Wieder da!

Oder doch irgendwie nicht?

Ich weiß, es ist lange her seit meinem letzten Blog. Doch jetzt, nach einer guten Woche zurück in Tansania geht es wieder los.

Ich bin wieder hier! Doch um ehrlich zu sein, fühlt es sich noch kein bisschen wie „hier“ an.

Mein neues Zuhause mitten in Arusha ist sehr schön. Doch nicht mehr vor Ort am Projekt zu sein fühlt sich sehr anders an. Neema Village regelmäßig zu besuchen und am Ende des Tages wieder weg zu fahren ist ganz anders als morgens aufwachen, frühstücken und in einer gewohnten Umgebung loszulegen.

Meine neue Hauptwirkungsstätte Jane Olevolo´s Waisenhaus ist quasi am Ende der Welt. Meinen ersten Besuch habe ich letzten Donnerstag gemacht.

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Wie dieser Tag ausgesehen hat? Aufstehen und ca. 30 Minuten in staubigen Holperpisten laufen, um zu meinem Treffpunkt mit dem Fahrer und Christopher zu gelangen. Christopher ist ein ehemaliger Sozialarbeiter, der sich nach wie vor sehr stark in seiner Community engagiert und uns überhaupt zu Jane gebracht hat.

Ich laufe also bei schon fast 30 Grad zum Treffpunkt. Die Menschen hier sind mich noch nicht gewohnt. Hier ein hallo, da ein Händeschütteln, hier ein Ausweichmanöver, weil man den Mann nicht recht einschätzen kann, der ein Gespräch sucht und eine Weile mit geht. Alles noch recht außerhalb meiner Komfortzone.

Aber ich schaffe es rechtzeitig zum Treffpunkt, um dort leider warten zu müssen, weil der Fahrer sich verspätet. Wieder ein netter Tansanier, der das Gespräch sucht und nicht glauben möchte, dass ich ganz sicher nicht die Liebe seines Lebens bin und  weder Whats App, Facebook noch sonst irgendwelche Informationen von mir an ihn weitergeben möchte. Da es Mitten am Tag an einem stark frequentierten Ort war und er auch wirklich freundlich war, war ich nicht ängstlich. Aber so geht es hier oft und es ist nicht immer einfach, so eine Situation geduldig und entspannt zu meistern. Aber dieses Mal schon und mit 45 Minuten Verspätung kamen auch meine Jungs und haben mich „gerettet“. Dann sind wir eine Stunde zu Jane unterwegs. Leider ist sie ziemlich ab vom Schuss und das Auto unseres Fahrers leider für die Buckelpisten nicht gemacht. Irgendwann bleiben wir fast stecken und es dauert ziemlich lange und einen Fahrerwechsel und Hilfe ein paar netter Leute, die mit uns angeschoben haben, damit wir über einen Berg kommen. Wahnsinn.  Dann endlich bei Jane, die mich wie immer freundlich empfängt. Sie freut sich sehr, dass es mit unserer Nähschule klappt  und wir planen meine nächsten Besuche. Soweit also alles gut. Aber noch keine Routine. Und der Weg zurück ist ähnlich anstrengend wie hin. Ohne ein eigenes Auto merke ich, wie alles sehr viel länger dauert, weniger Flexibilität bzw. fast gar keine vorherrscht und mein ganzes Organisationstalent notwendig ist, um Dinge zu erledigen. Vieles, wo ich früher einfach ins Auto gestiegen wäre (selbst) muss hier von langer Hand geplant werden. Na ja. Ich jammere hier nur ein bisschen.  Aber um ehrlich sein. Angekommen bin ich noch nicht. Hadere noch mit meinen neuen Aufgaben.

Aber es wird schon werden 😊 Jane´s Waisenhaus und mein neues Näh-und Ladenprojekt hat jeden Schweißtropfen (körperlich und mental) verdient, den ich hier vergieße!

 

Also drückt mir die Daumen, dass wieder zurück sich ganz bald auch wieder „Zuhause“ anfühlt.

 

Eure Mariya in Tansania

2 Gedanken zu „Wieder da!“

  1. Wir drücken dir mehr als nur die Daumen🤗.Ich finde es gibt nur wenig Schlimmeres, als irgendwo zu sein, wo man sich nicht wohlfühlt oder man kein Vertrauen hat.Aber wie ich dich kenne, schaffst du das ganz bestimmt.
    Ansonsten kannst du ja immer noch nach hause kommen.

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