht den Mut verlieren. Das wir Kraftorte und Menschen haben, die uns durch diese besondere Zeit helfen und dass wir, wenn wir das durchgestanden haben klar sind in dem, was wir tun wollen wenn wir quasi wieder ins „Freie“ dürfen. Vielleicht genau das, was wir eh schon immer gemacht haben, weil es genau das Richtige für uns ist . Oder etwas ganz anderes! Weil Zeit Zuhause (mit sich selbst auseinander gesetzt) ein neues Türchen aufgemacht hat.

Von meinem Kraftort ein Paar Bilder 🙂

Alles Liebe für Euch – ich umarme Euch

Eure Mariya

Durchgerüttelt..

Ihr Lieben, es ist schon seltsam gewesen. Wie so oft – nach ein paar Monaten in Deutschland bin ich seit Mitte Januar wieder in Tansania. Mein Herzensort, an dem es aber trotz Herz immer ruckelt.Und so hat es auch die ersten Wochen geruckelt.Bei Einreise nicht das „richtige“ Visum erhalten (Dank meines Jobs für Tansania Specialist habe ich ja das Glück, mit einem Business Visum einreisen zu dürfen. Leider nicht ausreichend Unterlagen am Einreise-schalter dabei gehabt. Dafür dann eine Woche später wieder raus gefahren an den Flughafen mit ausreichend Unterlagen und einem netten Kollegen, der alles durchgeboxt hat.Es geht weiter mit Nähschülern, die sich mit der Lehrerin streiten. Ein Haus für die Kinder, was erstmal nicht fertig gestellt werden konnte, da wir doch mehr Geld benötigen, als geplant. Regenzeit in einer Zeit, wo es eigentlich gar nicht regnen sollte…Eine Vertrauensperson, die unser Vertrauen nicht zu würdigen gewusst hat.Dann hole ich mein tolles altes Mietauto ab. Hier wusste ich bereits, dass mein Vermieter Mr. Bernard deutlich mehr haben will als das bisher der Fall war. Na ja. Meiner Meinung war der vorherige Preis schon mehr als nur ein bisschen frech.. Nach langem hin und her nehme ich das Auto für die nächsten 4 Wochen und sage ihm, dass ich es nach 4 Wochen wiederbringe. Gesagt – getan.Und dann passiert es: ich muss ganz doll raus aus meiner Komfortzone und mache einen Ausflug mit meinen neuen Kollegen von Tanzania Specialist zum Ngorongoro Krater, dem für mich wohl schönsten Ort auf Erden.Und auf einmal rumpelt es nicht mehr so sehr. Obwohl es im wahrsten Sinne des Wortes mit noch sehr viel mehr geholpere losgegangen ist.Abfahrt vom Büro aus, welches etwas außerhalb von Arusha ist. Erst siegt meine Bequemlichkeit. Ich frage Jafet, der mich schon öfters durch die Gegend gefahren hat, ob er das Übernehmen würde. Mein Preis ist sehr weit entfernt von seinem…. Was ist da los? … also entscheide ich mich für die Dalla Dalla Fahrt 😊 die mich im wahrsten Sinne des Wortes in den tanzanischen Groove reingerüttelt hat.Von unserem Zuhause aus geht es erstmal ca. 30 Minuten ins Stadtzentrum. Dort muss ich umsteigen. Jennifer hat mir erklärt wo und wie. Ich werde natürlich nicht fündig aber ich frage mich durch und ein netter Fahrer, der gerade selber Pause macht bringt mich über 5 Mio Ecken, Berg auf und ab, um die Pfütze, durch die Pfütze zum richtigen Bus. Ich frage den Fahrer nach Kisongo? Ja . Er hat meinen Rucksack quasi schon eingeladen – also ich einfach hinterher, weil ich mich so freue prompt im richtigen Bus zu sein. Als ich und mein Rucksack quasi schon in diesem Mini VW Rüttel Bus stehen müssen, weil er schon voll ist fällt mir Jennifers Warnung ein. Es sei eine lange Fahrt nach Kisongo. Ich solle lieber auf einen Bus warten, der noch Sitzplätze hat. Zu spät, denke ich, und dann fährt der Bus schon. Ganz wunderbar war, dass quasi noch am Anfahren 3 weitere Herren eingestiegen sind. Der volle Bus war nun voll voll und ich halb gebeugt, schrägt, den Popo irgendjemandem ins Gesicht gestreckt. Einen Rucksack, der in die Falsche Richtung kippen wollte und ich aber leider keine Hände frei hatte, da diese sich an irgendwelchen Querstreben festklammern mussten um nicht den Halt zu verlieren. Eine alte Frau war so lieb und hat sich dem Rucksack angenommen. Ich habe mich aufs Festhalten konzentriert und auf nicht zu viel Körperkontakt (was nicht ging) und nicht umfallen (was eh schwierig gewesen wäre). Gefühlte 45 grad Innentemperatur und ich habe nur gedacht: Jennifer.. Du hast ja sooooooo recht 😊Und trotzdem musste ich so sehr lachen.Und vielleicht denkt Ihr, die spinnt. Ein bisserl Busfahren. Aber ein bisserl Busfahren ist hier ein intensives Erlebnis. Und so sind wir gerumpelt und gerumpelt und gestanden und gerumpelt bis ich nach 45 Minuten einen Sitzplatz ergattert habe. Für 2 Stationen. Und dann bin ich ins Büro gelaufen. Füße weh, Muskelkater in den Beinen und wachgerüttelt. Wachgerüttelt, dass das Leben ein Abenteuer ist und doch eh alles gut ist.Ich bin an meinem Herzensort – und manchmal dauert es länger, bis das Herz es fühlt. Doch nun ist es an den richtigen Platz gerüttelt und ich bin sicher, die Mamas und Kinder aus den Projekten werden, wenn sie es eh nicht schon sind, auch noch wachgerüttelt.In diesem Sinne einfach ein paar Bilder von meinem Herzensort.Ich drück euchEure Mariya

Ist denn schon wieder Weihnachten…?

