Stipvisite mit Langzeitglück

Die Bishop Mazzoldi Schule

Es gibt Orte und Projekte, an denen irgendwie so ein Glücksstern dranhängt. Besondere Menschen die mit schönen Überraschungen auf uns warten.

Die Bishop Mazzoldi Schule ist mit Sicherheit so ein Ort.

Annett, Semu und ich fahren raus. Ca. 300 km – für die man 5 Stunden braucht. Daher geht’s auch (für meine Verhältnisse) früh los. 6.30 hole ich den Semu ab und dann eine Stunde später Annett. Und dann geht’s los. Ich finde, die Fahrt hat immer einen Schulausflug-Charakter. Wir haben Chips und Cola an Bord (wer braucht schon was gesundes 😊). Auf dem Weg organisieren wir uns einen wunderbaren Kaffee im Becher (To Go hat es bis nach Tansania geschafft!). Unsere Fahrt zur Schule in der Nähe von Babati führt durch Landschaft, die vor allem durch die Massai geprägt ist. In Ihren bunten Schukas sieht man sie überall im Staub und Sand heraus leuchten. Kühe und Ziegen hüten oder einfach am Straßenrand stehen und gehen. Schuka – Stock und manchmal noch die Machete an der Seite festgemacht. Man kommt an den Dörfern vorbei. Kreisrunde Stachelige Umzäunungen, innerhalb derer sich ihre Hütten, Tiere und die ganze Familie verbirgt.

Kaffee To Go und die Massai quasi parallel zu erleben ist wirklich der Wahnsinn. Ich fühle mich oft, wie in einer Zeitkapsel, die zwischen der Vergangenheit und heute springt. Nur ist die Vergangenheit hier heute. Bis heute Leben viele der Stämme in Tansania genauso, wie sie es wahrscheinlich schon immer gemacht haben oder sie sitzen in der selben Kapsel wie ich. Mit dem Stock führen sie die Kühe übers Feld und um den Hals hängt das Smartphone in der Perlenschmuck hülle.

So geht die Fahrt.Bis kurz vorm Ziel Annett tatsächlich von der Polizei aus dem Verkehr gezogen wird. Mist. Zu schnell. Wir streiten zwar mit dem Polizisten und seinem Kameramann – aber keine Chance. Den Strafzettel bekommen wir und noch auf dem Weg aufs Gelände der Bishop Mazzoldi Schule müssen wir über die unfairen Methoden der Polizei diskutieren.

Dann empfängt Father Crisogon uns. Annett nennt ihn liebevoll Fater Chap Chap (der schnelle Father). Und so schnell lässt er auch die Glückskorken knallen. Was wollt ihr als Erstes sehen?. Den Laden wo die Mütter jetzt nähen. Ok. Und 5 Minuten später stehen wir vor dem Laden. In dem Laden, in dem nicht nur die Mütter sind (sondern auch deren Babys auf den Rücken geschnallt) und Stoffe und eine Nähmaschine und Taschen und Babykleider und und und….  Wir haben noch unterwegs überlegt, wann und wie der perfekte Zeitpunkte wäre durch zu starten. Na ja… .Father Chap Chap hat es einfach getan. So eine wunderbare Überraschung. Wirklich. Das ist eines unserer jüngeren Nähprojekt. Hier lernen Mamas, deren Kinder in die Bishop Mazzoldi Schule gehen. Die Mütter sind jedoch nicht in der Lage, das Schulgeld zu bezahlen. Nun lernen Sie nähen. In erster Linie werden sie die Schuluniformen nähen. Die Mazzoldi Schule hat ca. 200 Schüler (Tendenz steigend). Die tragen Schuluniform, die die Eltern bisher gekauft haben, um die Kinder einzukleiden. Nun kann das die Schule (gegen kleineres Geld) anbieten. Ein schöner Kreis schließt sich.

Jetzt gilt es noch eine Strickmaschine zu kaufen – und dann werden sie auch die Pullover zur Uniform mit anfertigen können.

Chap Chap machen wir Bilder und verabschieden uns und gehen noch in die Schule. Das ist immer so süß. Da stellen sich die Kids den Klassen entsprechend auf und singen und sagen hallo und heißen uns willkommen. Wir sagen auch immer was.  Sehr berührend.

Insbesondere, da hier auch immer wieder zu sehen ist, dass es in guten Schritten nach vorne geht. Mehr Schüler, Mehr Equipment, Mehr Tische, so dass die Kinder ihre eigenen Pulte haben, seit kurzem Strom und Fahrzeuge, die die Schüler aus den sehr weit entfernten Gegenden abholen und wieder zurückbringen. Mehr Anwesenheitstage der Kinder hat auch deren Leistungen verbessert. Bei den Fahrzeugen gehört eines der Kirche und das andere… .na ja, hat uns jemand zur Verfügung gestellt. Father Chap Chap steckt da ganz viel Energie und Kraft in seine Schule – das kam sicher alles nicht einfach so.

Dann bekommen wir noch etwas zu Essen, bevor wir wieder nach Hause fahren. Wir wären ja auch mit den Chips aus dem Auto glücklich, aber hier ist es einfach ein Teil der Kultur, Dich zum Essen einzuladen. Manchmal lecker, manchmal nich. Aber wir möchten auch niemanden enttäuschen und ohne abschwirren. Also lassen wir uns Reis und Gemüse und Obst und irgendeine komische Fisch Sauce schmecken und einen Segensspruch später sind wir wieder auf der Straße. Zurück nach Hause. Wo wir in der Tat unterwegs nochmals rausgezogen werden und die Polizei uns quasi das Blitzerfoto vom Morgen nochmals als Strafe verkaufen wollte. Wahnsinn. Doch am Ende einfach ein guter Tag. So viele tolle Eindrücke, welche die Auf und Abs in den anderen Projekten verblassen lassen.

Father Chap Chap und die bezaubernden Familien & Kinder wirken noch ganz lange im Herzen nach.

Herzliche Grüße aus Arusha

Eure Mariya

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