So Wichtig!

Mein letzter Blog hat meine ganze Unzufriedenheit gespiegelt. Die ist bestimmt auch nicht komplett wieder weg. Da würde ich Euch heute belügen.

Doch diese Woche sind wir rausgefahren nach Monduli. Monduli ist ein kleines Städtchen, was ca. 1 Stunde Fahrt von Arusha entfernt ist. Eine Fahrt, die ich immer liebe. Raus aus der Stadt, Dornenbüsche, Akazienbäume, Massai, die in ihren bunten Schukas (Umhängen) am Straßenrand und in den Weiten unterwegs sind. Für mich das Bild, was ich immer direkt mit Tansania verbinde. Daher habe ich tief durchgeatmet und diesen Blick quasi aufgesogen.

Mit mir im Auto sind Christopher, ein ehemaliger Sozialarbeiter aus der Region, der den Kontakt zu Monduli und dessen ärmsten Familien für uns hergestellt hat, Emily und Ihre Mutter Cindy. Cindy übt fleißig ihre Kisuaheli Sprachkenntnisse (die leider besser sind als meine) an Christopher. Ich genieße den Ausblick.

In Monduli erwarten uns 4 Familien und Pastor Peter in der Kirche. Zur Klarstellung: Die Kirche hier ist ein Eisengerüst mit Planen bedeckt. Der Wind wirbelt diese Planen lustig auf und ab. In der Kirche sind Plastikstühle aufgebaut und das ist es auch schon. Es ist heiß. 35 Grad Celsius locker.. .und windig und seit Dezember quasi regenfrei und daher also auch sehr sehr staubig.

Ich freue mich riesig, diese Familien wieder zu sehen. Wir haben diese bereits im Oktober besucht. Nun geht es darum, rauszufinden, wie es Ihnen ergangen ist und wie wir weiterhelfen können.

Eine der Frauen ist  Bertha, eine Mama von 5 Kindern. Sie ist mittlerweile umgezogen. Im Herbst haben wir sie in ihrer Lehmhütte besucht, die fast schon zusammengebrochen ist. Wir haben alle gemeinsam die Miete für 3 Monate übernommen und dank Einiger unter Euch konnte ich die Miete für die nächsten 3 Monate bezahlen. (20.000 TSH Monatsmiete sind ca. 8 EUR). Nicht die Welt für uns, doch für diese Mama unbezahlbar. Sie hat keine permanente Anstellung. Sie läuft von Haus zu Haus und fragt nach Arbeit. Waschen, putzen, kochen… das sind die Dinge, die sie ab und an zu tun bekommt.

Darüber hinaus klagt sie über Atembeschwerden. Das Geld, um zum Arzt zu gehen, hat sie nicht. Wieder, dank Eurer Spenden, habe ich dem Pfarrer Geld geben können (ca. 10 EUR), um mit ihr in eine Klinik zu gehen. Dieses Geld muss am Anfang bezahlt werden, damit eine Kartei angelegt wird und eine grobe Untersuchung  gemacht wird. Dann gibt es quasi einen Behandlungsplan, den wir abwarten müssen, um zu sehen, was die nächsten Schritte sind.

So wichtig wäre eine regelmäßige Arbeit für sie. Auf Tansanias Straßen wird viel verkauft. Sie würde das auch gerne machen. Zum Beispiel Kleider oder gekochtes Essen.

Der ein oder anderen Mutter in meinem Mütterprogramm haben wir im letzten Jahr mit Kapital für ein Kleiderbusiness unter die Arme gegriffen. Das kostet ca. 150 EUR (eine Erstausstattung Kleider und Ständer und Tasche, die sie leicht tragen kann).

Ich hoffe, dass wir „mit Hand in Hand“  das finanzieren können. Denn natürlich können wir mit Lebensmitteln und Miete kurzfristig helfen, doch diese Mama möchte selbst für sich und ihre Lieben sorgen können und mit einem kleinen Business macht sie einen großen Schritt in diese Richtung.

Und wie ich neben ihr und ihrem kleinen Sohn Baraka sitze drückt sie immer wieder meine Hand und strahlt mich an. Dabei haben wir ihr nur ein bisschen unter die Arme gegriffen. Doch sie hat Hoffnung geschöpft und sieht, dass gute Dinge passieren. Kleine oder Größere. Das wird man sehen!

Wir verbringen den Rest des Nachmittags mit Singen, Kinderbibel lesen und Erdnussbutterbrote essen und ich habe es geliebt. Dort zu sitzen, Menschen zu helfen, denen lange Zeit keiner geholfen hat. Und wenn es nur die Brote gewesen wären für alle. Die haben geschmeckt und waren für den ein oder anderen in der Runde das Einzige, was es an diesem Tag zu Essen geben würde!

Da muss ich mich doch selbst an der eigenen Nase fassen, dass ich mich dieses Mal so unangekommen fühle, nur weil Dinge noch nicht rund laufen. Dafür habe ich jeden Tag ganz viele Dinge, die hier in diesem Dorf kein Mensch hat.

Danke an diese Mamas und deren Kleinen! Danke mal wieder fürs Augen öffnen für die wesentlichen Dinge im Leben.

 

Nehmt Euch Zeit für das Wesentliche.

Liebe Grüße, Eure Mariya

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s