Gerade bin ich ja in Deutschland. Gefühlt arbeite ich rund um die Uhr – um meinen Traum Leben zu können. Den Traum, weiter sehr viel Zeit in erster Linie in Tansania zu verbringen. Meinen Mamis dort unter die Arme zu greifen, Kinderaugen strahlen zu sehen und vor allem viele Umarmungen zu geben und klebrige Kinderpatschehände zu halten. Dabei zu sein, wenn Hoffnung wo Einzug hält, wo sie vorher nicht zu sehen war. Stolz in Augen funkeln zu sehen, wo man mir vorher ausgewichen ist mit dem Blick.

Natürlich klappt auch vieles nicht. Ich würde es Euch und mir schön reden, wenn ich das nicht sehen und hier erzählen würde. In einer der Nähschule wird irgendwas genäht (aber nicht das ,was man mir erzählt hat (und auch nicht so ordentlich, wie ich mir das vorstelle) und bei Nachfragen kommen die lustigsten Missverständnisse auf. Frauen tauchen nicht zum Unterricht auf oder Stunden später. Projekte kosten viel mehr, als am Anfang veranschlagt wird. Wenn ich jemanden abhole, kann ich locker mal eine Stunde irgendwo rumsitzen und warten, weil das eben so ist.

Ich starte mit Plan A in einen Tag und dann ist jemand Krank, wir fahren mit ihm ins Krankenhaus (dort warten wir Stunden, bis wir hören, dass nichts gemacht wird), dann fahre ich zurück (auf dem Weg werde ich von der Polizei angehalten und zahle: Geld für Abendessen) und auf dem Weg zu mir nach Hause bleibt das Auto liegen oder stehe ich im Stau oder oder oder… meine Mitbewohnerin hier in Tansania sagt nach so einem Tag zu mir: … ach so .. .ein ganz normaler Tag in Afrika halt!

So ist es 🙂 Ein ganz normaler Tag. Und ich liebe diese „ganz normalen Tage“ – insbesondere, da sie bunt und aufregend sind und voller Leben pulsieren.

Ich freue mich also, bald wieder zurück zu sein.

Und ich möchte vor Weihnachten „Danke sagen“ an Euch! Danke für Eure Unterstützung (finanziell und moralisch). Ohne diese hätte ich es nicht geschafft.

Und quasi während ich hier schreibe drücke ich uns die Daumen, dass es weitergeht mit Eurer Hilfe und der Unterstützung von vielen anderen, damit ich noch lange etwas verändern kann in Tansania und ich selber weiterhin dort meinen Traum leben darf.

Herzliche Grüße!

Eure Mariya

Lebenszeichen

Wie im Fluge vergeht die Zeit. Schon bin ich etwas über einen Monat in Deutschland.

Egal, wie lange oder kurz meine Besuche hier ausfallen, es ist immer eine Menge los und ich habe auch immer diese Zeit, in der ich zwar da bin, aber auch irgendwie nicht.

Zwischen diesen so verschiedenen Welten zu pendeln fühlt sich manchmal richtig unwirklich an.

Und ist aber auch so wichtig. Durchatmen, arbeiten, Menschen von meinen Projekten zu berichten ist für mich unglaublich wichtig. Ohne diese Zeit in Deutschland wäre es mir nicht möglich, meine Zeit in Tansania zu finanzieren und auch Geld für die Projekte einzusammeln.

Und, obwohl ich manchmal ahne, dass sich Dinge ergeben werden, weiß ich es am Anfang aber oft noch nicht, was wie geht und nun, ein paar Wochen weiter habe ich ordentlich Arbeit und auch wieder die finanzielle Basis für die Projekte ausbauen können. Nach wie vor scheint dieses Leben das Leben zu sein, welches zu Leben meine Bestimmung ist. Dafür bin ich sehr dankbar!

Anbei ein paar Bilder, die ich von meinen Freunden aus Tansania geschickt bekommen habe, damit ich auch weiß, was sie machen ohne mich.

Ein weinendes Auge – weil ich sie alle sehr vermisse.

Und ein lachendes Auge -weil ich glücklich bin, dass ich in der Zeit hier in Deutschland wieder die Basis schaffen konnte, auch wieder zurück zu gehen.

Also kneife ich mein weinendes Auge zusammen und zähle die Tage bis zur Rückkehr im Januar.

Und genieße es, mit Freunden zu sein und quasi jeden Tag Lieblingsessen zuhause gekocht zu bekommen. Nicht ständig aus dem Straßenverkehr gezogen zu werden (was in Tansania gefühlt ja ununterbrochen vorkommt) und nicht ständig irgendwelche Strafzettel runterverhandeln zu müssen ist auch ein Traum.

Liebe Grüße aus zwischen zwei Welten!

Eure Mariya