Durchgerüttelt..

Ihr Lieben, es ist schon seltsam gewesen. Wie so oft – nach ein paar Monaten in Deutschland bin ich seit Mitte Januar wieder in Tansania. Mein Herzensort, an dem es aber trotz Herz immer ruckelt.Und so hat es auch die ersten Wochen geruckelt.Bei Einreise nicht das „richtige“ Visum erhalten (Dank meines Jobs für Tansania Specialist habe ich ja das Glück, mit einem Business Visum einreisen zu dürfen. Leider nicht ausreichend Unterlagen am Einreise-schalter dabei gehabt. Dafür dann eine Woche später wieder raus gefahren an den Flughafen mit ausreichend Unterlagen und einem netten Kollegen, der alles durchgeboxt hat.Es geht weiter mit Nähschülern, die sich mit der Lehrerin streiten. Ein Haus für die Kinder, was erstmal nicht fertig gestellt werden konnte, da wir doch mehr Geld benötigen, als geplant. Regenzeit in einer Zeit, wo es eigentlich gar nicht regnen sollte…Eine Vertrauensperson, die unser Vertrauen nicht zu würdigen gewusst hat.Dann hole ich mein tolles altes Mietauto ab. Hier wusste ich bereits, dass mein Vermieter Mr. Bernard deutlich mehr haben will als das bisher der Fall war. Na ja. Meiner Meinung war der vorherige Preis schon mehr als nur ein bisschen frech.. Nach langem hin und her nehme ich das Auto für die nächsten 4 Wochen und sage ihm, dass ich es nach 4 Wochen wiederbringe. Gesagt – getan.Und dann passiert es: ich muss ganz doll raus aus meiner Komfortzone und mache einen Ausflug mit meinen neuen Kollegen von Tanzania Specialist zum Ngorongoro Krater, dem für mich wohl schönsten Ort auf Erden.Und auf einmal rumpelt es nicht mehr so sehr. Obwohl es im wahrsten Sinne des Wortes mit noch sehr viel mehr geholpere losgegangen ist.Abfahrt vom Büro aus, welches etwas außerhalb von Arusha ist. Erst siegt meine Bequemlichkeit. Ich frage Jafet, der mich schon öfters durch die Gegend gefahren hat, ob er das Übernehmen würde. Mein Preis ist sehr weit entfernt von seinem…. Was ist da los? … also entscheide ich mich für die Dalla Dalla Fahrt 😊 die mich im wahrsten Sinne des Wortes in den tanzanischen Groove reingerüttelt hat.Von unserem Zuhause aus geht es erstmal ca. 30 Minuten ins Stadtzentrum. Dort muss ich umsteigen. Jennifer hat mir erklärt wo und wie. Ich werde natürlich nicht fündig aber ich frage mich durch und ein netter Fahrer, der gerade selber Pause macht bringt mich über 5 Mio Ecken, Berg auf und ab, um die Pfütze, durch die Pfütze zum richtigen Bus. Ich frage den Fahrer nach Kisongo? Ja . Er hat meinen Rucksack quasi schon eingeladen – also ich einfach hinterher, weil ich mich so freue prompt im richtigen Bus zu sein. Als ich und mein Rucksack quasi schon in diesem Mini VW Rüttel Bus stehen müssen, weil er schon voll ist fällt mir Jennifers Warnung ein. Es sei eine lange Fahrt nach Kisongo. Ich solle lieber auf einen Bus warten, der noch Sitzplätze hat. Zu spät, denke ich, und dann fährt der Bus schon. Ganz wunderbar war, dass quasi noch am Anfahren 3 weitere Herren eingestiegen sind. Der volle Bus war nun voll voll und ich halb gebeugt, schrägt, den Popo irgendjemandem ins Gesicht gestreckt. Einen Rucksack, der in die Falsche Richtung kippen wollte und ich aber leider keine Hände frei hatte, da diese sich an irgendwelchen Querstreben festklammern mussten um nicht den Halt zu verlieren. Eine alte Frau war so lieb und hat sich dem Rucksack angenommen. Ich habe mich aufs Festhalten konzentriert und auf nicht zu viel Körperkontakt (was nicht ging) und nicht umfallen (was eh schwierig gewesen wäre). Gefühlte 45 grad Innentemperatur und ich habe nur gedacht: Jennifer.. Du hast ja sooooooo recht 😊Und trotzdem musste ich so sehr lachen.Und vielleicht denkt Ihr, die spinnt. Ein bisserl Busfahren. Aber ein bisserl Busfahren ist hier ein intensives Erlebnis. Und so sind wir gerumpelt und gerumpelt und gestanden und gerumpelt bis ich nach 45 Minuten einen Sitzplatz ergattert habe. Für 2 Stationen. Und dann bin ich ins Büro gelaufen. Füße weh, Muskelkater in den Beinen und wachgerüttelt. Wachgerüttelt, dass das Leben ein Abenteuer ist und doch eh alles gut ist.Ich bin an meinem Herzensort – und manchmal dauert es länger, bis das Herz es fühlt. Doch nun ist es an den richtigen Platz gerüttelt und ich bin sicher, die Mamas und Kinder aus den Projekten werden, wenn sie es eh nicht schon sind, auch noch wachgerüttelt.In diesem Sinne einfach ein paar Bilder von meinem Herzensort.Ich drück euchEure Mariya