Deborah

Endlich Zeit für einen Post…

Den ich – im Moment in Deutschland – aus der Ferne mit Wehmut und ein bisschen stolz poste -über Deborah.

Deborah ist eine der „Mädels“, die in Janes Waisenhaus fleißig an unserem Nähunterricht teilgenommen hat. Seit fast 2 Jahren hatte sie die Schule beendet und hat einfach bei Jane gelebt, Nähen gelernt, sich um die Kinder gekümmert, gewaschen, geputzt und es gab nicht wirklich eine Perspektive für sie. Kein Plan, wie es weitergehen könnte. Dank Annett´s Vereinsnetzwerk haben sich „Coaches for Africa“ bereit erklärt unter anderem Deborah zu coachen. Herauszuarbeiten, was ihre Träume – wo ihre Stärken liegen. Und auch hier hat sich ihre Liebe zu Stoffen und Farben und der Näherei als Ihre Leidenschaft weiter herauskristallisiert.

So oft haben wir miteinander gesprochen, dass Sie zu Ihrem 18. Geburtstag (der im März gewesen ist) gerne ausziehen möchte aus dem Heim. Aber wohin? Und was soll sie tun? Und wie kann man das finanzieren? Und weiter schneidern lernen muss sie einfach auch noch. Es war alles nicht so einfach. Im Waisenhaus hat sie Kost und Logis frei. Klar. Aber sonst halt nichts. Nicht mal ein Taschengeld, um sich und ihrem Bruder Benedikt, der ebenfalls im Waisenhaus lebt, irgendwas zu kaufen. Ihr Bruder ist an einer besonderen Form von Rheuma erkrankt. Manchmal sind seine Schmerzen so schlimm, dass er von der Schule im Dorf nicht nach Haus laufen kann. Deborah konnte nicht mal einen Fahrer bezahlen, damit er ihn abholen kann. Außer sie hat für uns genäht und dadurch ein bisschen Geld verdient. Das hat sie dann für ihn genutzt. Verrückt, oder?

Und dann haben Semu und ich Deborah bei Ihrer Uroma besucht und mein Herz wusste auf einmal, was zu tun ist. Die Uroma ist eine Massai, die in einem Dorf ganz nah bei Arusha wohnt. Erst fahren wir mit unserem kleinen Auto auf und ab die Buckelpisten, bis die Straße so eng wird, dass ich mich nicht weiter traue. Dann steigen wir aus und schließen das Auto ab und lassen Deborahs Cousine zum Aufpassen da, da auf einmal ungefähr 20 Kinder um das Auto herumspringen. Ich muss lachen. Das ist so typisch für Tansania. Nirgendwo irgendetwas und dann kommen die Kinder quasi aus allen Winkeln hervorgeprescht. Lachend, Singend und tanzend. Dann laufen wir noch fast eine Stunde auf und ab und auf und ab mal mit weniger Staub in der Lunge mal mit mehr. Aber es ist wunderschön hier. Bananenstauden, kleine Farmen, Ziegen und Kühe. Und dann kommen wir in dem Dorf von Deborahs Uroma an. Eine kleine Frau, die mir nur bis zur Brust reicht (und ihr wisst, wie klein das ist). Mit riesigen Ohrringen und Perlenschmuck und ein bezauberndes Lächeln – ohne Zähne. Und schon sitzen wir in der Hütte, Tante und Neffen kommen noch dazu. Alle sind aufgeregt, dass wir sie besuchen. Und wir sind aufgeregt, weil wir fragen wollen, ob wir Deborah unterstützen dürfen.  Und wir dürfen!

Denn dank der Hilfe einer ganz lieben Freundin bin ich in der Lage, Deborah eine Starthilfe zu geben. Wir haben ihr geholfen in der Nähe der neuen Nähschule in Tengeru ein Zimmer zu finden. Miete für das Zimmer für ein Jahr, Bett, Matratze, Kocher und was man noch sonst so braucht. Und Taschengeld für ein Jahr. Und sie nimmt bereits am Unterricht teil. Zu Weihnachten bekommt sie noch eine eigene Nähmaschine und dann hat sie eine Basis, um sich ein Leben aufzubauen.

Sie ist wirklich ein fleißiges Bienchen. Bevor ich nach Deutschland geflogen bin, ist sie 3 mal die Woche zu mir ins Najalihouse gekommen und hat genäht. Kissenbezüge, Taschen und noch mehr Taschen. Es war wirklich toll, sie quasi direkt vor meiner Nase zu haben und zu sehen, wie gut sie sich macht. Ein gutes Gefühl in oft verrückten Zeiten.

Ganz viele gute Gefühle auch für Euch!

Bis bald – Eure Mariya

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