Abschied

Eigentlich fast unmöglich, Worte zu finden für diese Momente.

Es ist eine Woche vor meiner Abreise und die Besuche bei den Mamas sind auch Abschiedsbesuche. Ein Highlight ist sicherlich der Besuch bei Mama Iddi gewesen. Im April ist ihr Haus zusammen gebrochen. Nun, kurz vor meiner Abreise ist das neue Haus, was wir dank wundervollen Menschen bauen konnten, fertig und wir können Mama Iddi und ihr behindertes Enkelkind Joyce endlich umziehen. Fast jeden Tag ist sie von ihrer Behelfsunterkunft, die nicht weit weg von Neema Village ist, zu mir gekommen und wollte wissen, wann sie endlich umziehen kann. Ihr Sohn lebt mit seiner Frau und Kind (ohne Arbeit) dort, wo wir das neue/alte Haus aufbauen. Sie hat Heimweh und ich kann sie verstehen. Doch Afrika ist Afrika – erst ging es mit dem bauen nicht los, dann wurde einfach aufgehört, dann war das Dach nicht dicht, dann haben wir vergessen innen und außen zu streichen und so gingen Wochen in Monate um, die Mama Iddi warten musste.

Doch jetzt war es endlich soweit. Wir haben ihre neuen Hühner (die sie dank eines Business mit uns hat) und ihr restliches Leben in zwei Autos gepackt und sie umgezogen.

 

 

 

 

Ich war aufgeregt. Mama Iddi hat zwischendurch das Haus mal gesehen doch die Endversion (wunderschön hell getüncht) noch nicht. Als wir angekommen sind gibt es ein großes Hallo mit Ihrer Familie. Ihr Sohn macht wundervolle Bilder auf Tuch und hat Geschenke/Tücher für mich dabei. Das ist der Wahnsinn. Ich fühle mich wie an Weihnachten. Ein schönes Gefühl und als ich dann noch Mama Iddis Gesicht sehe, welches von Staunen über Strahlen geht ist alles okay. Und dann kommen ihr die Tränen und mir gleich auch. Und für genau diese Momente bin ich hier. Ich weiß, wie es hier ausgesehen hat, als wir das erste Mal im April kamen und das Haus quasi schon eingestürzt ist. Was für eine Veränderung.

Und was für eine Veränderung in ihr. Sie lacht und drückt mich und umarmt alle, die hier von Neema Village mit dabei sind und beim Umzug helfen. Dann geht sie los und zieht mich mit. Sie hätte was für mich.

Sie schenkt mir mein erstes Schaf! Erstmal muss ich lachen. Was mach ich denn bitte mit einem Schaf? Auf der anderen Seite finde ich es so bezaubernd. Das ist für sie so eine große Geste! Wir haben uns oft ein bisschen gekabbelt, weil sie immer noch was wollte und ich oft nein gesagt habe und jetzt das.

Wie schön! Also packen Baraka und die anderen Jungs mein Schaf in unseren Kofferraum, wo es auf dem Rückweg lustig vor sich hin blökt und in Neema Village erstmal auf die Wiese darf. Von dort kommt es zu Ramah, einem wundervollen Arbeiter von Neema und er passt auf, bis ich zurück bin und weiß, was ich damit machen möchte.

Wo am Morgen Mama Iddi auf dem Plan stand, steht am Nachmittag eine kleine Abschiedsparty mit meinen Mamas an. Anna und ich haben schön aufgebaut im Müttercenter. Es gibt Kuchen, Karanga(Nüsse), Mandazi, Cola und Limo. Für jede Mama habe ich ein Foto ausgedruckt und mir ein paar persönliche Worte überlegt, die ich sagen werde.

Wir haben gesungen und ich habe meine Fotos verteilt. Meine Mamas haben dabei das ein oder andere Tränchen verdrückt. Aber das wollte ich auch. Ich hab die meisten von Ihnen richtig lieb geworden und ich wollte Ihnen einfach noch etwas schönes auf den Weg mitgeben.

Asante sana für ein unglaublich tolles Jahr!

Eure Mariya

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