Die Schäfchen sind los

Was für einen lustigen Tag haben wir gestern verbracht.

Zunächst muss ich noch erzählen, dass ich mir, nach langem hin und her, ein Auto von einem Freund eines Freundes ausgeliehen habe. Ich war einfach super unglücklich, dass ich immer auf einen Fahrer angewiesen war in den letzten Monaten. Regelrecht ausgebremst habe ich mich gefühlt.

Daher also nun das Auto. Eigentlich zu viel Geld dafür, dass definitiv mehr Dinge am Auto nicht funktionieren als funktionieren. Aber es fährt. Laut, holperig, ein Seitenspiegel funktioniert nicht (was alle Pici Pici Fahrer um mich herum in noch größere Gefahr bringt, als sie es eh schon sind). Jeden morgen fülle ich Kühlwasser nach. Abperren geht nur von der Beifahrerseite, und da auch nur in einem ganz bestimmten Ritual.  Also jeder, der mich morgens vor dem losfahren beobachten kann, denkt sich wahrscheinlich, die Weiße hat einen Knall. Aber es macht mich glücklich. So viele Dinge, die ich jetzt einfach selbst erledigen kann oder Orte, an denen ich nun auch mal nur für einen halben Tag oder ein paar Stunden rausfahre, wenn ich Lust dazu habe. Ein Hochgefühl!

Der ein oder andere in Deutschland denkt sich wahrscheinlich, warum kauft sie sich nicht einfach ein Auto. Aber mit meiner gerade gestarteten Selbstständigkeit und nach fast 2 Jahren ohne Einkommen überhaupt, gibt es mein Budget einfach nicht her. Und ich jammere nicht. Ich entscheide das ja ganz bewusst für mich. Und erst habe ich gedacht, es macht mir nichts aus, wenn ich mir einen Fahrer gönne, um die ganzen Projekte besuchen zu können. Aber es ist einfach komisch. Obwohl Jafet, mein Fahrer, wirklich ganz bezaubernd ist, aber selbst fahren ist einfach cooler. Also flitze ich (flitze in „“, weil flitzen mit dem Auto auf Holperpisten eh max 30 bis 50 km/h bedeuten) nun  fleißig durch die Gegend.

Gestern sind wir unter anderem zu Ramah geflitzt. Das ist ein Arbeiter von Neema Village, der so lieb war, sich Ende letzten Jahres meines Schafs, was ich von Mama Iddi geschenkt bekommen habe, anzunehmen, bis ich weiß, was ich damit machen möchte. Bis ich es gewusst habe ist aus einem Schaf schon zwei Schafe geworden. Und das 2. hat eigentlich auch die Entscheidung gebracht, dass so eine kleine Mini-Schafzucht auch was Schönes ist!  Daher haben wir bei Ramah das schönste Schafbaby der Welt und dessen Mama in den Kofferraum gepackt (so macht man das hier). Ich bin wirklich stolz wie eine Mama auf diesen süßen Nachwuchs. Das Schafbaby ist perfekt! Ich schwöre es. Es ist das Schönste in dem ganzen Stall gewesen! Also haben wir sie in den Kofferraum verfrachtet und sind dann mit gar nicht so schlimmem Gemäckere zu Janes Waisenhaus rausgefahren. Eine Stunde haben sich die Schäfchen brav durchschaukeln lassen auf dem Weg zu Jane.  Auf und ab – die letzten 20 Minuten führen wirklich auf super staubigen und super holperigen Wegen zum Waisenhaus.

Dort war das Hallo groß. Die Kinder wussten schon, dass ich ihnen die Schafe bringen werde und sie haben sich schon so darauf gefreut. Welch bezauberndes Bild!

Und dann haben wir die Schafe rausgelassen. Das Babyschaf hat erstmal bei Mamaschaf was zu Essen gefasst und dann sind die beiden über das Waisenhausgelände geflitzt. Durch die Wäscheleinen durch, am Spielplatz vorbei und haben ihre wiedergewonnene Freiheit genossen.

Mama Jane und ich wollen schauen, dass wir hier noch mehr Schafen auf die Welt helfen und diese dann an die Familien, mit denen wir zu tun haben, verschenken oder auch mal welche verkaufen, um für das Waisenhaus eine Einkommensquelle zu haben. In jedem Fall möchte ich das nächste Babyschaf an Mama Iddi, die Schenkerin meines Schafes, zurückgeben. Sie soll wissen, dass ihr Schaf nicht im Topf gelandet ist, sondern das Leben anderer Menschen weiter verändert. Und das macht Laune!

Daher einfach glückliche Grüße von der Schäferin!

Eure Mariya

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